„Democracy Dies in Darkness“: Der neue Slogan der Washington Post ist ein starkes Anti-Trump-Statement

Washington Post-Eigner Jeff Bezos: "Democracy Dies in Darkness"

Werbe-Slogans sind seit jeher ein guter Indikator für gesellschaftliche Strömungen und Veränderungen. So gesehen, ist der neue Claim der Washington Post ein eindeutiges Statement der Zeitung. Er lautet: „Democracy Dies in Darkness“. Die Botschaft ist klar: Die Journalisten sehen sich offenbar in der postfaktischen Trump-Ära als eine der letzten Verteidigungslinien von Freiheit und Demokratie.

Der Slogan spiegelt zudem die Situation und das aktuelle Selbstverständnis vieler US-Journalisten. Sie befinden sich in einem Land, das einen Präsidenten hat, der den Medien den Krieg erklärt hat, faktisch richtige Berichterstattung als Fake-News bezeichnet, selbst alternativen Fakten verbreitet und dessen Popularität trotzdem noch nicht massiv einbricht. Gleichzeitig steigen die Abo-Zahlen der großen Qualitätsmedien, die sich kritisch mit Donald Trump auseinander setzen.

Der neue Slogan wurde erstmals im neuen Snapchat-Angebot der Zeitung entdeckt. Auf Nachfrage der New York Times verriet der Konkurrent aus der Hauptstadt, dass der Claim in der nächsten Zeit immer häufiger eingesetzt werden soll. Er basiert auf einem Satz des Verlegers Jeff Bezos, der diesen während einer Rede im Newsroom der Washington Post verwendete. Seitdem wurde die Phrase intern zu einer Art Mission-Statement der Redaktion. Jetzt soll er auch nach Außen hin zu einem Leitgedanken des Medienhauses werden.