Snapchat-Mutter Snap geht an die Börse – mit Jahresverlusten von 514 Millionen Dollar

Hat seit dem Börsengang nicht mehr soviel zu lachen:  Evan Spiegel, CEO von Snapchat
Hat seit dem Börsengang nicht mehr soviel zu lachen: Evan Spiegel, CEO von Snapchat

Es ist offiziell: Der beliebte Messenger-App-Anbieter Snap hat seine Unterlagen zur Börsenzulassung bei der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht. Die Snapchat-Mutter gewährte damit nach jahrelangen Gerüchten erstmals Einblick in die Geschäftsentwicklung: Zwar explodierten die Umsätze 2016 um 600 Prozent auf über 400 Millionen Dollar, doch ebenso vergrößerten sich auch die Verluste, die mit mehr als einer halben Milliarde höher ausfallen als die Erlöse.

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Der Börsengang des Jahres wirft seine Schatten voraus: Der Ende 2016 von Snapchat zu Snap umfirmierte App-Anbieter hat einen aktualisierten Börsenprospekt für die Zulassung an der New Yorker Traditionsbörse NYSE vorgelegt und damit einen Einblick in seine Geschäftsentwicklung gewährt.

Einerseits kann die bei amerikanischen Teenagern so beliebte Messenger-App explosives Wachstum vorweisen:  Snaps Erlöse schossen im vergangenen Geschäftsjahr um 590 Prozent auf 405 Millionen Dollar empor und übertreffen damit die letzten Schätzungen.

2016 mehr als halbe Milliarde Dollar Verlust

Ebenfalls vergrößert haben sich jedoch die Verluste, die im ungesunden Maße von 373 auf 514 Millionen Dollar angestiegen sind – Snap verbrennt also aktuell mehr Geld als es umsetzt.

CEO Evan Spiegel machte ebenfalls erstmals Angaben zur Nutzerentwicklung von Snapchat. Die beliebte Stories-App verzeichnete demnach per Ende vergangenen Jahres 161 Millionen täglich aktive Nutzer und konnte seine Mitgliederzahlen damit binnen eines Jahres um immerhin 46 Prozent steigern. Allerdings hat Rivale Instagram mit seinem Stories-Klon nach Nutzerzahlen inzwischen damit aufgeschlossen.

Emissionserlös von 3 Milliarden Dollar angestrebt

Snap teilte zudem mit, bei der Aktienplatzierung, die im März erwartet wird, 3 Milliarden Dollar einnehmen zu wollen. Das gerade mal fünf Jahre alte Internet-Unternehmen soll aus dem Stand eine Marktkapitalisierung von 20 bis 25 Milliarden Dollar anstreben, war zuletzt immer wieder zu hören.

Die bei der SEC eingereichten Unterlagen zur Börsenzulassung sind allerdings für den Ausgabekurs nicht bindend: Der tatsächlich angestrebte Börsenwert wird durch die Nachfrage im sogenannten Bookbuilding-Verfahren in den Tagen vor dem Börsenlisting ermittelt.

Interessante Randnotiz des Börsenprospekts: Snap hat sich im Mission Statement als „Kamera-Unternehmen“ neu erfunden  – nicht zuletzt wohl, um nach dem erfolgreichen Start der Video-Sonnenbrille Spectacles für zusätzliche Fantasie zu sorgen.

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