Einnahmen um 30 Prozent gesteigert: Springer meldet erstmals schwarze Zahlen für den Business Insider

Der Springer-Vorstand mit Julian Deutz (li.), Mathias Döpfner, Andreas Wiele und Jan Beyer (re.) verdiente im vergangenen Jahr 19,2 Millionen Euro
Der Springer-Vorstand mit Julian Deutz (li.), Mathias Döpfner, Andreas Wiele und Jan Beyer (re.) verdiente im vergangenen Jahr 19,2 Millionen Euro

Im kommenden Jahr will Axel Springer vor allem die Erlöse steigern und gleichzeitig die Zukäufe und Gründungen wie Business Insider, Politico oder Upday ausbauen. So verkündete CEO Mathias Döpfner bei der Vorstellung der Bilanz 2016 in Berlin, dass man sich mit Samsung geeinigt habe, den Nachrichten-Aggregator Upday in zehn weiteren europäischen Ländern zu starten. Und der Business Insider schrieb erstmals schwarze Zahlen in einem Quartal.

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Die Berliner konnten neben den stabilen Einnahmen (3,29 Mrd. Euro) und höheren Gewinnen (+6,5 Prozent auf 595,5 Mio. Euro), die Position als Weltmarktführer im Rubrikengeschäft festigen und ausbauen. Das gilt auch für den eigenen Anspruch, der führende Digitalverlag Europas zu sein und zu bleiben. Zudem blicken die Deutschen immer ehrgeiziger in die USA und die dortigen Online-Investitionen.

Gerade jenseits des Atlantiks scheinen die Zukäufe der vergangenen Jahre kräftig Fahrt aufzunehmen. So verkündeten die Manager stolz, dass Business Insider im vierten Quartal 2016 erstmals Geld verdient hat (inklusive aller Investitionen). Auf das Gesamtjahr gerechnet, steigerte das Wirtschaftsportal seine Besucher und Einnahmen um rund 30 Prozent. In den ersten zwei Monaten des Jahres 2017 soll sich das Wachstum noch beschleunigt haben. Auch die Entwicklung von eMarketer (plus 50 Prozent bei den registrierten Nutzern) und der Groupe.nine (Thrillist, NowThis, the dodo) erfreut offenbar die Manager.

Springer-CEO Döpfner sieht nach Trump-Wahl eine Repolitisierung der Gesellschaft

Dementsprechend gibt man sich im Berliner Medienhaus auch betont entspannt, wenn es um Fragen zu Donald Trump geht. Döpfner bemerkte dazu, dass die Reaktionen in der US-Business-Community überraschend positiv seien und dass es durch die US-Wahl zu einer Repolitisierung der Gesellschaft komme. Das habe für ein kräftig gesteigertes Interesse an qualifizierter Berichterstattung geführt. „Das sehen wir bei Business Insider, aber auch bei Bild und Welt“.

Für Döpfner liegt hier eine Chance für guten Journalismus. Die sieht er auch in der Fake-News-Debatte. Die Springer-Manager wollen Facebook bei der Fahndung nach falschen Nachrichten und Berichten weder helfen noch aus der Verantwortung entlassen. Die US-Company solle sich selbst um das Problem kümmern und die damit verbundenen Kosten tragen. Ganz klar sprach sich Döpfner allerdings gegen eine staatliche Einmischung aus. Das, was man wenigsten brauche, sei eine Art Wahrheitsinstanz. Das gelte für Verlage und vor allem auch für Regierungen.

Upday eine Erfolgsgeschichte – startet nun in zehn zusätzlichen Ländern

Als digitale Erfolgsgeschichte sieht man bei Springer die Entwicklung bei Upday. Der mobile Nachrichten-Aggregator, den die Berliner für Samsung aufgebaut haben und nach Deutschland, England und Frankreich nun unter anderem auch nach Skandinavien, Österreich und die Schweiz bringen, feiert gerade seinen ersten Geburtstag. Derzeit sammelt Upday rund 89 Millionen Visits pro Monat ein und soll bereits für bis zu zehn Prozent des mobilen Traffics auf einigen Verlags-Seiten sorgen. Für die kommenden Monate haben sich die Berliner vorgenommen, die Monetarisierung zu starten und Vermarktungserlöse zu generieren.

Anders als bei der Bild oder auch der Welt, gibt es bei Upday kein Abo-Modell, was für einen Aggregator auch ungewöhnlich wäre. Mit dem Stand von 421.000 zahlenden Online-Kunden bei den beiden Print-Traditionsmarken, zeigen sich die Verlags-Chefs sehr zufrieden in Sachen Entwicklung von Web-Bezahlangeboten.

Gewinne aus Bezahlangeboten sollen drei Jahre lang stabil bleiben

Bei Springer sieht man sich aufgrund der steigenden Netz-Umsätze bei den traditionellen Medienmarken mittlerweile sogar in der Lage für die nächsten drei Jahre eine Art Stabilitäts-Versprechen für den gesamten Bereich abzugeben. So soll sich der operative Gewinn bis zum Ende des Jahres 2019 immer zwischen 205 Millionen Euro und 225 Millionen Euro bewegen. Damit breche man den Trend der vergangenen Jahre, wie Finanz-Vorstand Julian Deutz, festhält.

Insgesamt sank der Umsatz bei den Bezahlangeboten im Jahr 2016 leicht von 1,582 auf 1,481 Mrd. Euro. Laut Konzern ist der Rückgang vor allem darauf zurückzuführen, dass die Schweizer Aktivitäten in ein Joint Venture mit Ringier eingebracht wurden und nun nicht länger in der eigenen Bilanz geführt werden. Bereinigt um solche Effekte und Währungsschwankungen sei der Umsatz bei den Bezahlangeboten nur um 1,6% zurückgegangen.

Gegenüber den Pressevertretern sagte CEO Döpfner: „Wir sind happy und super-optimistisch.“ Es gebe nur ein trauriges Ereignis, dass alles etwas überlagere. „Die Verhaftung von Deniz Yücel. Er wird dafür bestraft, dass er frei und kritisch berichtet hat.“ Allerdings fügte er hinzu, dass man sich in diesem Fall von Bundesregierung gut vertreten fühle.

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