Burdas Tarnkappen-Browser greift Google an: Cliqz übernimmt Anti-Tracking-Anbieter Ghostery

Webbrowser Cliqz übernimmt Anti-Tracking-Entwickler Ghostery: „Wir werden die beiden Technologien zusammenführen und uns damit zu einem Technologieführer entwickeln“, so Cliqz-Co-Chef Marc Al-Hames
Webbrowser Cliqz übernimmt Anti-Tracking-Entwickler Ghostery: "Wir werden die beiden Technologien zusammenführen und uns damit zu einem Technologieführer entwickeln", so Cliqz-Co-Chef Marc Al-Hames

Mit dem Browser Cliqz will Hubert Burda Media eine Alternative zu digitalen Datenkraken wie Google bieten – der Web-Browser setzt auf Anonymität. Nun hat das Münchner Start-Up den nächsten Wachstumsschritt eingeleitet: Cliqz kauft das amerikanische Unternehmen Ghostery, das ebenfalls ein Anti-Tracking-Werkzeug entwickelt hat. Gemeinsam wolle man zum "Technologieführer" werden, heißt es gegenüber dem Handelsblatt.

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Über einen Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart. Der Zukauf solle aber bei der Internationalisierung des Geschäftes helfen: „Wir werden die beiden Technologien zusammenführen und uns damit zu einem Technologieführer entwickeln“, so Cliqz-Co-Chef Marc Al-Hames gegenüber dem Handelsblatt (kostenpflichtig).

Die Cliqz GmbH wurde 2008 unter dem Namen 10betterpages GmbH gegründet, gehört seit März 2016 mehrheitlich zu Hubert Burda Media und hat mit Firefox-Entwickler Mozilla einen namhaften Minderheitseigner. Das Besondere an dem Webbrowser: ein eigener Web-Index, der die eigens programmierte Suchmaschine unabhängig von etablierten Anbietern wie Google funktionieren lassen soll. Zudem hat das Münchner Start-Up, das mittlerweile 110 Mitarbeiter beschäftigt aber mit einem Umsatz von Null (laut Handelsblatt) immer noch als Investitionsprojekt gilt, eine Anti-Tracking-Technologie entwickelt, mit der es Nutzern ein kontrolliertes Surfen garantieren will. Dabei wird zwar nicht komplett auf die Weitergabe von Daten verzichtet, der Nutzer soll aber anonym bleiben. Firmen wie Google oder Facebook können die Nutzer beim Surfen also nicht auf Schritt und Tritt folgen – und somit wertvolle Daten für das gezielte Ausspielen von Anzeigen sammeln.

Mit der Übernahme von Ghostery werden fünf Mitarbeiter der US-Firma übernommen, inklusive der Ghostery-Technologie. „Die beiden Hauptanteilseigner der jungen Firma (…) legen sich mit ihrer Beteiligung mit einem gewichtigen Konkurrenten an“, schreibt das Handelsblatt. „Der IT-Konzern Google beherrscht bereits alle drei Felder, in die Cliqz hineingeht: den Browsermarkt, den Suchmaschinenmarkt und auch den Onlinewerbemarkt.“

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