Trumps Umfragewerte sind bei weitem nicht so schlecht, wie man nach dem verheerenden Medienecho meinen könnte

Umfragen zeigen: Donald Trump laufen seine Wähler trotz chaotischer Amtsführung nicht davon
Umfragen zeigen: Donald Trump laufen seine Wähler trotz chaotischer Amtsführung nicht davon

Das Tempo an Entgleisungen, Skandalen und Fehltritten, das die neue US-Regierung unter Donald Trump vorlegt, ist atemberaubend. Medien kommen kaum noch nach mit der Berichterstattung und schon liefert Trump neues Material, um sich aufzuregen oder über ihn lustig zu machen oder beides. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass große Teile der US-Bevölkerung über Trumps bisherige Amtsführung entsetzt sein könnten. Schaut man sich aber aktuelle Umfragen an, ist dies ganz und gar nicht der Fall.

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Donald Trumps Pressekonferenz vergangene Woche war großes Kino für die Medien. Trump beschimpfte Journalisten, machte sich über Fragen lustig, wusste offenbar nicht, was der Congressional Black Caucus ist (eine Organisation, die afro-amerikanische Mitglieder des US-Kongresses vertritt), warf mit falschen Zahlen um sich, sprach mit verteilten Rollen und lobte sich selbst über den grünen Klee. Journalisten und Late-Night-Komiker dürften noch einige Wochen brauchen, bis das Material dieser Pressekonferenz zur Gänze aufgebraucht ist und da legte Trump auch schon wieder nach. Seine dahingeworfene Aussage, dass da irgendwas Schlimmes in Schweden passiert sei, sorgte erneut für einen Sturm an Berichterstattung und Witzen.

Von einer Sache liest man aber gerade auch in deutschen Medien erstaunlich wenig: Was sagen eigentlich aktuelle Umfragen darüber, wie Trump bei der Bevölkerung ankommt? Sucht man bei Google nach Meinungsumfragen zu Trump, bekommt man vor allem Meldungen über eine Gallup-Umfrage, die Trump kurz vor seiner Amtseinführung eine Zustimmung von nur 45 Prozent bescheinigte, ein historisch schlechter Wert. Aber ist ein Zustimmungswert von etwas unter 50 Prozent wirklich so schlecht, wenn man bedenkt, mit welcher Frequenz negative Nachrichten über Trump verbreitet werden?

Und wie haben sich Trumps Umfrageergebnisse seit seiner Amtseinführung entwickelt? Ein Blick auf die Website Real Clear Politics gibt Aufschluss. Die aktuellste Umfrage ist wieder eine vom Meinungsforschungsinstitut Gallup vom 18. Februar, die den Zustimmungswert für Trump nun nur noch bei 41 Prozent sieht. 55 Prozent sind demnach mit seiner Amtsführung unzufrieden. Zieht man aber andere Umfragen in Betracht und errechnet darauf den Durchschnittswert, dann  kommt Trump immerhin auf 45 Prozent Zustimmung und „nur“ 50,2 Prozent Ablehnung.

Quelle: Real Clear politics

Das sind schlechte Werte aber sie sind nicht so schlecht, wie man nach der Berichterstattung meinen könnte. Immerhin hatte Trump ja auch die Popular Vote bei der US-Wahl verloren, er hatte also nach absoluten Zahlen weniger Stimmen als seine Gegnerin Hillary Clinton. Die aktuellen Umfragen spiegeln demnach unverändert das Bild einer gespaltenen Nation: Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung lehnt Trump ab, knapp die Hälfte findet ihn gut. Seine chaotische Amtsführung hat offenbar nicht dazu geführt, dass Trumps Wähler entsetzt sind, sich getäuscht fühlen oder sich in Scharen von ihm abwenden.

Noch erstaunlicher sind die Umfragen, wenn nach der Zufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik Trumps gefragt wird. Hier sind im Durchschnitt der Umfragen 45,7 Prozent zufrieden mit Trumps Amtsführung und 40,7 Prozent unzufrieden.

Quelle: Real Clear Politics

Bei der Außenpolitik freilich zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Mit der Außenpolitik des Präsidenten Trump sind nur 40,2 Prozent zufrieden und 51,8 Prozent unzufrieden.

Quelle: Real Clear Politics

Trotzdem: Dem Medienecho nach zu urteilen, müsste der Wert der Unzufriedenen ungleich höher sein. Könnte es sein, das die Medien immer noch nicht begriffen haben, dass die Wähler Trumps eine komplett andere Sicht auf diesen Präsidenten haben als sie selbst? Trumps Pressekonferenz wurden von allen etablierten Medien als skandalös und bizarr empfunden. Real Clear Politics schreibt in einer Analyse der Pressekonferenz: „Wenn es eine Lehre gibt, die man aus Präsident Trumps erster Pressekonferenz vom Donnerstag ziehen kann, dann diese: Der Präsident wird weitere abhalten. Er hat es geliebt und Amerikaner, die für Trump gestimmt haben, haben es möglicherweise auch genossen. Und darum ging es.“ Die Pressekonferenz war also womöglich gar nicht für die Medien oder die Gegner Trumps inszeniert, sondern für seine Anhänger. Und die waren womöglich höchst zufrieden mit der Art und Weise, wie Trump die Medien vorführte und sich weigerte, nach traditionellen Regeln zu spielen.

Stellen wir uns doch mal vor, welchen Deutschen wir als potenziellen Trump-Sympathisanten vor Augen haben könnten. Wie wäre es mit Matthias Matussek? Wie fand der eigentlich die Pressekonferenz Trumps:

Trump war mit der Ansage angetreten, eben nicht nach den Regeln des Establishments spielen zu wollen. Dass er sich an genau diese Ansage hält, irritiert seine Anhänger offensichtlich weitaus weniger als die Medien, die – ob sie es gerne hören oder nicht – Teil eben jenes Establishments sind, das Trump und seine Anhänger verachten.

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Alle Kommentare

  1. @Stefan Winterbauer 21.02.2017 um 14:11:
    >>So wie Trump das gesagt hat – „what happened last night in Sweden“<<

    Das hat er halt nicht gesagt. Er hat gesagt:
    "You look at what's happening in Germany, you look at what's happening last night in Sweden…".

    Einfach die Fakten berichten und nicht was anderes.

    1. Erwischt, ich hatte das aus dem Kopf zitiert. Er hat also statt „happened“ gesagt „what’s happening“. Und was macht das Ihrer Meinung nach für einen Unterschied?

      1. „What happened last night in Sweden“ würde zweifelsfrei bedeuten: „was letzte Nacht in Schweden passiert ist“. „You look at what’s happening in Germany, you look at what’s happening last night in Sweden…“ eher „Schaut Euch doch an, was in Deutschland vorgeht, schaut Euch letzte Nacht an, was in Schweden vorgeht“. Ist kein korrektes Englisch, ist auch kein korrektes Deutsch, läßt aber immerhin die Interpretation zu, dass er das gemeint hat, was er hinterher sagte, dass er sich nämlich auf einen Fernsehbericht vom Vorabend bezieht.

  2. Eine Ironie unserer Zeit, dass man gerade auf einem Medien Journal einen ausgewogenen Artikel über Trump findet. In den gesamten klassischen Print Blätter rutscht das höchstens mal bei einem Kollumnisten durch, ansonsten erreicht die einseitige Berichterstattung schon absurde Züge. Lese euch eigentlich nur wegen den Medien-Welt Insights, von daher danke, dass ihr euch traut!

  3. Donald Trump ist absolut perfekt. Als Feindbild

    – Amerikaner
    – Milliardär und Unternehmer
    – weiss (!)
    – 1,91
    – nicht so hässlich wie Martin Schulz
    – Republikaner
    – rechts-konservativ

    Kann man sich als ideales Feindbild mehr wünschen? The Donald is our best enemy.

    1. Sie haben noch heterosexuel und vor allem (nach heutigen Verhältnissen) kinderreich vergessen. 😀

      PS das er ne Frau hat, welche verdammt gut ausschaut, die aber nicht den Anschein erweckt, eine neue Betty Friedan zu werden, dürfte ihm auch angelastet werden. ^^

  4. Das Problem des moralischen Nanny-Journalismus setzt sich weltweit fort.
    Die Clinton mit ihrem gleichgeschalteten Hetzmedien ist in den USA genauso verhasst, wie die Systempresse in Deutschland.
    Dabei bietet man doch bloß ein Produkt an, welches eine Zielgruppe bedienen soll.
    Die Selektive Wahrnehmungsblase funktioniert für alle. Ein herbeigeredeter Systemmeltdown der Amerikanischen Verfassung kann Trump wohl kaum schaden. Am Ende werden auch die Kreise Trump um hartes Durchgreifen bitten, die sich bisher noch über ihn lustig gemacht haben. Wer will schon einen Bürgerkrieg riskieren um weiter gegen den amerikanischen Präsidenten hetzen zu dürfen.

  5. „Könnte es sein, das die Medien immer noch nicht begriffen haben, dass die Wähler Trumps eine komplett andere Sicht auf diesen Präsidenten haben als sie selbst?“ Was wollen Sie mir mit diesem Satz mitteilen? Dass man Trump für seine Ausfälle nicht kritisieren soll oder sie als solche benennen soll, weil seine Wähler ihn nun mal gut finden? Häh? Soll ich Putin geil finden, weil die Russen ihn gut finden? Und Fußball spielen statt Handball, weil Fußball besser ist, da ja mehr Leute Fußball spielen? Aber um Ihre Frage zu beantworten: Die Medien haben das begriffen. Und dass Trump seine Anhänger damit bedient, auch. Sollen sie deswegen drüber hinwegsehen, wie ein Präsident sie mit Lügen der Lüge bezichtigt, und demütig sein, wie Stephen Bannon es fordert, und still sein?
    „Trump war mit der Ansage angetreten, eben nicht nach den Regeln des Establishments spielen zu wollen. Dass er sich an genau diese Ansage hält, irritiert seine Anhänger offensichtlich weitaus weniger als die Medien, die – ob sie es gerne hören oder nicht – Teil eben jenes Establishments sind, das Trump und seine Anhänger verachten“. Diese abschließende Analyse wäre nach Trumps erster Pressekonferenz möglicherweise bahnbrechend gewesen, nach einem Monat Regierungszeit wirkt sie etwas aus der Zeit gefallen. Könnte es sein, dass Sie die Medien reichlich unterschätzen?

    1. Die Medien machen ihren Job. Es ist freilich nicht leicht, bei dem ganzen Material an Skurrilitäten, die Trump liefert, ihn nicht als Witzfigur zu sehen. Nur seine Anhänger sehen ihn vermutlich ganz und gar nicht so. Es sind verschiedene Sichtweisen. Die Journalisten sehen einen Soziopathen, bzw. gefährlichen Irren im Weißen Haus. Einen, der keine Ahnung hat, was der Nuclear Triad ist oder der Congressional Black Caucus. Trumps Anhänger sehen einen, der endlich sagt, was Sache ist und sich nicht von den liberalen Intellektuellen auf der Nase herumtanzen lässt. Die Medien müssen sich schon an Trump abarbeiten, das verstellt aber oft den Blick dafür, dass die Medien den Kontakt zur Trump-Basis offenbar verloren haben. Wie das aufzulösen ist, ob das überhaupt aufzulösen ist, weiß ich auch nicht.

      1. Es mag die eine oder andere echte Skurrilität ja geben. Aber eine Menge Skurrilitäten werden auch von den Medien ganz einfach erfunden oder völlig auffgeblasen bzw. nachgeschobene Erklärungen für sie ignoriert. Ich nehme einmal als Beispiel „daß da irgendwas Schlimmes in Schweden passiert sei“ aus Ihrem Text. Trump hat relativ schnell klargestellt, was er mit seiner unglücklichen Formulierung meinte, nämlich einen TV-Beitrag über Ami Horowitz und seinen Dokumentarfilm über Schwedens Einwanderungspolitik. Das hätten Sie eigentlich wissen müssen, lassen es aber einfach weg. Jaja, war halt eine weitere Skurrilität dieses merkwürdigen Präsidenten.

        Natürlich zeigt Trump a) ein rhetorisches Minustalent und b) nicht nur ganz selten eine gewisse Rüpelhaftigkeit… aber viele US-Amerikaner durchschauen natürlich die Verwendung dieser rhetorischen Unbeholfenheiten und Rüpeleien Trumps durch die US-Medien, um das von Trump eigentlich Gemeinte ins Absurde zu verdrehen oder sonstwie miszurepräsentieren.

      2. So wie Trump das gesagt hat – „what happened last night in Sweden“ – war das aber nur so zu verstehen, dass er ein singuläres Ereignis meint. Dass dabei im Kontext seines sonstigen Geredes jeder an einen Anschlag denkt, ist nicht verwunderlich. Das Problem ist glaube ich, dass er einfach so dahersagt, was ihm in den Sinn kommt, bzw. was er kurz zuvor bei Fox News gesehen hat. Das ist für einen Staatsmann natürlich „unkonventionell“.

      3. Viele Trumpwähler haben reale Probleme, die Wut ist irgendwie verständlich, aber die Analyse der Lage stimmt nicht, damit können Trumps Lösungsvorschläge nichts taugen, das gilt eigentlich auch für die Lösungsvorschläge der Republikaner.
        Selbst hier hat man etliche Berichte über die Probleme in den USA gelesen und gesehen, selbst vor der Wahl wurde es nicht ignoriert, ich erwähne mal eine Dokumentation von Markus Lanz oder das Sachbuch „Die Abwicklung“.
        Ich kann mich daran erinnern, dass im ZDF der Moderator in der US-Wahlnacht die Reporter in den USA ganz am Anfang der Sendung gefragt hatte, wer nun gewinnt. Viele haben da auf Trump getippt, darunter auch Kleber. Kann man mal recherchieren. So falsch lag das Bauchgefühl der Reporter nicht.
        Wenn man es böse auf den Punkt bringt, USA spüren nun die Folgen von Reagans neoliberaler Politik, die von Clinton und Bush fortgesetzt wurde.

      4. Mehr Fakten, weniger Meinung. Möglicherweise fehlt es an Zeit, Probleme ausführlich zu beleuchten. Manche Probleme lassen sich nicht ohne Sprechblasen zackig-knackig in einen 3-Minuten-Beitrag erklären, wenn die Leser/Zuschauer kein Vorwissen haben.
        Ansonsten sollte der Spruch gelten: Es gibt ein Recht auf eine eigene Meinung, aber kein Recht auf eigene Fakten.

  6. https://zettelsraum.blogspot.de/2017/02/miszelle-trump-und-schweden-eine-kleine.html

    Präsident Donald Trump weiß besser was in Schweden los ist als die MSM und die
    Politiker hier wie dort.

    An den linken MSM kann man beobachten wie gleich geschaltet alle sind.
    Nur in den USA gibt es auch noch konservative Medien, wie Fox News.
    Hier bei uns in Deutschland fehlt das.
    Wir brauchen dringend, ganz dringend einen konservativen TV-Sender.
    Das Gehetze gegen Trump kann ich nicht mehr hören und sehen.
    Widerlich und langweilig.

  7. http://opposition24.com/obama-vorsitz-mitglieder-anti/302363

    Das ist der feine Herr Barak HUSSEIN Obama, der zusammen mit Linken
    und Moslems nun eine Anti-Trump-Bewegung führt. Das hat es noch nie gegeben.
    Der sollte sich was schämen.
    Der gute Donald Trump braucht Nerven um den radikalen linken Sumpf zu
    beseitigen. Aber niemand anders könnte es. Der Typ hat Nerven.
    Ich wünsche ihm unter anderem einen langen Atem.
    Und er sollte sich von all den linken Medien nicht fertig machen lassen.

  8. Was erwarten Sie Herr Winterbauer? Die USA sind ein gespaltenes Land. Seit 1988 hat kein Präsident, weder Republikaner noch Demokrat, mehr als 53% der Popular Vote geholt. Es gibt in den USA wenig Wechselwähler. Bevor sie sich von Trump verabschieden muss schon der Weltuntergang passieren.
    Das Problem der Demokraten war, dass sie a) keine Wähler mobilisieren konnten und b) Trump über seine Anhänger hinaus Stimmen geholt hat. Diesen Ast sägt er sich gerade ab. Aber trotzdem werden ihn 40%+ immer folgen egal was er tut, weil das nun mal so ist, wie es in den USA läuft.

  9. „Könnte es sein, das die Medien immer noch nicht begriffen haben, dass die Wähler Trumps eine komplett andere Sicht auf diesen Präsidenten haben als sie selbst?“

    Könnte es sein Herr Hinterbauer, das sie damit das unschöne Wort „Lüxxxpresse“ umschreiben wollen?

    Ja, US-Bürger haben Internet, genau wie wir… die wissen auch alle, was in Schweden passiert ist… was da jeden Tag passiert!
    Das gleiche passiert auch in London, Paris, Berlin, Köln, München, Hamburg, Wien…überall in Europa!
    http://www.wiedenroth-karikatur.de/KariAblage201702/20170217_Qualitaetspresse_Luegenpresse_Gewalt_Paris_Migranten_Islam.jpg

    Btw. Bewundernswert, wie sie hier Tag für Tag ihren gut bezahlen Job als „gleich geschalteter Systemjournalist“ gefährden, um die Leser über „alternative Standpunkte“ zu informieren…

    Aber nicht übertreiben, sonst heißt es bald: Mit dem Rad zum Arbeitsamt!

  10. Außenpolitisch war Obama glücklos, die Wirtschaft aber brummt, Frau Susanne,
    eine Arbeitslosenquote von derzeit 4,9 % ist kaum Ausdruck eines desolaten Wirtschaftszustands – das ist nahezu Vollbeschäftigung -, aber wahrscheinlich fake news.

    1. Die echte Arbeitslosenquote beträgt ca 23 Prozent. Das ist die Messmethode, die noch zur Reagan-Ära verwendet wurden. Die Inflationsrate beträgt nach ebenfalls historischen Messverfahren ca 6 Prozent. Quelle jeweils http://www.shadowstats.com

      Ehrlicher sind die Zahlen zu den Food Stamps Beziehern. Sie liegt bei deutlich über 40 Millionen.

  11. Die Medien überschlagen sich bei der Berichterstattung in der negativen Darstellung von Trump. Was ist, wenn er Erfolg hat? Die Medien stellen sich gern als vierte Macht dar, statt Berichterstattung übt man sich in Meinungsmache. Vielleicht haben die Menschen das einfach satt, gesagt zu bekommen, was gut und was richtig ist. Trump ist in den Augen der Bildungselite – und dazu zählen die Journalisten – eine einzige Beleidigung für alle Werte. Für den Mann auf der Straße ist er aber die Abrechnung mit dem System, einer der sich was traut, der sagt was er denkt. Ob das für Amerika der richtige Weg ist, wer weiß? Er setzt um, was er im Wahlkampf versprochen hat: keine Muslime ins Land, eine Mauer gegen unerwünschte Einwanderung aus Mexiko und und und. Man kann ihm also nicht vorwerfen, dass er seine Wahlversprechen verrät. Er wird noch für manch einen Aufschrei in der Presse sorgen. Aber er ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Das sollten sich die Journalisten in Erinnerung rufen, ehe sie ihn zur Witzfigur machen und jeden Tag andere Wunschträume ersinnen, wie man ihm aus dem Amt entfernen könnte. Sollte er Erfolg haben, Arbeitsplätze schaffen, mehr Geld eintreiben für die Schutzfunktion der Amerikaner innerhalb der Nato, die Infrastruktur in Amerika verbessern, dann schließe ich nicht aus, dass er nach vier Jahren erneut gewählt wird als Präsident, der dem amerikanischen Volk dient. Wir in Europa werden uns dann vielleicht noch wünschen, einen amerikanischen Pass zu besitzen, müssen wir uns doch mit den Problemen der Welt rumschlagen, Problemen, die teilweise die Amerikaner angezettelt haben. Nein, ich mag Donald Trump nicht – aber er konfrontiert uns in vielen Dingen mit der Realität. Und die sieht Dank Trump für uns in Europa nicht rosig aus. Deutschland wird sich neu aufstellen müssen, denn jetzt werden Kräfte entfesselt, die – ähnlich wie der Brexit- schwer voraussehbar und steuerbar sind. Hoffen wir auf die Vernunft der Wähler, der Politiker und ganz besonders auch der Medien, die gerade jetzt eine wichtige Funktion haben – nämlich Themen zu versachlichen.

  12. Man muss sehen, in welch desolatem Zustand der „Nobelpreisträger“ Obama die USA sowohl wirtschaftlich als auch außenpolitisch hinterlassen hat.

    Da wird Trump noch einige Zeit benötigen um die Trümmer zu beseitigen und das Land wieder aufzurichten.

    Dies wird hier nach dem Fall der Regierung Merkels wohl nicht anders aussehen.

    1. Obama hat das beste gemacht, was er konnte, sicherlich war nicht alles perfekt, zur Sanierung der maroden Infrastruktur hätte er die Stimmen der Republikaner gebraucht. Er war ein guter Präsident, sowohl außenpolitisch (Iranabkommen/ Versöhnung mit Kuba) als auch innenpolitisch (Obamacare/Dodd-Frank-Act/Klimavertrag von Paris).

  13. Die US Medien kommen nicht mehr hinterher die Lügen aufzudecken und mit Fakten zu belegen oder zu widerlegen und es scheint sie sind gelähmt vor „Unverschämtheiten“ die Trump nahezu täglich rausposaunt zur Begeisterung seiner Wähler. Als „legal alien“ bekommt man es mit der Angst zu tun, denn die gefühlte knappe Mehrheit der Menschen hier glauben, dass die Medien die Bösen, die Beleidigten, die Lügner sind. Es ist höchst beunruhigend und bisher haben die Medien keinen Zugang gefunden zu den Anhängern von Trump. Sie sprechen einfach nicht ihre Sprache! Deutschland sollte schleunigst davon lernen im Wahljahr.

  14. Wahrscheinlich müssen manche Wähler erst spüren, dass Trump den Ast absägt, auf dem sie sitzen. Es sind meist die weniger Gebildeten, die Trump gewählt haben und wahrscheinlich nicht die Konsequenzen von Trumps Politik erahnen, weil es so kompliziert ist, weil sie keine Zeitungen mehr lesen.

    Was passiert, wenn es zu einem wirtschaftlichen Abschwung kommt? Was passiert, wenn Obamacare abgeschafft wird? Was passiert, wenn Trump die USA in einen Krieg mit dem Iran führt? Was passiert, wenn wieder Banken gerettet werden müssen, weil Dodd-Frank abgeschwächt wurde?
    Viel Spaß mit der Wut, die dann entsteht.

      1. Reicht ja schon, wenn manche verstehen, wie sehr sie von Obamacare profitiert haben.
        Trump sorgt für Unsicherheit, das ist eigentlich Gift für Investitionen, wie soll das gut für die Wirtschaft sein?

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