Zeitschriften-Anzeigenmarkt im Januar: Supplement rtv überholt BamS, Spiegel, stern und setzt sich an Spitze

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Überraschung an der Spitze der Nielsen-Auswertung zu den Brutto-Anzeigenumsätzen der deutschen Publikumszeitschriften: Das TV-Programm-Supplement rtv West führt nun vor dem stern und dem Spiegel. 9,65 Mio. Euro setzte es im Januar laut Nielsen um. Die Zahlen sind allerdings noch etwas mit Vorsicht zu betrachten, rtv kam z.B. mit einer Ausgabe mehr als vor einem Jahr in die Wertung.

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Um es direkt vorweg zu schicken: Die Nielsen-Zahlen eines einzelnen Monats sind bei den Zeitschriften immer mit etwas Vorsicht zu genießen. So erscheinen wöchentliche Magazine in einem Monat mit vier, in einem anderen mit fünf Ausgaben – ein direkter Vergleich wird dadurch stark beeinflusst. Betroffen davon ist diesmal z.B. der Focus, dessen 28,2%-Minus nicht so dramatisch aussieht, wenn man bedenkt, dass im Januar 2017 eine Ausgabe weniger erschien als im Januar 2016. Ein 20%-Minus wäre damit schon aufgrund dieser Tatsache normal.

Spitzenreiter rtv hingegen kam mit einer Ausgabe mehr als vor einem Jahr in die Wertung – nämlich mit fünf. Der Vergleich mit stern und Spiegel wird dadurch aber runder, denn auch diese beiden Magazine wurden von Nielsen im Januar fünfmal erfasst. Dick im Plus befinden sich in der Top 25 auch noch die Bunte und prisma. Bei der Bunten ist das Plus „echt“, prisma hingegen erschien ebenso wie rtv einmal mehr als im Januar 2016. Dick im Minus befanden sich im Januar – bei vergleichbarer Ausgaben-Anzahl – die Gala, die Auto Bild und die Sport Bild.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2017: Top 50 Publikumszeitschriften*
Umsatz brutto 2017 vs. 2016
Januar absolut in %
1 rtv Ausgabe West 9,65 1,90 24,6
2 stern 9,06 -0,70 -7,2
3 Der Spiegel 8,07 -0,26 -3,2
4 Bild am Sonntag 7,99 -0,20 -2,4
5 Brigitte 6,29 0,01 0,1
6 Die Zeit 5,90 0,68 13,1
7 freundin 5,38 0,73 15,6
8 Bild der Frau 5,27 -0,12 -2,2
9 prisma Gesamt West 5,13 0,56 12,1
10 Bunte 5,13 0,96 23,0
11 Focus 4,91 -1,93 -28,2
12 TV Digital 4,23 -0,51 -10,8
13 auto motor und sport 4,19 -0,01 -0,2
14 Auto Bild 3,47 -0,60 -14,7
15 rtv Ausgabe Ost 3,45 0,36 11,6
16 prisma Gesamt Ost 3,31 0,74 28,9
17 Hörzu 3,27 -0,16 -4,7
18 TV Spielfilm 3,25 -0,22 -6,5
19 InStyle 3,11 0,24 8,4
20 tv14 2,96 0,02 0,5
21 Gala 2,93 -0,52 -15,0
22 Cosmopolitan 2,91 0,09 3,0
23 TV Movie 2,73 -0,16 -5,6
24 tina 2,72 0,38 16,4
25 Sport Bild 2,62 -0,36 -12,1
*und Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 verlieren WirtschasftsWoche und Computer Bild auf den ersten Blick am deutlichsten. Während bei der WiWo wie beim Focus allerdings eine Ausgabe weniger in die Wertung kam und damit ein deutlich kleineres Minus unter einer vergleichbareren Bilanz stände, liegt die Computer Bild tatsächlich 30,7% unter ihren Vorjahres-Zahlen. Die Ausgabe 2/2017 erreichte sogar 44,2% weniger Brutto-Werbeumsatz als die entsprechende Ausgabe 2/2016. Ein „echtes“ dickes Plus verzeichnen die Freizeit Revue und Lisa – zwei der großen Januar-Gewinner.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2017: Top 50 Publikumszeitschriften*
Umsatz brutto 2017 vs. 2016
Januar absolut in %
26 Für Sie 2,32 -0,01 -0,6
27 Wirtschaftswoche 2,26 -0,77 -25,5
28 Vogue 2,23 0,08 3,6
29 Superillu 2,21 0,33 17,8
30 Elle 2,16 -0,29 -11,7
31 Glamour 2,15 0,15 7,5
32 Zeitmagazin 1,99 0,19 10,7
33 Schöner Wohnen 1,98 -0,13 -6,3
34 Landlust 1,92 -0,09 -4,4
35 Apotheken Umschau A 1,87 0,27 16,9
36 GQ 1,83 -0,08 -4,3
37 c’t magazin für computer technik 1,83 -0,23 -11,2
38 tv Hören und Sehen 1,80 -0,04 -1,9
39 Freizeit Revue 1,63 0,35 27,5
40 Apotheken Umschau B 1,57 -0,22 -12,4
41 auf einen Blick 1,55 0,16 11,3
42 Computer Bild 1,46 -0,65 -30,7
43 Lisa 1,40 0,31 28,5
44 Yacht 1,37 0,01 1,0
45 Maxi 1,37 0,18 14,9
46 Playboy 1,30 -0,09 -6,5
47 myself 1,27 -0,25 -16,4
48 Joy 1,27 -0,13 -9,3
49 Petra 1,26 -0,08 -6,2
50 Geo 1,25 -0,05 -3,6
*und Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro
Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

AnmerkungWie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel bzw. Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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