Nach Kleingärtner-Anzeige: Claus Kleber hat „nichts richtig zu stellen“ zu seiner Anmoderation im „heute journal“

Zwergenaufstand gegen Claus Kleber ist gescheitert: Kleingärtner fühlen sich wegen einer Anmoderation des „heute journal“-Anchors verunglimpft
Zwergenaufstand gegen Claus Kleber ist gescheitert: Kleingärtner fühlen sich wegen einer Anmoderation des "heute journal"-Anchors verunglimpft

Nach einer Anmoderation im "heute journal" über vermeintlich rassistische Vorfälle haben sich Altenburger Kleingärtner verunglimpft gefühlt – und Strafanzeige gegen Anchorman Claus Kleber gestellt. Nun hat der ZDF-Moderator reagiert: "In der Moderation war nichts falsch und deshalb auch nichts richtig zu stellen", so Kleber gegenüber dem Tagesspiegel.

Anzeige

„Auch war keine pauschale Kritik an den Kleingärtnern von Altenburg beabsichtigt“, so Claus Kleber gegenüber der Zeitung. „Allenfalls eine an solchen, die die Reichsfahne für zeitgemäß halten. Es tut mir leid, wenn der Herr Vorsitzende ihrer Vereinigung das anders verstanden hat.“

Hintergrund: Das „heute journal“ berichtete über vermeintlich rassistische Vorfälle im thüringischen Altenburg. Für seine Anmoderation machte Kleber einen kleinen Diskurs in die jüngere Geschichte des Ortes, der mit einem Pegida-Ableger „Thügida“ Schlagzeilen gemacht hatte. Kleber in seiner Moderation: „Reporter notierten damals, dass in Schrebergärten schwarz-weiß-rote Reichsfahnen so präsent sind wie das Schwarz-Rot-Gold der Bundesrepublik.“ Einem Bericht der Leipziger Volkszeitung zufolge fühlten sich die Hobby-Gärtner aus Altenburg verunglimpft und haben gegen den ZDF-Moderator Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Gera gestellt.

Die Zeitung zitiert Wolfgang Preuß, den Chef des Regionalverbandes Altenburger Land der Kleingärtner: „Das ist einfach schlecht recherchiert. Für mich stellt dies eine pauschale Diskriminierung aller Altenburger Kleingärtner dar. Ich empfinde solche Worte als öffentliche Herabwürdigung des Ehrenamts, das die Kleingärtner in unserer Stadt hundertfach engagiert leisten.“ Und weiter: „Wir haben allein in Altenburg 68 Kleingartenanlagen mit rund 3500 Kleingärten. Damit greifen Klebers Worte rund 7000 Kleingärtner direkt an.“

Laut Kleber fuße seine Bemerkung über die Reporter auf einem Artikel in der Zeit vom 9. Februar, so der „heute journal“-Anchorman zum Tagesspiegel: „Wir sind nach Altenburg gefahren. Drei Eindrücke vorweg. Erstens: Schon bei der Einfahrt des Zuges fallen d, die über einer Schrebergartenanlage flattern. Einträchtig nebeneinander: die schwarz-rot-goldene und die schwarz-weiß-rote des Deutschen Reichs.“

Vorwürfe der Fremdenfeindlichkeit unter den Kleingärtnern weist Preuß gegenüber der Ostthüringer Zeitung zurück – bereits im März 2015 hätte der Verband seine Arbeit unter das Motto „gemeinsam gärtnern-gemeinsam leben“ gestellt. Der Osterländer Zeitung zeigte er sich zudem gesprächsbereit: „Ich wäre jederzeit bereit, in einem persönlichen Gespräch mit Herrn Kleber die Sachlage detailliert darzulegen“, so Preuß gegenüber dem Regionalblatt.

„Eine Einladung zu einem Gespräch via Stafanzeige ist mir allerdings bisher noch nicht begegnet“, so Kleber zum Tagesspiegel. „Dem Herrn Vorsitzenden hätten kürzere und freundlichere Wege offen gestanden. Das ZDF verfügt über eine Post-Adresse und einen Briefkasten.“ Dass „wir Kritik an unseren Sendungen dauernd bekommen“ sei aber eine gute Sache. „Oft ist sie konstruktiv und hilfreich. Und selbst dann, wenn sie heftig und manchmal sogar böse formuliert ist, stelle ich immer wieder fest, dass eine sachliche Antwort einen überraschend erfreulichen Dialog einleiten kann.“

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige