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„Ahnungslose Moderatoren“, „uninformierte Redaktionen“: Bundesrichter Thomas Fischer rechnet nach „Maischberger“-Besuch mit TV-Talkshows ab

„Die selbstgefällige Ahnungslosigkeit der zu Intellektuellen emporfantasierten Moderatoren“: Bundesrichter Thomas Fischer bei „Maischberger“
"Die selbstgefällige Ahnungslosigkeit der zu Intellektuellen emporfantasierten Moderatoren": Bundesrichter Thomas Fischer bei "Maischberger"

Der schreibende Bundesrichter Thomas Fischer saß vergangene Woche in der ARD-Talkshow "Maischberger" zum Thema Gewalt gegen Polizisten und es hat ihm nicht gefallen. Jedenfalls nutzt Fischer seine zeilenreiche Kolumne bei Zeit Online für eine Generalabrechnung mit dem Format TV-Talkshow: "Wer das 'Trash' nennt, liegt nicht weit weg von der Wahrheit."

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Zunächst echauffiert sich Thomas Fischer darüber, dass der Auftritt des Kampfsportlers Nick Hein in der „Maischberger“-Sendung kein Nachspiel hatte. Hain hatte in der Sendung dem SPD-Politiker und Twitter-Enfant-terrible Christopher Lauer Prügel angedroht. Fischer findet es skandalös, dass sich zu diesem Vorfall niemand von der ARD geäußert hat und die „Skandalsendung“ (Fischer) noch nicht aus der Mediathek genommen wurde. Im Pluralis Majestatis formulierend meint Fischer: „Unseres Wissens hat es in den letzten 30 Jahren in der ARD kein vergleichbares Ereignis gegeben. Das Schweigen der Redaktion und der ARD zu diesem Vorfall ist abwegig in der Sache, bezeichnend in der Botschaft, skandalös in der Form.“

Fischer klärt seine Leserschaft darüber auf, dass die „sogenannten ‚Talk-Shows'“ mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramm seit langem nichts mehr zu tun hätten. Es handle sich vielmehr um – Schock! – „sogenannte Formate“, also um Produktionen von eigenständigen Gesellschaften, „die nach ausschließlich (!) marktwirtschaftlichen Kriterien irgendeinen beliebigen ‚Content‘ produzieren und sodann an eine Fernsehanstalt verkaufen.“ Diese Formate seien nach „Personen benannt, die als geistige Inspiratoren beworben werden und deshalb immerzu mit empathischem Augenaufschlag und wissend-ironischem Mundwinkelgekräusel in die Kameras blicken müssen, selbst wenn sie vom Thema der Sendung so viel Ahnung haben wie das Huhn vom Langstreckenflug.“

Fischer ist lesbar empört. Es gehe gar nicht „um Auseinandersetzung mit ernsthaften Argumenten, noch um Information des Bürgers“, sondern um die Quote. Seine Analyse des Formats Talkshow: 

Die Redaktionen im Hintergrund überlegen, wie es scheint, zunächst, welche sinnfreie, aber spektakuläre These man einmal ins Getümmel werfen könnte. Sodann akquiriert man dazu irgendwelche Gäste mit dem Hinweis, ihre Meinung und Sachkenntnis seien für die Sache hochbedeutend. Schließlich kombiniert man die Versuchspersonen nach dem Kriterium: Je mehr Krawall, desto später wird weggezappt. Dies ist das intellektuelle Grundgerüst und zugleich die künstlerische Erfüllung.

Der Besuch bei „Maischberger“ scheint für den Bundesrichter eine geradezu traumatische TV-Erfahrung gewesen zu sein. Was ihm auch gewaltig gegen den Strich ging war das Ausstellen von „Opfern“ bzw. „Betroffenen“:

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Die jeweilige Sprech-Meisterin wendet sich dem/der Betroffenen mit dem ganzen Maß der hart antrainierten Betroffenheit zu und behauptet, es handle sich um einen besonders berührenden „konkreten Fall“, der aber höchstwahrscheinlich zugleich einen „Trend“, eine allgemeine Lage, eine Tendenz, eine Entwicklung oder einen Skandal belege. Ob das stimmt, spielt keine Rolle und wird im Fortgang der Sendung auch nicht weiter untersucht.

Die Einspielfilme, mit denen die Redaktion zu einem neuen Diskussionspunkt hinführen will, finden auch keine Gnade. Fischers Urteil am Kolumnengericht: „Irgendein hanebüchenes Filmchen, das der Talkshowgast selbstverständlich vorher nicht zu Gesicht bekam“. Er kann auch nicht verstehen, dass im TV nicht juristisch sauber zwischen Raub und Diebstahl differenziert wird. In einem Einspieler war nämlich die Rede davon, ein Laden sei „dreimal ausgeraubt“ worden. Auf den Videoaufnahmen sei aber nur ein Diebstahl zu sehen gewesen. Fischer leidet nun darunter dass der „geladene ‚Rechtsexperte'“ – also er – dies keinesfalls habe richtigstellen dürfen. 

So kommt er zum – für ihn scheinbar überraschenden – Schluss, es handle sich ja bloß um Fernsehen, „eine auf Vorurteile hin konstruierte Scheinwirklichkeit“. Für den Kolumnisten – wie er sich selbst gerne nennt – ist das aber trotzdem ein Ärgernis: „Die Uninformiertheit der Redaktionen solcher Formate ist Programm, viel mehr noch als die selbstgefällige Ahnungslosigkeit der zu Intellektuellen emporfantasierten Moderatoren.“ Und wieder das Lamento, dass es nur um die Quote gehe und ums Geld. Fischers Fazit: „Maischberger, Dschungelcamp oder Big Bang Theory. Da müssen alle dreißig Sekunden die Fetzen fliegen, die Möpse hüpfen oder die Zoten aus dem Jubel-Automaten purzeln, sonst ist der biodeutsche Dichter und Denker gelangweilt. Willkommen in der Brave New World.“

Man kann gewiss vieles kritikwürdig finden an den öffentlich-rechtlichen Talkshows. Fischer spricht da in seiner Kolumne auch einige Punkte an. Die allgemeine und auch für seine Verhältnisse etwas platte Meckerei, es gehe doch nur um die Quote und Krawall, greift zu kurz. Fischer versucht hier gegen die seiner Meinung nach krawalligen Talkshows mit einer Krawall-Kolumne anzuschreiben. Eine Talkshow wie „Maischberger“ mit dem Dschungelcamp oder der US-Sitcom „The Big Bang Theory“ in einen Topf zu werfen, ist da auch wenig zielführend. Jaja. Das Fernsehen ist schlecht, es geht nur um die Quote, die TV-Macher sind alle doof, der Richter ist schlau. Schade, dass sich Fischer offenbar so sehr geärgert hat, dass seine Kritik in diesen nicht besonders originellen Allgemeinplätzen gipfelt. Der Vergleich mit dem Huhn und dem Langstreckenflug war ja recht lustig. Aber Fischer Selbst-Anspruch geht eigentlich über das Produzieren von knalligen One-Linern hinaus. Sonst könnte er ja gleich als Gagschreiber beim Dschungelcamp anfangen. 

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Alle Kommentare

  1. Nur bei wenigen Themen sind da wirklich Experten und die ModeratorInnen gut vorbereitet, z.B. Rente, Steuern, Innenpolitik, je differenzierter die Themen werden desto düsterer wird es. Ich habe noch nie so viel Unsinn über die Niederlande gehört wie in deutschen Talkshows. Immerhin lebe ich hier seit fast 20 Jahren. Noch schlimmer aber, wie ist dies erst bei anderen Themen von denen ich keine Ahnung habe ?

    Das Schema ist immer gleich: Zuviele Gäste einladen, die sich ständig unterbrechen. Schlagwörter statt Erläuterungen, eine gleichlautende Meinung fast aller, die dann eine(r) nicht teilt, der dann verbal verdroschen wird.
    Dabei hört man dann x-mal „Da bin ich bei Ihnen“ oder “ Es kann doch nicht sein, daß….wir müssen Gesetze verschärfen“.
    Ganz schlimm: “ Am Ende des Tages sind wir alle ein bischen schlauer.“
    Mag sein, aber sicher nicht durch diese Sendungen !

  2. Da hat der Herr Richter doch tatsächlich Bekanntschaft mit der Realität gemacht und das gleich in doppelter Hinsicht. Da kann man mal sehen, wie sehr das dem Richterstand fehlt.

    1. Die Kolumne ist im Text auch verlinkt. Ich habe sie zu Ende gelesen.

  3. Sieht so aus, als ob die Qualität des Fernsehens ziemlich genau auf die Zuschauer abgestimmt zu werden scheint. Wüßte aber nicht, was daran zu bemängeln wäre. Jedenfalls ist dies vorerst noch nicht justitiabel.

    Richter Fischer hatte in den vorangegangenen Tagen eine Besprechung im Print-Spiegel, von mir zufällig entdeckt, weil ich den sagenhaften Spiegel-Cover für meine Nachkommen sichern wollte.

    Nach diesem Spiegel-Artikel war klar, daß Fischer auch noch für eine TV Schau gebucht war. Unsere Medien, so unterirdisch sie sein mögen, arbeiten offenbar eng verzahnt. Hoffen wir, daß dies nur eine Gleichschaltung durch gemeinsame Verblödung bedeutet.

    Sonst könnte dergleichen irgendwann tatsächlich noch justitiabel werden.

    Ob dieser Beitrag durchgeht ?
    Scheinbar nicht. Also sparen wir uns die Mühe.

    1. „Ob dieser Beitrag durchgeht ?“

      Ja, gleich dreifach.

      „Scheinbar nicht. Also sparen wir uns die Mühe.“

      Die im „pluralis majestatis“ vorgetragene Opferrolle ist lustig. Zumal Sie sich die Mühe (leider) nicht gespart haben. Aber behaupten kann man ja alles, nur schlecht, wenn’s da jemand sieht….

      1. @nur da,

        Frage: wieso schreiben Sie: “ Ja, gleich dreifach“, wenn mein Artikel hier nur zweifach erschienen ist ?

        Allerdings habe ich den Artikel tatsächlich drei mal aufgegeben.

        Merken Sie was?

        „nur da“ , verfügt über verborgenes Wissen. Woher ?

        Zitat:

        “ Zumal Sie sich die Mühe (leider) nicht gespart haben. Aber behaupten kann man ja alles, nur schlecht, wenn’s da jemand sieht…. “

        Zitatende

        Stellen Sie zur Tarnung Ihrer kleinen Nickeligkeiten noch meinen dritten Artikel ein, damit nicht noch andere das Treiben auf Meedia mitbekommen. Man muß ja nur bis drei zählen können.

        Zitat

        „nur da“. sagt:
        09.02.2017 um 23:48

        „Hat der kleine dicke Mann“

        Ui, starker Einstieg. So geistreich. Vermutlich ist er größer als Sie, in jeder Hinsicht. Bitte zeigen Sie uns ein Ganzkörperfoto von sich.

        „eventuell ein sehr starkes Problem mit Minderwertigkeitskomplexen?
        Wer so krawallig austeilt, den kann man kaum ernst nehmen“

        Grandioses Eigentor.“

        Zitatende.

        Ihr seid – sorry – einfach nur peinlich.

  4. Sieht so aus, als ob die Qualität des Fernsehens ziemlich genau auf die Zuschauer abgestimmt zu werden scheint. Wüßte aber nicht, was daran zu bemängeln wäre. Jedenfalls ist dies vorerst noch nicht justitiabel.

    Richter Fischer hatte in den vorangegangenen Tagen eine Besprechung im Print-Spiegel, von mir zufällig entdeckt, weil ich den sagenhaften Spiegel-Cover für meine Nachkommen sichern wollte.

    Nach diesem Spiegel-Artikel war klar, daß Fischer auch noch für eine TV Schau gebucht war. Unsere Medien, so unterirdisch sie sein mögen, arbeiten offenbar eng verzahnt. Hoffen wir, daß dies nur eine Gleichschaltung durch gemeinsame Verblödung bedeutet.

    Sonst könnte dergleichen irgendwann tatsächlich noch justitiabel werden.

    Ob dieser Beitrag durchgeht ?

  5. 1) Fischer ist Bundesrichter, gehört der dritten Staatsgewalt an – er halte sich im Interesse dieser Unabhängigkeit sowohl in der Zeit als auch zu Talkshows zurück. Indessen ist seit Vosskuhle das Bundesverfassungsgericht führt eine gewisse Politisierung der Gerichtsbarkeit offenkundug.
    2) Angriffe auf Herrn Lauer, den SPD-Mann und früheren Parteiaussenseiter sind sicher billig und deren Ton zu kritisieren. Indessen hat Herr Lauer das, was im Schwäbischen eine Schwertgosch ist; haut er allen, die nicht seiner Meinung sind, dermaßen aufs Maul, dass die Antworten darauf nicht übermässig überraschen dürfen – nicht einmal ihn selbst.

  6. Hat der kleine dicke Mann eventuell ein sehr starkes Problem mit Minderwertigkeitskomplexen? Wer so krawallig austeilt, den kann man kaum ernst nehmen, selbst wenn er als Bundesrichter herüberkommt. Krawall kann ja wohl kaum durch eigenen Krawall ausgeglichen werden. Vielleicht wäre es ja gut, wenn dieser so aufgebrachte Richter beginnen würde, sich zu mäßigen.
    Man muss Maischberger nicht gut finden, die aber mit dem Djungelcamp auf gleiches Niveau zu ziehen, drückt wohl diesen wortproblematischen Richter
    hinunter in sehr schlechte Niveauzonen. Vielleicht hat er ja, wie so mancher Politiker und Wirrtschaftskapitän die eigenen Kontrollmechanismen nicht so recht unter Kontrolle. Bei Erstgenannten nennt man das schlicht Größenwahn.
    Florian Adler

    1. „Hat der kleine dicke Mann“

      Ui, starker Einstieg. So geistreich. Vermutlich ist er größer als Sie, in jeder Hinsicht. Bitte zeigen Sie uns ein Ganzkörperfoto von sich.

      „eventuell ein sehr starkes Problem mit Minderwertigkeitskomplexen?
      Wer so krawallig austeilt, den kann man kaum ernst nehmen“

      Grandioses Eigentor.

  7. Wer sich die Sendung angesehen hat, wird sich eher gefragt haben in welcher Welt dieser Richter eigentlich lebt? In einer Welt der Relativierung und der „Auslegung“, aber nicht in einer Welt in der gesunder Menschenverstand vorhanden ist. Ein Rechtsverständnis, das offenbar von dem was der Gesetzgeber erarbeitet hat, doch zu mindest in der Auslegung des Gesetzes von dem abweicht, was eigentlich einmal gemeint war.
    Dem Richter wäre anzuraten, sich einmal über die Realität Gedanken zu machen und wie man Gesetze mit der Realität in Einklang bringen kann, denn die Realität wird sich niemals an „Auslegungen“ von Juristen anpassen.
    Wenn ich nur an die Antworten dieses „Richters“ denke, zu der Frau welche mehrfach Anzeigen mit Namen, und Bild von Straftätern gemacht hat, der man von der Staatsanwaltschaft jedoch mitteilte, dass Täter nicht zu ermitteln sind, da wird mir heute noch übel.
    Eine richterliche Unabhängigkeit ist kein Freibrief dafür, sich weltfremd und ignorant verhalten zu können.
    Die Facebookeinträge zur Sendung sprechen eine eindeutige Meinung, da kann der Herr Richter vielleicht mal sehen, wie weit er vom Empfinden der „normalen Bürger“ entfernt ist und was diese von seiner Rechtsauslegung so halten.

    1. „Wer sich die Sendung angesehen hat, wird sich eher gefragt haben in welcher Welt dieser Richter eigentlich lebt? In einer Welt der Relativierung und der „Auslegung“, aber nicht in einer Welt in der gesunder Menschenverstand vorhanden ist.“

      Die – natürlich durch nichts belegte – Behauptung der „Relativierung“ lässt Ihre Interpretation dessen, was Sie unter „gesundem Menschenverstand“ verstehen, schon erahnen.

      „Ein Rechtsverständnis, das offenbar von dem was der Gesetzgeber erarbeitet hat, doch zu mindest in der Auslegung des Gesetzes von dem abweicht, was eigentlich einmal gemeint war. (…)“

      Wie meinen? Von welchem Gesetz reden Sie denn gerade? Und was war von wem denn „eigentlich“ gemeint? Dunkel ist Ihrer Rede Sinn.

      „Wenn ich nur an die Antworten dieses „Richters“ denke, zu der Frau welche mehrfach Anzeigen mit Namen, und Bild von Straftätern gemacht hat, der man von der Staatsanwaltschaft jedoch mitteilte, dass Täter nicht zu ermitteln sind, da wird mir heute noch übel.“

      Und zwar weil?

      „Eine richterliche Unabhängigkeit ist kein Freibrief dafür, sich weltfremd und ignorant verhalten zu können.“

      Behauptungen, Unterstellungen, nur nichts Konkretes.

      „Die Facebookeinträge zur Sendung sprechen eine eindeutige Meinung,“

      Aha. Vielleicht kommen Sie auch irgendwann mal mit Argumenten, denn pseudonymes Auftreten ist kein Freibrief für substanzloses Gemaule.

  8. Ganz ehrlich – Fischer hat recht. Ungern muss man das zugeben, denn er war in dieser Sendung ein „Kotzbrocken“ – herablassend, respektlos, unfair. Er konnte nicht begreifen, dass Gesetze für IHN sowas wie „Das Wort Gottes“ sind. Der Bürger merkt – mehr denn je durch Merkels Flüchtlingskrise (und wie man von Schäuble gestern hörte, wussten sie tatsächlich nicht, was sie tun) – dass es sehr schlecht gemachte Gesetze gibt. Weniger für den gläsernen, registrierten Bürger, dessen „Vergehen“ (Steuer, Verkehr u.v.a.) leider auch mit Hilfe der Medien zum großen Verbrechen hochstilisiert wird und entsprechend geahndet. Dass „Gesetze“, die z.B. der „gemeine Flüchtling“ schnell ausnützt und über die er sofort all seine Landsleute informiert, lächerliche Strafen vorsehen – siehe „Sozialbetrüger im Asyl-Irrsinn“ (BILD) – versteht vielleicht der Richter aber nicht der Bürger. HIER sind Millionen-Schäden plötzlich egal… Diese lächerlichen Gesetze, über die Mehrfachtäter, Gewalttäter, Diebe, Betrüger beim Verlassen des Gerichts uns allen den Stinkefinger zeigen haben nichts mit „Gerechtigkeit“ zu tun – während der deutsche Verkehrssünder PUNKTE BEKOMMT (ja tatsächlich) und dann mit Führerscheinentzug und Depperltext existenziell bestraft wird oder „Steuervergehen“ schlimmer als Gewalttätigkeit u.a. zu sein scheint. Diese „Denke“ des Bürgers meiert der Richter natürlich ab weil für Ihn diese Gesetze sein Berufs-Rahmen sind – siehe oben. Ansonsten hat Herr Fischer alles auf den Punkt gebracht, was so eine TalkSHOW ausmacht. ALLES ist so… und natürlich werden die Leute nach Krawall-Potential eingeladen, holt man sich Betroffene, Begrrapschte, Ausgeraubte usw. in die Sendung und lässt sie dort total auflaufen, weil neben der Kurzbetroffenheit des Gesprächs diese Leute NULL Möglichkeiten bekommen, noch etwas zu sagen. Ganz schlimm „Hart aber fair“ mit der jungen Frau, die in Köln 2015 sexuell belästigt wurde, deren Vater mit dabei war und die vom leisen, zugewandten Plasberg nach ihrer Schilderung links liegen gelassen wurde. Stattdessen ließ er seinen griechischen Gast krude Thesen von sich geben. Und so geht es ständig. Da sitzen Leute wie z.B. Polizistinnen, die über Respektlosigkeit von „Zuwanderern mit anderer Kultur“ usw. „Klartext“ reden Juristen gegenüber die kein Gramm Gefühl für das, was die Betroffenen erleben haben, sondern die Gesetzeslage zitieren, die halt für diese Taten keine Ahndung „vorsehen“. Wenn Herr Fischer als Richter wenigstens den Gesetzgeber kritisieren würde, wenn er Klartext reden würde, dass es unfassbar ist, wenn Mehrfachtäter, Gewalttäter, sexuelle Belästiger, Diebe nach Aufnahme der vielleicht sogar falschen Namen wieder auf die Leute losgelassen werden. Und jeder weiß: die machen da weiter, wo man sie kurzzeitig aufgehalten hat. Das hat er einfach nicht verstanden der Herr Fischer und das macht ihn – als Vertreter der Richter-Staatsanwalt-Anwalts-Mischpoke – arrogant, unfair und gefühlt respektlos.

    1. zu lang, viel zu lang; zu wenig information, behäbige Meinung.

      1. @ Schulze, Ulrich – Ihre zwei Posts sind viel zu kurz, unverständlich, worum gehts eigenltich, wovon reden Sie? Wer hat Ihnen die Lizenz zum „Korrigieren“ oder „Beurteilen“ gegeben. Hier geht’s um Beiträge von Lesern, mehr nicht…Lies meinen oder lies ihn nicht. Vollkommen nebbich. Sind doch genug da, zu denen Sie sich äussern können. Reicht das nicht?

  9. „die TV-Macher sind alle doof, der Richter ist schlau.“. Na ja, nicht nur der Richter ist schlau. Fischer sagt, was ist. Wie zum Teufel kann es sein, dass die Blumenhändlerin nach Einschaltung der sozialen Medien den Täter namentlich identifiziert zu haben meint (das schien mir glaubwürdig zu sein), und die Staatsanwaltschaft einstellt mit der Begründung, der Täter sei nicht ermittelbar? Ja, was denn nun? Soll sich der Zuseher da eine eigene Meinung bilden, wem er glaubt oder könnte man evtl. mal die eine oder andere recherchierte Tatsache einstreuen? Fischer hat meiner Meinung nach recht: Wer das noch als journalistisches „Format“ bezeichnet, hat von Journalismus tatsächlich so viel Ahnung wie ein Huhn vom Langstreckenflug.

    PS: Schön, dass man hier wieder kommentieren kann. Wäre ja sonst auch nicht zum Aushalten.

    1. „Wie zum Teufel kann es sein, dass die Blumenhändlerin nach Einschaltung der sozialen Medien den Täter namentlich identifiziert zu haben meint (das schien mir glaubwürdig zu sein), und die Staatsanwaltschaft einstellt mit der Begründung, der Täter sei nicht ermittelbar?“

      Das mag daran liegen, dass die Staatsanwaltschaft einen höheren Anspruch an die Qualität der Ermittlung hat. Es reicht nicht nur aus, zu glauben, dass man den Richtigen gefunden hat, man muss es auch anständig beweisen können – und zwar so, dass der Beweis nicht wie ein Kartenhaus zusammen bricht, sobald man ihn auf den Prüfstand eines gewitzten Anwalts stellt.

      1. Ja gut, mag durchaus so sein. Mag auch nicht sein. Vielleicht war das so ne Art Quizsendung. Und wir nur die Kandidaten?

  10. Was denn: Fischer ist beleidigt, platt, krawallig, nicht besonders originell und wenig zielführend? Fordert das denn nicht den ganzen Winterbauer heraus? Zu einer ebenso originellen wie zielgerichteten Bestimmung des Formats Talkshow, am besten gleich auch des Begriffs Format?

  11. Ein Trauerspiel, was in den Medien angeboten wird. Während auf den Straßen, insbesondere nachts und an den Brennpunkten wie Bahnhöfen und Innenstädten, das Chaos tobt, echauffiert man sich hier über den Unterschied zwischen Diebstahl und Raub. Ein wirklich grandios wichtiger Einwand, es gibt in Deutschland und Europa 2017 wahrlich keine anderen dringenden Probleme.

    1. Nee, die Unterscheidung zwischen Raub und Diebstahl ist schon wichtig, weil sie ja für die Justiz eine wesentliche Bedeutung hat (Bewertung eines Deliktes -> Strafmaß). Allgemeiner gesagt: Schutz des Privateigentums ist so ziemlich die oberste Aufgabe des Staates, und die meisten aktuellen Probleme, Stichwort „Chaos”, lassen sich darauf zurückführen, dass die einen zu viel und die anderen zu wenig haben und manche anderen sich eben fremdes Provateigentum einfach nehmen. Und nicht selten extra hierher kommen, unter Opfern und Risiken, weil sie teilhaben wollen am fremden Reichtum — was eben dann auch illegal geschieht. Und Richter müssen im Zweifelsfall entscheiden: War’s (schwerer) Raub oder „nur” Diebstahl?

      1. Die Unterscheidung ist wichtig, stimme ich Ihnen zu. Allerdings ist eine Straftat trotzdem eine Straftat und wenn einige davon nicht verfolgt, dann ist es so, als ob diese keine Straftaten mehr wären. Steht irgendwo, dass man Straftaten nicht mehr verfolgen soll? Müssen wir bei kleineren Straftanen (Diebstahl) jetzt die Angelegenheit, wie einen Blechschaden, selbst regeln?
        Ab welchem Schaden, oder ab wie vielen Ladendiebstählen darf man eine Anzeige machen?
        Wenn Ihnen 2 Fahrräder geklaut werden, finden sie es dann auch noch lustig, oder muss man sich erst nach 10. Diebstahl ärgern?
        Ein Ladenbesitzer darf sich ja nicht einmal wehren und Bild und Namen eines Ladendiebs aushängen. Ist das Recht, oder nur ein Recht im Sinne des Diebes?

      2. @ Rainer07
        Die Justiz definiert und wertet Straftaten unterschiedlich. Deswegen z.B. die Unterscheidung zwischen Raub und Diebstahl. Ob die Sanktionen auch angemessen sind und der Strafenkatalog angemessen ist, steht auf einem anderen Blatt. Es dürfte einiger Reformbedarf herrschen.
        Unstrittig scheint mir zu sein, dass die Behörden, ob Polizei oder Gerichte, stark unterbesetzt sind — Resultat langjähriger Sparerei im Sinne eines „schlanken” Staates, der deshalb seiner Pflicht, das Privateigentum und die Unversehrtheit seiner Bürger zu schützen, nur noch mangelhaft nachkommt. Bei einer Sitzblockade im Frankfurter Bankenviertel oder zum Schutz des G8-Gipfels auf Schloss Ellmau ist er aber stramm zur Stelle.

    2. Für mich würde es einen großen Unterschied machen, ob ich schlicht beklaut werde(Diebstahl) oder mit Gewalt oder deren Androhung zur Herausgabe meines Hab und Gutes gezwungen werde(Raub)

      1. Für einen sind 10€ viel Geld für den Anderen erst 10.000€! Also sollte man den Armen ruhig die 10 Euro klauen dürfen, es ist ja nicht viel?
        Es geht immer um die Tat an sich und dann erst um die Schwere der Tat, aber nie darum dass eine Tat erst ab einem Betrag X erst eine Tat darstellt. Die 10 Euro sind weg, ob geklaut, oder zur Herausgabe gezwungen.

      2. @Sascha – So ist es! Und was wir von einem Staat, den wir füttern und unterhalten, erwarten dürfen ist Sicherheit, Schutz vor Straftätern aller Couleur und Gerechtigkeit. Nur dann funktioniert der Deal. Wenn die Gesellschaft sich einig ist im Urteil, dass die Strafen für schlimme Verbrechen viel zu gering sind während Strafen der Bürger für lächerliche Vergehen doppelt so hoch bestraft wird, geht die Demokratie vor die Hunde. Wenn sie Gesetze schreiben z.B. für den Bau von Wohnungen, die total überzogen sind aber das erst merken, wenn sie Wohnungen für Flüchtlinge brauchen und dafür ganz schnell Gesetze außer Kraft setzen (die jungen Familien Unsummen fürs eigene Heim gekostet haben), wird das ganze noch lächerlicher. Und wenn eine EU nichts anderes zu tun hat als Unmengen von Gesetzen on top zu den nationalen einzubringen, gleichzeitig nicht merkt, wie viele davon unsinnig sind und geändert werden müssen, dann geht die EU vor die Hunde. Den Maastricht-Vertrag und vieles mehr nicht einzuhalten bedeutet für uns Bürger, auch wir müssen uns nicht an Gesetze halten. Oder etwa nicht???

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