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#FreePress: Türkische Journalisten zeigen durch Postkarten-Aktion Solidarität mit inhaftierten Kollegen

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Mit einer groß angelegten Postkarten-Aktion wollen Journalisten aus der Türkei auf die Einschränkung der Pressefreiheit in ihrem Land aufmerksam machen. In Sozialen Netzwerken verbreiten sie Postkartenvorlagen und die Adressen ihrer inhaftierten Kollegen samt Zellennummer. Nutzer sollen sie ausdrucken und an die Gefangenen schicken. Die Solidaritäts-Aktion gilt auch Welt-Korrespondent Deniz Yücel.

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Die Idee kommt von türkischen Journalisten mit der Unterstützung der Organisation Reporter ohne Grenzen und dem Autorenverband PEN. Seit 12 Uhr verbreiten die Initiatoren die Postkartenmotive unter den Hashtags #FreePress und #GazetecilereOzgurluk in Sozialen Netzwerken, damit sie an die Gefangenen geschickt werden können. Angehängt sind die Adressen und Zellennummern der zwölf Journalisten, die im Mittelpunkt der Postkarten-Aktion stehen – auch die des deutschen Reporters Deniz Yücel: Silivri 9 no’lu kapalı cezaevi, A6-42 Silivri, Istanbul, Türkei.

Die Postkarten zeigen Karikaturen der Journalisten und Bilder zur Pressefreiheit. Unter den Postkartenvorlagen ist auch ein Yücel-Motiv mit der Aufschrift #FreeDeniz:

Die ausgewählten Journalisten stehen stellvertretend für die 155 Reporter, die derzeit in der Türkei inhaftiert sind. Unter den zwölf Gefangenen sind neben Yücel einige der bekanntesten Journalisten der Türkei. Zu ihnen gehört etwa der prominente Journalist Ahmet Şık. Er ist Autor des Buches „Die Armee des Imam“, das von der mutmaßlichen Unterwanderung des türkischen Staats durch die Gülen-Bewegung handelt. Darin kritisiert er auch deren jahrelange Förderung durch die Regierungspartei AKP und Parteichef Erdogan. Auch Akin Atalay, Herausgeber der Tageszeitung „Cumhuriyet“, und Bülent Utku, der Anwalt von Can Dündar, dem früheren Chefredakteur von „Cumhuriyet“, gehören zu den Adressaten. Ebenso wie der Nachfolger Dündars, Murat Sabuncu.

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Dass die Karten die Inhaftierten jemals erreichen werden, ist aber unwahrscheinlich. Denn sie dürfen keine Post erhalten – anders als fast alle anderen Gefangenen im türkischen Strafvollzug. Trotzdem soll mit der Aktion die Unterstützung für die Journalisten demonstriert werden. Letztlich wollen die Initiatoren damit auf die bedrohte Pressefreiheit in der Türkei insgesamt aufmerksam machen.

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