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Axel Springer Bilanz 2016: weltweit stärkstes Rubrikengeschäft, Mediengeschäft bleibt schwierig

Axel Springer hat einmal mehr eine starke Jahresbilanz vorgelegt. Der Umsatz blieb bei 3,29 Mrd. Euro trotz Sondereffekten stabil. Der operative Gewinn (EBITDA) kletterte um 6,5 Prozent auf 595,5 Mio. Euro. Wachstumsmotor ist einmal mehr das Rubrikengeschäft mit digitalen Kleinanzeigen, das mittlerweile weltweit das umsatzstärkste Rubrikengeschäft ist. Die Medienangebote schlugen sich wacker und erwirtschafteten einen operativen Gewinn von 214,4 Mio. Euro (Vorjahr: 223,2 Mio.Euro). Erstmals gab Springer eine mittelfristige Prognose für das schwierige Mediengeschäft aus.

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Das Geschäft mit den klassischen Medien, digital wie Print, sammelt der Konzern im Segment Bezahlangebote. Hier soll sich der operative Gewinn von 2017 bis 2019 bei leicht rückläufigen Umsätzen stabil entwickeln. Erwartet werden operative Gewinne zwischen 205 und 225 Mio. Euro. Der Umsatz im Jahr 2016 bei den Bezahlangeboten sank leicht von 1,582 auf 1,481 Mrd. Euro. Laut Konzern ist der Rückgang vor allem darauf zurückzuführen, dass die Schweizer Aktivitäten in ein Joint Venture mit Ringier eingebracht wurden und nun nicht länger in der eigenen Bilanz geführt werden. Bereinigt um solche Effekte und Währungsschwankungen sei der Umsatz bei den Bezahlangeboten nur um 1,6% zurückgegangen.

Der operative Gewinn der Medien ging von 223,2 auf 214,4 Mio. Euro zurück. Springer begründet dies mit Investitionen in die neuen Digitalangebote Business Insider und Upday, den News-Aggregator für Samsung Smartphones, der massiv international expandiert. Die EBITDA-Rendite des Segments lag 2016 bei 14,5% (Vorjahr: 14,1%). Ermutigend: Die Zahl der Digitalabos von Bild und Welt erhöhte sich zum Stichtag Ende Dezember 2016 um 9,6% auf 421.000.

Das sind zweifelsohne gute Zahlen fürs Mediengeschäft, die freilich aber auch belegen, dass dynamisches Wachstum hier kaum noch zu finden ist. Selbst bei einem so straff und effizient geführten Haus wie Springer. Die Dynamik findet man anderswo, nämlich beim Geschäft mit den digitalen Rubrikenanzeigen. Die Erlöse stiegen hier um 16,8% auf 879,5 Mio. Euro. Laut Springer ist dies das umsatzstärkste Rubrikengeschäft weltweit. Der operative Gewinn (EBITDA) des Rubrikengeschäfts kletterte um 16,3% auf 354,6 Mio. Euro. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte lag der operative Gewinn immer noch um 11,5% höher als im Vorjahr. Die EBITDA-Rendite liegt hier bei sagenhaften 40,3%. Das Kleinanzeigengeschäft ist eben nicht so kostenintensiv wie Journalismus.

Vorstandschef Mathias Döpfner legte trotzdem erneut ein Bekenntnis zum klassischen Mediengeschäft ab: „Gleichzeitig sehen wir in einer sich rapide verändernden Welt hohen Bedarf an Orientierung und Verlässlichkeit, die nur starke Medienmarken bieten können. In diesem Jahr wollen wir die Potenziale unserer Aktivitäten noch besser ausschöpfen und den Fokus auf weitere Ertragssteigerungen richten.“ Große Zukäufe sind 2017 also nicht zu erwarten. Springer will sich erklärtermaßen darauf konzentrieren, Synergien zu heben und die bestehenden Geschäfte noch profitabler zu machen. Vor allem die Investitionen in Business Insider und Upday sollen wohl irgendwann Früchte tragen.

Weitere Zahlen: Der Konzernüberschuss erhöhte sich 2016 um 47,7% auf 450 Mio. Euro. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich durch den weiteren organischen Ausbau des Digitalgeschäfts sowie durch Akquisitionen von 15.023 auf 15.323. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 8,5%. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2016 eine Erhöhung der Dividende auf 1,90 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,80 Euro) vorschlagen. Digitale Aktivitäten erwirtschafteten im Jahr 2016 67,4% des Konzernumsatzes, 84,8% der Werbeerlöse und 72,5% des Konzern-EBITDA.

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