ARD-Sky-Produktion: „Babylon Berlin“ startet im Herbst bei Sky, ARD will die Historien-Serie zuerst im Netz zeigen

In „Babylon Berlin“ geht Kommissar Rath (Volker Bruch, Foto) im Berlin der späten 20er Jahre auf Verbrecherjagd
In "Babylon Berlin" geht Kommissar Rath (Volker Bruch, Foto) im Berlin der späten 20er Jahre auf Verbrecherjagd

Sie gilt als eine der aufwendigsten deutschen Serien – nun steht "Babylon Berlin" nach mehr als 180 Drehtagen und wohl über 40 Millionen Euro Produktionskosten in den Startlöchern: ARD und Sky, die gemeinsam die Historien-Serie realisiert haben, haben am Mittwoch in Berlin einen genauen Starttermin sowie Details zur Ausstrahlung bekannt gegeben.

Anzeige

Die ersten Ausschnitte zeigen Action, Sex, Verbrechen und 20er-Jahre-Flair: Die mit Spannung erwartete deutsche Fernsehserie „Babylon Berlin“ wird ab dem 13. Oktober (20.15 Uhr) beim Abo-Sender Sky Atlantic zu sehen sein. Dort läuft sie in Doppelfolgen, auch im Netz ist sie dann erhältlich. Im Ersten ist die Ausstrahlung Ende 2018 geplant – in der ARD-Mediathek soll die Serie sogar vor der linearen Ausstrahlung zu sehen sein, im TV wird die Historien-Serie von einer Dokumentation zu dieser Zeit begleitet. Das kündigten die Sender am Mittwochabend in Berlin an. Es gibt bislang 16 Episoden, die jeweils 45 Minuten lang sind.

Die Geschichte beruht auf dem ersten Krimi der Bestseller-Reihe von Volker Kutscher, „Der nasse Fisch“. Darin geht Kommissar Rath (Volker Bruch, „Unsere Mütter, unsere Väter“) im Berlin der späten 20er Jahre auf Verbrecherjagd. Der Leser lernt viel über das Lebensgefühl in den Jahren vor der Nazi-Zeit und über die damalige Polizeiarbeit.

„Babylon Berlin“ gilt als eine der aufwendigsten deutschen Serien und wurde bereits in mehrere Länder verkauft: „SVT Schweden, NRK Norwegen, DR Dänemark, YLE Finnland und RUV Island haben sich bereits auf Drehbuchbasis entschieden, in diesen Tagen kamen Sky Italien, Sky Großbritannien, die spanische Premium Plattform Moviestar +/Telefonica und der belgische Pay-Partner Telenet hinzu. In den USA, Frankreich, weiteren europäischen Territorien und Lateinamerika stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss.“, so Jan Mojto, Koproduzent von Beta Film. Es ist die erste solche Zusammenarbeit zwischen einem öffentlich-rechtlichen Sender und einem Abo-Sender.

ARD-Programmdirektor Volker Herres sieht die Serie als „filmisches Ereignis der Extraklasse“. Für Sky ist es laut Geschäftsführer Carsten Schmidt das wichtigste Projekt dieses Jahr.

Nach 180 Drehtagen mit einem über 400 Personen starken Team an Berliner Kulissen und in extra gebauten Straßenzügen in Potsdam-Babelsberg luden die Macher zur Preview in ein altes Ballhaus. Regisseur Tom Tykwer (u.a. „Cloud Atlas“) sprach von einer Serie, die nicht alten Mustern folge und einem Sittengemälde gleiche. Das Ziel: „Es spielt in Berlin, es muss sich so anfühlen wie die Welt damals.“

Thema war bei der Vorstellung auch, ob die Serie sich an internationalen Vorbildern orientiert. Tykwers Kollege Henk Handloegten („Paul is Dead“) sieht sie eher in der Tradition von deutschen Produktionen wie „Heimat“ von Edgar Reitz. „Ich glaube, dass die Serie tatsächlich ein Original ist.“ Der dritte Regisseur im Bunde, Achim von Borries („4 Tage im Mai“), sagte, man sehe jeden Cents des Budgets – dieses liege aber nicht bei den früher genannten 40 Millionen Euro. Wie hoch es ist, blieb offen.

Schauspielerin Liv Lisa Fries („Sie hat es verdient“) spielt mit der Rolle der Charlotte, neben Rath die wichtigste Figur, eine für die damalige Zeit sehr moderne Frau. Wie sie sich vorbereitet hat? Mit einer 20er-Jahre-Ausstellung, Büchern und Filmen wie „Menschen am Sonntag“, erzählt die 26-Jährige, die im Trailer zur Serie berlinert.

Mit Material der dpa

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige