Die Dame ist in der Vermarktung ein Ass: Axel Springer schickt Revival der Illustrierten in Serie

Mediahouse-Chefin Petra Kalb, Herausgeber Christian Boros, Zeitschriften-Revival: Die Dame weckt Begehrlichkeitlichkeiten im Luxussegment
Mediahouse-Chefin Petra Kalb, Herausgeber Christian Boros, Zeitschriften-Revival: Die Dame weckt Begehrlichkeitlichkeiten im Luxussegment

Die Neu-Interpretation der in den 1920er Jahren erfolgreichen Illustrierten Die Dame sollte eigentlich ein einmaliges Revival sein. Nun aber hat der dahinterstehende Axel Springer Verlag noch vor dem Erstverkaufstag angekündigt, das Heft in Serie zu schicken. Der Vermarktungserfolg habe positiv gestimmt, so die Macher. Zukünftig soll das "superanaloge" Frauenmagazin halbjährlich erscheinen.

Anzeige

Es ist ein Stück Mediengeschichte aus der Weimarer Zeit, das der Axel Springer Konzern zurück an den Kiosk bringt. Über ein Jahr lang haben die Macher der Konzerntochter Axel Springer Mediahouse an der Wiederbelebung 1911 gegründeten und in den zwanziger Jahren erfolgreichen Frauenzeitschrift Die Dame gearbeitet und den Klassiker neu interpretiert. Ab dem 2. März soll sich die Revival-Ausgabe (Auflage 50.000 Exemplare, Copypreis 15 Euro), die unter redaktioneller Leitung der Journalistin Lena Bergmann und Herausgeber Christian Boros entstanden ist, bei den Leserinnen beweisen – eine Aufgabe, die auf der Vermarktungsseite offenbar bereits erfüllt ist.

Anzeigenkunden scheinen vom neuen Magazin, das der Verlag am heutigen Montag vorstellte, überzeugt. Das Feedback aus dem Vermarktungsgeschäft habe „überrascht“, wie Petra Kalb, Geschäftsführerin der verantwortlichen Verlagstochter Axel Springer Mediahouse, bei der Präsentation am heutigen Montag erklärte. 50 der fast 300 Seiten sind mit Anzeigen (Listenpreis pro Seite: 25.000 Euro) bedruckt. Es ist ein Ergebnis, das durchaus positiv stimmt und Lust auf mehr macht. Noch vor EVT ist klar: Die Dame soll keine einmalige Sache bleiben, sondern in Serie gehen. Eine Ausgabe für Herbst 2017 sei bereits in Planung, heißt es, zukünftig will man die neue Dame zwei Mal pro Jahr verlegen.

Die Premierenausgabe wurde bereits seit längerem erwartet. Ursprünglich sollte das Heft bereits im Herbst 2016 am Kiosk liegen. Die Nachfrage aber sei so groß gewesen, dass man das Projekt ausgebaut habe. Neben dem Heft erscheint auch eine Sonderedition in Buchform.

Haptisch wie inhaltlich will die Dame mit dem Bedürfnis nach Entschleunigung und der Wertschätzung hochwertigen Print-Journalismus‘ überzeugen. Auf den 292 redaktionellen Seiten wird mit vier verschiedenen Sorten Papier gearbeitet. Für die Dame geschrieben haben namhafte Autoren wie Maxim Biller mit einer Kurzgeschichte, Helene Hegemann, Antonia Baum genauso wie Autoren aus dem eigenen Hause. Neben der Kurzgeschichte von Biller sticht auch die Arbeit des Welt-Feuilleton-Chefs Andreas Rosenfelder hervor, der gemeinsam mit seiner Ehefrau die „neue deutsche Traumnovelle“ geschrieben hat. Eine Hommage an die „Traumnovelle“ von Arthur Schnitzler, der einige Kapitel in der Dame erstveröffentlichte. Das Cover stammt vom Künstler Thomas Ruff, der im Heftinnern eine Reihe historischer Porträtaufnahmen beisteuerte und aus diesen Arbeiten den Titel gestaltete.

Den Verkaufsstart der Neuauflage begleitet Axel Springer mit zahlreichen Werbemaßnahmen, unter anderem in den hauseigenen Tageszeitungen der Welt-Gruppe. Hinzu kommen Außenwerbung sowie Social-Media-Kampagnen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige