Vom SWR zum RBB: Martina Zöllner übernimmt neuen Programmbereich „Doku und Fiktion“

„Das ist eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle“: Martina Zöllner übernimmt neuen Programmbereich „Doku und Fiktion“ beim rbb
"Das ist eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle": Martina Zöllner übernimmt neuen Programmbereich "Doku und Fiktion" beim rbb

Der SWR verliert seine Film- und Doku-Filmchefin Martina Zöllner an den RBB: Martina Zöllner (55) leitet vom 1. Juni an den neu geschaffenen Programmbereich "Doku und Fiktion" im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Im neuen Programmbereich führt der RBB seine bislang getrennt arbeitenden Abteilungen "Film" und "Dokumentation und Zeitgeschehen" sowie seine arte-Redaktion zusammen.

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Nach dem überraschenden Abgang von Programmdirektorin Claudia Nothelle beim RBB stellt sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg an der Spitze personell weiter neu auf. Martina Zöllner leitet vom 1. Juni an den neu geschaffenen Programmbereich „Doku und Fiktion“. Sie wechselt vom Südwestrundfunk (SWR) zum RBB, wo sie zuletzt die Hauptabteilung „Film und Doku“ leitete. Das gab der RBB nun in einer Pressemitteilung bekannt.

Martina Zöllner, geboren im Juli 1961 in Speyer, arbeitete nach ihrem Studium der Germanistik und Anglistik an der Freien Universität Berlin als freie Journalistin und Autorin für verschiedene Fernsehkulturmagazine der ARD, ab 1990 von Berlin aus regelmäßig für den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Mit der Fusion von SDR und SWF übernahm sie die Redaktion Kulturdokumentationen des SWR in Baden-Baden. 2011 wurde sie Kulturchefin Fernsehen; seit 2013 war sie Leiterin der Hauptabteilung „Film und Kultur“ und zuletzt Hauptabteilungsleiterin „Film und Doku“.

Zöllner initiierte in ihren unterschiedlichen Funktionen zahlreiche neue Formate und große Reihen, etwa „Deutsche Lebensläufe“ (in Kooperation u. a. mit dem RBB), „Was war links?“ oder die Dokumentationsreihe „Deutschland, deine Künstler“. „Martina Zöllner zeichnet sich nicht nur durch ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit etablierten Regisseuren und Autoren aus, sondern legt auch großes Gewicht auf die Förderung junger Talente.“, so RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. „Mit Martina Zöllner machen wir aus dem RBB einen Sender der neuen dokumentarischen und fiktionalen Formate; relevante filmische Erzählungen aus dem RBB sollen im Ersten wie bei uns im ‚Dritten‘ sichtbarer werden. Drei sehr starke Redaktionen des RBB rücken dafür enger zusammen, darauf freue ich mich.“

Für Zöllner eröffnet der Wechsel in die Hauptstadt „neue Möglichkeiten und Perspektiven.“ Die Aufbruchsstimmung im Sender sei mit Händen zu greifen, das kreative Potenzial in der Hauptstadtregion sei riesig – „deshalb können wir gemeinsam mit meinen künftigen Kolleginnen und Kollegen viel bewegen. Das ist eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle.“ Darüber hinaus käme der Wechsel ihrer persönlichen Lebensplanung entgegen.

SWR-Intendant Peter Boudgoust bedauert den Weggang seiner bisherigen Filmchefin. „Martina Zöllner hat für Film, Dokumentation und Kultur im SWR Großes geleistet. (…) Unter ihrer Verantwortung entstanden viele preisgekrönte Formate und Filme wie jetzt der für den Oscar nominierte Kinofilm ‚Toni Erdmann‘ von Maren Ade.“, so Boudgoust. „Schön ist, dass Frau Zöllner trotz des für uns bedauerlichen Abschieds der ARD treu bleibt. Und natürlich habe ich Verständnis für die persönlichen Gründe ihrer Entscheidung.“

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