Insgesamt 3,2 Millionen Euro: ARD schüttet erstmals Programmprämien an Produzenten aus

„Wir bauen bei der ARD aktuell eine gemeinsame und medienübergreifende Verifikationseinheit auf“, so ARD-Vorsitzende Karola Wille (Foto)
"Wir bauen bei der ARD aktuell eine gemeinsame und medienübergreifende Verifikationseinheit auf", so ARD-Vorsitzende Karola Wille (Foto)

"Wir wollen die ganze Breite der Genres fördern", sagte Karola Wille vor rund einem Jahr. Nun löst die ARD-Vorsitzende ihr Versprechen ein: Die ARD übergibt in Düsseldorf erstmals Programmprämien an Produzentinnen und Produzenten, die im Rahmen des ARD-Leistungsmodells für "besonders erfolgreiche Produktionen" ausgezeichnet werden. Insgesamt werden 3,2 Millionen Euro an die Fernsehmacher ausgeschüttet.

Anzeige

„Das Leistungsmodell zielt darauf ab, Produzenten dabei zu unterstützen, noch mehr innovative und wettbewerbsfähige Qualitätsproduktionen für die ARD zu entwickeln“, so Wille zu der Programmprämie für Fernsehproduzenten, die jährlich ausgezahlt werden soll. Die Prämien in Höhe von insgesamt rund 3,2 Millionen Euro werden in sieben Genres – vom Kinderfilm bis zur Serie – vergeben und sind für neue ARD-Projekte zweckgebunden. „Mit der ARD-Programmprämie haben wir ein neues Modell für eine besondere Würdigung von öffentlich-rechtlicher Programmqualität etabliert.“

Bei der Vergabe sollen nach einem Punktesystem unter anderem Nominierungen und Auszeichnungen bei wichtigen TV-Preisen und Festivals berücksichtigt werden – etwa beim Grimme-Preis, Deutschen Fernsehpreis oder bei der Berlinale, wie die ARD bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Produzentenallianz in Berlin im vergangenen Jahr mitteilte. Auch die Zahl der Ausstrahlungen in der ARD-Senderfamilie werde dabei berücksichtigt. Die in den sieben Genres jeweils zehn erstplatzierten Auftragsproduzenten erhalten eine Prämie in Form von zweckgebundenen Entwicklungsverträgen für ein neues Projekt für die ARD.

Die Vorstellung des neuen Punkte-Papiers nutzte die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin, um neue Ansprüche an die KEF deutlich zu machen. Die höheren Ausgaben für Produzenten soll am Ende der Gebührenzahler tragen. Die öffentlich-rechtlichen bräuchten 50 Millionen Euro mehr pro Jahr. In der Laufzeit des Eckpunkte-Papiers bis 2020 wird die ARD über die ARD-Programmprämie insgesamt rund 13 Millionen Euro für neue Programmentwicklungen zur Verfügung stellen.

In diesem Jahr werden 69 der 70 möglichen Prämien vergeben – in der Kategorie „Unterhaltung, lang“ wären auf dem zehnten Platz sechs Produktionen mit der gleichen Punktzahl; in dieser Kategorie sollen daher nur neun Prämien verliehen werden. So können sich etwa die Produzenten der Serie „Weissensee“, des Comedy-Formats „Pussy Terror TV“ und der Quiz-Show „Wer weiß denn sowas XXL“ über eine Geldprämie freuen. Die Höhe der einzelnen Programmprämien werden von der ARD nicht genannt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige