„#ZDFcheck17“: Auch das ZDF setzt während des Wahlkampfs auf eine Anti-Fake-News-Einheit

„Damit sich die Wähler fair entscheiden können, müssen sie wissen, welche Information richtig ist und welche falsch“, so ZDF-Chefredakteur Peter Frey
"Damit sich die Wähler fair entscheiden können, müssen sie wissen, welche Information richtig ist und welche falsch", so ZDF-Chefredakteur Peter Frey

Zur Bundestagswahl startet das ZDF das crossmediale Faktencheck-Projekt "#ZDFcheck17" – ein bereichsübergreifendes Recherche-Team, das den Wahrheitsgehalt von Meldungen, die sich über soziale Netzwerke verbreiten, aber auch andere Informationen wie Politikeraussagen unter die Lupe nehmen soll. Auch der BR baut aktuell mit „BR-Verifikation“ eine Anti-Fake-News-Einheit auf, die "Tagesschau" befindet sich in der Planung.

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„Damit sich die Wähler fair entscheiden können, müssen sie wissen, welche Information richtig ist und welche falsch“, sagt ZDF-Chefredakteur Peter Frey. „Das Überprüfen von Informationen gehört seit jeher zum Kerngeschäft der ZDF-Redaktionen. Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr mit dem #ZDFcheck17 an unsere erfolgreichen Faktencheck-Formate vor Wahlen anknüpfen können.“ Bereits vor der Bundestagswahl 2013 und der Europawahl 2014 hatte das ZDF Faktencheck-Projekte aufgesetzt.

Die crossmediale Recherche-Einheit soll aus Redakteuren verschiedener Fachbereiche und mit unterschiedlichen Expertisen bestehen und den Informationssendungen sowie Online- und Social-Media-Angeboten des ZDF zuarbeiten. Darüber hinaus soll das Team in der ZDF-Nachrichtenredaktion arbeiten.

Auch der Bayerische Rundfunk (BR) stellt mit den „BR-Verifikation“-Team eine Anti-Fake-News-Einheit auf, die der bewussten Desinformation mit Faktenchecks und ausgeklügelter Software trotzen soll. „Ein wichtiger Partner ist für uns ARD-aktuell. Während des Intensivtrainings werden wir herausarbeiten, wie sich der Ansatz von ARD-aktuell und unser Ansatz gegenseitig stärken können“, so ein BR-Sprecher gegenüber MEEDIA. Auch die ARD überlegt systematisch gegen gefälschte Nachrichten vorzugehen. Mitte Januar sei auf Basis eines Workshops ein Papier entstanden, das den Intendanten vorgelegt werden sollte: „Ob das Ergebnis dann eine ‚Anti-Fake-News-Einheit‘ bei ARD-aktuell ist, bleibt bis dahin offen“, sagte ARD-Chefredakteur Rainald Becker gegenüber MEEDIA.

Details sind bisher nicht bekannt. Auf erneute Nachfrage sagte Dr. Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell und EinsExtra, allerdings: „Die Tagesschau wird angesichts des Wahljahres besondere Anstrengungen unternehmen, um bewusste Falschinformationen aufzufinden und der Öffentlichkeit mit zusätzlicher redaktioneller Recherche geprüfte Fakten zur Verfügung zu stellen. Diese Aktivitäten wollen wir mit den Rechercheteams der ARD-Häuser vernetzen, wo möglich bündeln und unsere Ergebnisse teilen. Insofern sehen wir Verifikationsteams wie beim BR als ideale Partner für die Arbeit von ARD-aktuell.“

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