Exklusiv-Titelstory zu Sigmar Gabriels Rücktritt bringt stern offenbar starke Kiosk-Verkäufe

stern-Chefredakteur Christian Krug und der stern mit dem Sigmar-Gabriel-Interview
stern-Chefredakteur Christian Krug und der stern mit dem Sigmar-Gabriel-Interview

Anders als zuweilen in der Web-Welt scheinen sich im Print-Geschäft exklusive Geschichten noch immer auszuzahlen. Aktuelles Beispiel ist die stern-Titelgeschichte zum Rücktritt von Sigmar Gabriel als SPD-Chef, der aus diesem Anlass dem Magazin ein Exklusivinterview einräumte. Laut DNV-Online konnte die Hamburger Illustrierte zum Start in der Spitze bis zu 30 Prozent mehr Hefte am Kiosk verkaufen.

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Die Vertriebsexperten haben recherchiert, dass in mehreren Grosso-Gebieten die Presseverkaufszahlen, die täglich dem Pressegroßhandel gemeldet werden, Zuwächse zwischen zehn und 15 Prozent, teils sogar von mehr als 30 Prozent, registriert hätten. Im Bahnhofsbuchhandel soll sich das Plus bislang bei etwa 20 Prozent des Einzelverkaufswertes bewegen.

Sollten die Hamburger in der Endabrechnung tatsächlich ein Plus von 20 Prozent bei den Kioskabsätzen verzeichnen können, wäre das ein schöner Erfolg und eine Bestätigung des journalistischen Scoops. Anders, als das Hamburger Abendblatt berichtete, handelt es sich dabei jedoch nicht um einen Rekord. Zu solchen Positiv-Ausreißern kommt es im Einzelverkauf immer mal wieder. Und Experten wissen um die Tücken solcher Testzahlen die durch Händlerabfragen und die Auswertung von Scanner-Kassen-Daten ermittelt werden: Die tatsächlich erzielten Verkäufe stehen erst mit der IVW-Meldung in einigen Wochen fest.

Als indirektes Lob für die stern-Macher dürften die aufgekratzten Reaktionen der Konkurrenz einzustufen sein. So spöttelte beispielsweise Christiane Hoffmann (stellvertretende Leiterin des Spiegel-Hauptstadtbüros) am gestrigen Dienstag in seinem Frühletter Die Lage, als es um den überraschenden Rücktritt des Bahn-Chefs Rüdiger Grube ging:

Was die Kunst des Rücktritts angeht, kann Grube von Sigmar Gabriel noch einiges lernen. Lieber Herr Grube, wenn Sie es jetzt noch rausreißen wollen, hilft nur eins: Gehen Sie zum „Stern“, der macht echt klasse Rücktrittsinterviews!

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