Radio-MA: die MEEDIA-Deutschlandreise mit dem Blick auf die Top-Sender in allen 16 Bundesländern

Agma_deutschland-karte.jpg

Große Verlierer wie Antenne Bayern, Marktführerwechsel wie der in Brandenburg zugunsten von Antenne Brandenburg und spannende Entwicklungen in fast allen Bundesländern: MEEDIA präsentiert den traditionellen Blick auf den zersplitterten deutschen Radiomarkt - mit Top-5-Tabellen aller 16 Bundesländer.

Anzeige

Unsere Reise durch Hörfunk-Deutschland beginnt wie immer im hohen Norden: Der große Triumphator in Schleswig-Holstein heißt R.SH. Mit einem gigantischen Plus von 14,2% bei der Tagesreichweite hängt der Sender den öffentlich-rechtlichen Konkurrenten NDR 2 ab, der Vorsprung wuchs von 91.000 auf 213.000 Hörer an. Noch dicker im Minus als NDR 2 ist NDR 1 Welle Nord, Zuwächse gibt es hingegen für N-Joy und auf Platz 6 für NDR Info, das sich um 16,8% auf 139.000 tägliche Hörer steigert.

Auch in Hamburg gewann der Marktführer deutlich: Radio Hamburg steigerte sich um 13,8%. Auf Platz 2 zog NDR 2 an NDR 90,3 vorbei, wuchs im Gegensatz zu Schleswig-Holstein um 8,7%. Dicke 30% gewann bei der Hamburger Tagesreichweite der Deutschlandfunk hinzu, der mit 65.000 Hörern nun Rang 8 belegt.

In Niedersachsen tat sich auf den ersten drei Plätzen wenig: NDR 1 Niedersachsen verlor etwas, NDR 2 und radio ffn gewannen leicht. Deutliche Zugewinne verzeichnen Antenne Niedersachsen und N-Joy auf 4 und 5, sowie Radio 21 (+10,1% auf 315.000) und NDR Kultur (+12,1% auf 167.000), die die Ränge 7 und 10 belegen.

In Bremen schrumpft der Vorsprung von Bremen Eins auf Bremen Vier zwar leicht, doch Bremen Eins bleibt vorn. Auf Rang 4 überholte NDR 2 dank eines 14,6%-Zuwachses NDR 1 Niedersachsen, dem 20,8% der Bremer Hörer abhanden kamen.

Radio-MA 2017 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2017 I vs. 2016 II
Schleswig-Holstein
1 R.SH Radio Schleswig-Holstein 698.000 87.000 14,2%
2 NDR 2 485.000 -35.000 -6,7%
3 NDR 1 Welle Nord 334.000 -55.000 -14,1%
4 N-Joy 253.000 5.000 2,0%
5 Radio Hamburg 179.000 -9.000 -4,8%
Hamburg
1 Radio Hamburg 338.000 41.000 13,8%
2 NDR 2 225.000 18.000 8,7%
3 NDR 90,3 221.000 5.000 2,3%
4 NDR Info 117.000 -1.000 -0,8%
5 N-Joy 116.000 3.000 2,7%
Niedersachsen
1 NDR 1 Niedersachsen 1.499.000 -30.000 -2,0%
2 NDR 2 1.479.000 14.000 1,0%
3 radio ffn 1.095.000 20.000 1,9%
4 Antenne Niedersachsen 839.000 51.000 6,5%
5 N-Joy 579.000 48.000 9,0%
Bremen
1 Bremen Eins 151.000 -5.000 -3,2%
2 Bremen Vier 132.000 4.000 3,1%
3 Energy Bremen 84.000 4.000 5,0%
4 NDR 2 47.000 6.000 14,6%
5 NDR 1 Niedersachsen 38.000 -10.000 -20,8%
*Tagesreichweiten (Mo.-So.)
Daten-Quelle: ma 2017 Radio I / Tabelle: MEEDIA

Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen führt natürlich weiterhin die Lokalsenderkette radio NRW die Tabelle an. Dank eines 2,6%-Plus übersprang sie mit 5,025 Mio. Hörern sogar die 5-Mio.-Marke. Dahinter büßte 1Live über 100.000 Hörer ein. Von hinten rückt WDR 2 näher, das sich ebenso wie WDR 4 deutlich steigern konnte. WDR 3 gewann auf Platz 6 starke 13,4% dazu, Cosmo – ein Programm von Funkhaus Europa steigerte sich auf Rang 10 sogar um satte 49,1% – aus 110.000 Hörern wurden 164.000.

Massive Verluste muss der Marktführer in Hessen, Hit Radio FFH, verkraften. Die Tagesreichweite sank um 189.000 Hörer bzw. 13,7%. Doppelt bitter: Die drei öffentlich-rechtlichen Verfolger konnten sich allesamt steigern: hr3 um 3,4%, hr4 um 9,9% und hr1 als größter hessischer Gewinner um satte 25,7%. Auf Platz 6 steigerte sich zudem auch noch hr-Info – um 11,3% auf nun 276.000 Hörer pro Tag.

In Rheinland-Pfalz gewann nur einer der fünf größten Sender Hörer hinzu: SWR1 RP – 5.000 Stück. Marktführer SWR3 baut seinen Vorsprung aus, weil es weniger verlor als Verfolger RPR1. Massive Verluste gab es auch hier für das hessische Hit Radio FFH, das von 179.000 rheinland-pfälzischen Hörern um 33,5% auf 119.000 schrumpfte.

In Baden-Württemberg zog SWR1BW am Bruder SWR4BW vorbei. Klare Nummer 1 bleibt trotzt eines kleinen Verlustes aber SWR3. Ein großer Gewinner findet sich auf Platz 7: DasDing / 103,7 Unser Ding steigerte sich um satte 18,9% auf 334.000 Hörer.

Radio-MA 2017 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2017 I vs. 2016 II
Nordrhein-Westfalen
1 radio NRW 5.025.000 129.000 2,6%
2 1Live 3.287.000 -102.000 3,0%
3 WDR 2 3.183.000 93.000 3,0%
4 WDR 4 2.108.000 111.000 5,6%
5 WDR 5 611.000 -10.000 -1,6%
Hessen
1 Hit Radio FFH 1.186.000 -189.000 -13,7%
2 hr3 909.000 30.000 3,4%
3 hr4 646.000 58.000 9,9%
4 hr1 538.000 110.000 25,7%
5 planet radio 342.000 -17.000 -4,7%
Rheinland-Pfalz
1 SWR3 861.000 -14.000 -1,6%
2 RPR1. 574.000 -43.000 -7,0%
3 SWR4 RP 462.000 -42.000 -8,3%
4 SWR1 RP 422.000 5.000 1,2%
5 bigFM Hot Music Radio 310.000 -22.000 -6,6%
Baden-Württemberg
1 SWR3 2.264.000 -23.000 -1,0%
2 SWR1 BW 1.273.000 50.000 4,1%
3 SWR4 BW 1.240.000 -3.000 -0,2%
4 antenne 1 709.000 2.000 0,3%
5 bigFM Der neue Beat 619.000 -45.000 -6,8%
*Tagesreichweiten (Mo.-So.)
Daten-Quelle: ma 2017 Radio I / Tabelle: MEEDIA

In der Top 5 Bayerns finden sich ausschließlich Verlierer. Allen voran Antenne Bayern, das unfassbare 410.000 Hörer pro Tag verlor. Doch auch das Bayern Funkpaket und Bayern 3 büßten sechsstellige Tagesreichweiten ein. Der erste Sender, der sich steigern konnte, folgt abseits der Top 5 auf Platz 6: Bayern 2 mit einem Plus von 9,5% auf nun 550.000 Hörer. Satte 21,1% verloren hat hingegen Gong 96,3 aus München auf Rang 8.

Im Saarland bleibt Radio Salü die Nummer 1 – trotz eines 8%-Rückgangs. Dahinter überholte SR 3 SR 1. Die Europawelle büßte sogar 18,4% ein. Gewinner der Top 5 ist SWR 3 mit einem 16,3%-Plus.

Der große Gewinner in Berlin heißt unterdessen 94,3 rs2. Mit einem Zuwachs von 19,5% bzw. 33.000 Hörern kehrt der Sender zurück in die Top 5 der Hauptstadt. Beinahe hätte er auch die Nummer 3, radioBerlin 88,8, überholt, die mit einem Minus von 31.000 bzw. 13,0% der große Verlierer ist. Vorn bleibt recht unbeeindruckt 104,6 RTL. Abseits der Top 5 steigerte sich Star FM 87,9 noch um 11,3%, belegt mit einer Tagesreichweite von 158.000 nun Platz 8.

Auch in Brandenburg springt 94,3 rs2 dank eines 9,2%-Wachstums in die Top 5, schmiss damit Fritz aus der Liste. Zudem gibt es hier einen Führungswechsel. So überholte Antenne Brandenburg den Konkurrenten BB Radio hauchdünn: 415.000 und 414.000 Hörer verzeichnen die beiden laut MA pro Tag. Deutliche Verluste gab es für den Berliner Rundfunk 91.4 und Fritz (-15,4%). Auf Platz 11 explodierte radio B2 von 36.000 Hörern um 83,3% auf 66.000.

Radio-MA 2017 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2017 I vs. 2016 II
Bayern
1 Antenne Bayern 2.859.000 -410.000 -12,5%
2 Bayern Funkpaket 2.675.000 -146.000 -5,2%
3 Bayern 1 2.588.000 -10.000 -0,4%
4 Bayern 3 2.292.000 -109.000 -4,5%
5 B5 aktuell 616.000 -48.000 -7,2%
Saarland
1 Radio Salü 230.000 -20.000 -8,0%
2 SR 3 Saarlandwelle 175.000 -5.000 -2,8%
3 SR 1 Europawelle 168.000 -38.000 -18,4%
4 DasDing / 103.7 Unser Ding 60.000 -3.000 -4,8%
5 SWR3 57.000 8.000 16,3%
Berlin
1 104.6 RTL 325.000 7.000 2,2%
2 Berliner Rundfunk 91.4 251.000 8.000 3,3%
3 radioBerlin 88,8 208.000 -31.000 -13,0%
4 94,3 rs2 202.000 33.000 19,5%
5 radioeins 182.000 -26.000 -12,5%
Brandenburg
1 Antenne Brandenburg 415.000 17.000 4,3%
2 BB Radio 414.000 4.000 1,0%
3 104.6 RTL 207.000 -7.000 -3,3%
4 Berliner Rundfunk 91.4 177.000 -24.000 -11,9%
5 94,3 rs2 154.000 13.000 9,2%
*Tagesreichweiten (Mo.-So.)
Daten-Quelle: ma 2017 Radio I / Tabelle: MEEDIA

In Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen die vier reichweitenstärksten Sender allesamt Verluste. Die Ostseewelle Hit-Radio MV verliert dabei den Anschluss an den Marktführer NDR 1 Radio MV, der glimpflicher davon kam. Der erste Gewinner belegt Platz 5: N-Joy steigerte sich um schöne 12,7%. Sogar um 35,3% steigerte sich NDR Info, allerdings ist es mit 46.000 Hörern auf Platz 6 noch ein weiter Weg bis zur Top 5.

Einen Sprung von 4 auf 2 machte in Sachsen Radio PSR: Dank eines Plus von 2,4% überholte der Sender mdr Jump und das Sachsen Funkpaket, das wiederum von 2 auf 4 stürzte. Vorn bleibt aber souverän mdr 1 Radio Sachsen. Größter Verlierer innerhalb der Top 5 ist R.SA mit einem Rückgang von 6,0%, auf 6 und 8 verlieren Hitradio RTL Sachsen und mdr aktuell sogar 13,1% und 19,5%.

In Sachsen-Anhalt konnte radio SAW seinen Vorsprung als Marktführer deutlich ausbauen. Das lag nicht nur am eigenen Plus, sondern auch am kräftigen Minus von mdr Sachsen-Anhalt. Im Gegensatz zu Sachsen ging es hier auch für mdr Jump nach unten. Zulegen konnte noch Radio Brocken – und auf Platz 10 Radio Paloma, das von 13.000 um sagenhafte 184,6% auf 37.000 Hörer wuchs. Schlager sind in Sachsen-Anhalt offenbar auf dem Vormarsch.

Zwei klare Verlierer auf 1 und 2, sowie drei deutliche Gewinner auf 3, 4 und 5 zeigen sich in Thüringen. Marktführer mdr Thüringen und Verfolger Antenne Thüringen büßten 7,0% und 4,8% ein. Dick im Plus befinden sich hingegen mdr Jump und radio Top 40, das weitere 18.000 Hörer hinzu gewann. Abseits der Top 5 gewann radio SAW aus Sachsen-Anhalt satte 56,3% hinzu, verfügt nun über 50.000 Hörer pro Tag aus Thüringen.

Radio-MA 2017 I: Die Top-Sender in den Bundesländern*
Platz Sender 2017 I vs. 2016 II
Mecklenburg-Vorpommern
1 NDR 1 Radio MV 415.000 -9.000 -2,1%
2 Ostseewelle Hit-Radio MV 373.000 -48.000 -11,4%
3 Antenne MV 311.000 -21.000 -6,3%
4 NDR 2 169.000 -20.000 -10,6%
5 N-Joy 142.000 16.000 12,7%
Sachsen
1 mdr 1 Radio Sachsen 1.086.000 -25.000 -2,3%
2 Radio PSR 544.000 13.000 2,4%
3 mdr Jump 542.000 9.000 1,7%
4 Sachsen Funkpaket 529.000 -14.000 -2,6%
5 R.SA 421.000 -27.000 -6,0%
Sachsen-Anhalt
1 radio SAW 574.000 5.000 0,9%
2 mdr Sachsen-Anhalt 471.000 -44.000 -8,5%
3 Radio Brocken 345.000 13.000 3,9%
4 89.0 RTL 183.000 -5.000 -2,7%
5 mdr Jump 174.000 -17.000 -8,9%
Thüringen
1 mdr Thüringen 522.000 -39.000 -7,0%
2 Antenne Thüringen 437.000 -22.000 -4,8%
3 mdr Jump 357.000 40.000 12,6%
4 LandesWelle Thüringen 270.000 15.000 5,9%
5 radio Top 40 117.000 18.000 18,2%
*Tagesreichweiten (Mo.-So.)
Daten-Quelle: ma 2017 Radio I / Tabelle: MEEDIA
Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wenn Die Umfrage nur mit Teilnehmern mit Festnetztelefon durchgeführt wird, aber immer mehr Menschen nur noch Mobile Verträge haben finde ich die Umfrageergebnisse nicht repräsentativ. Oder wie würde abgefragt?

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige