Boomsegment Thermomix: Jetzt serviert auch Verleger Jan Wickmann ein Rezepte-Heft

Neues Thermomix-Magazin: Gemixt
Neues Thermomix-Magazin: Gemixt

Der Zeitschriftenverleger Jan Wickmann schwimmt auf der Welle der Thermomix-Magazine mit. Der Sohn des ehemaligen G+J-Zeitschriftenvorstands Rolf Wickmann hat die Zeitschrift Gemixt an die Kioske gebracht, die unter anderem Rezepte mit der kochenden Wundermaschine von Vorwerk präsentiert. Damit erweitert der Magazin-Macher sein bisheriges Portfolio an Elterntiteln wie Kinder und Junge Familie um ein Eigengewächs im hart umkämpften Print-Segment Food.

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Essen und Trinken mit dem Thermomix von Gruner + Jahr, Mein Zaubertopf aus dem Verlagshaus Falkemedia oder Schlank & Fit mit dem Thermomix, Einfach Backen mit dem Thermomix, Einfach Kochen mit dem Thermomix von der OZ-Gruppe – deutsche Zeitschriftenhäuser überfluten förmlich den Markt mit Print-Produkten, die für Leser Rezepte mit der kochenden Wundermaschine von Vorwerk aufbereiten.

Jetzt drängt auch der norddeutsche Verleger Jan Wickmann in das hart umkämpfte Print-Segment. Der Sohn des ehemaligen Gruner + Jahr-Zeitschriftenvorstands Rolf Wickmann hat das Foodmagazin mit dem Namen Gemixt an die Kioske gebracht. „Familien mit kleineren Kindern sind die ideale Zielgruppe für den Thermomix – da war es nur folgerichtig ein Magazin zu planen und jetzt schnell auch herauszubringen“, erklärt Wickmann, geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter der Junior Medien GmbH & Co. KG in Hamburg, gegenüber MEEDIA. Entwickelt wurde das 100 Seiten starke Produkt von Christian Personn, der als Chefredakteur für Junge Familie und Kinder verantwortlich zeichnet sowie Miteigentümer von Junior Medien ist. Art Direktorin von Gemixt ist Jenny Berit. Das neue Magazin erscheint in einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren. Der Copypreis liegt bei 4,50 Euro. Vertrieben wird der Titel durch MZV.

Mit der neuen Zeitschrift baut der Geschäftsmann sein kleines, feines Reich an Zeitschriften weiter aus. Erst im vergangenen Jahr hatte der Unternehmer von dem Heftmacher Mathias Brüggemeier den im Eigenverlag Woerterwelt erschienenen Titel Schule erworben, ein Produkt, das ursprünglich seine Wurzeln beim Münchener Magazinverlag Burda hatte. Jetzt ergänzt Wickmann das Titelangebot seines Medienunternehmens, das nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Stammsitz des Spiegel-Verlags an der Brandstwiete entfernt liegt, mit einer Eigenentwicklung. Sie passt genau in das von ihm favorisierte Familien-, Jugend- und Kinder-Segment. Gezeigt werden in der ersten Gemixt-Ausgabe nicht nur eine Vielzahl von Rezepten. Getestet werden auch diverse Küchenmaschinen – darunter der Thermomix TM5. Das Ergebnis der Stiftung Warentest: Sie verweist das Vorwerk-Gerät in der Gesamtbewertung auf den Platz 2.

Wickmann gilt in der Branche als gewiefter Geschäftsmann. Dem Vernehmen nach soll das vier Mal im Jahr erscheinende Thermomix-Heft bereits bei einer Auflage von 30.000 Exemplaren schwarze Zahlen schreiben. Der Unternehmer will sich dazu auf MEEDIA-Anfrage nicht äußern. Doch es zeigt: alle Zeitschriftenhäuser, die in dieses Produktsegment vorstoßen, dürften mit den Magazinen satte Gewinne einfahren. Damit ist es möglich, mit wenig redaktionellem Aufwand im Zeitschriftenmarkt immer noch zweistellige Renditen zu erzielen, heißt es in Branchenkreisen. Mit den Thermomix-Heften haben die Medienbetriebe bereits ein zweites wachstumsträchtiges Produktsegment für sich entdeckt entdeckt. In den vergangenen Jahren haben viele Magazinunternehmen bereits von Landlust-Nachahmer-Titeln profitiert. Vorreiter war hier der Landwirtschaftsverlag aus Münster, der mit Gruner + Jahr den Thermomix-Heftmarkt entdeckt hat.

Der Junior Medien-Chef hat sich in den vergangenen Jahren geschäftlich breit aufgestellt. Zu seinen vielfältigen Aktivitäten gehört Lektornet, ein Schluss-Redaktionsservice, den er mit seinem Partner Christian Krohn betreibt. Über die Online-Plattform www.lektornet.de können Verlagskunden Seiten hochladen und erhalten sie korrigiert zurück. Das Unternehmen betreut inzwischen rund 100 Magazine fast aller großen Verlagshäuser und gilt als eine Ertragsperle. Ein weiteres publizistisches Steckenpferd von Wickmann ist das „Deutsche Adelsblatt“, das Organ der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände. Zu den Anzeigenkunden gehören adelige Familien, die hier ihresgleichen über Geburten, Hochzeiten und Todesfälle unterrichten.

Öffentlich für viel Aufmerksamkeit sorgte vor vielen Jahren der Versuch des Unternehmers, den Kult-Comic Fix und Foxi am Markt wieder zu beleben. Trotz intensiver Bemühungen verlor der Titel massiv an Auflage und Anzeigen, sodass Wickmann das Kinderprodukt aus wirtschaftlichen Gründen einstellen musste.

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