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Warum Jung von Matt die Wahl-Werbung für Angela Merkel übernimmt, aber Trump als Kunden abgelehnt hätte

So hat Jung von Matt im Jahr 2001 mit Angela Merkel Werbung gemacht. Jetzt machen die Hamburger (CEO Peter Figge) Reklame für die Kanzlerin
So hat Jung von Matt im Jahr 2001 mit Angela Merkel Werbung gemacht. Jetzt machen die Hamburger (CEO Peter Figge) Reklame für die Kanzlerin

Wenn normale Menschen sich engagieren wollen, fangen sie an eine wohltätige Organisation zu unterstützen. Die Werber von Jung von Matt gehen einen anderen Weg. Sie wollen in dieser „instabilen Welt“ etwas gegen „die Gefahren, die von rechts oder links drohen“, unternehmen. Was macht also ein Reklame-Profi in solch einer Situation? Er dient sich als neue Werbeagentur der Kanzlerin an. So liest sich zumindest teilweise die Erklärung des Jung von Matt-Chefs Peter Figge in der WamS.

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In der Welt am Sonntag erklärt der Vorstandschef der Agentur, wie es kam, das JvM erstmals im Auftrag einer Partei aktiv wird. Immerhin ist damit auch immer ein politisches Statement verbunden. Dies ist bei großen Kreativagenturen, die sonst für Dax-Schwergewichte arbeiten, höchst ungewöhnlich:

Wir haben im Vorstand diskutiert und entschieden. Das ist unabhängig von der politischen Meinung des Einzelnen geschehen. Wir denken, dass in dieser instabilen Welt Gefahren von rechts oder links drohen, und wir wollen uns engagieren. Gesellschaftliche Stabilität ist auch für uns ein hohes Gut.

Die Branche ist bereits jetzt gespannt, wie die Schöpfer von „Geiz ist geil“, „Supergeil“ und „Bild Dir Deine Meinung“, künftig die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin verknappen und verkaufen wollen. Immerhin besteht Wahlwerbung bislang überwiegend aus dem Foto eines Politiker-Kopfes und einem – meist erwartbaren – Wahl-Versprechen.

Im WamS-Interview deutet Figge an, dass die Kreativen sich schon einen etwas anderen Zugang zu dieser Art der Reklame vorstellen können. „Die Person muss nicht zwingend nach vorne gestellt werden, auch wenn vieles dafür spricht. Es müssen Dinge dabei herauskommen, die abseits der ausgetretenen Pfade liegen und die überraschen.“

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Noch sind die Verträge mit der CDU nicht unterschrieben. Bei Jung von Matt scheint man aber keine Zweifel zu haben, dass der Deal klappt, sonst hätte sich der Vorstandschef wohl kaum kommunikativ so weit aus dem Fenster gelehnt.

Wirtschaftlich hat die Agentur ein Jahr der Stagnation hinter sich gebracht. Durch den Wegfall des Mercedes-Etats verloren die Hamburger einiges an Umsatz, den sie allerdings zumindest ausgleichen konnten. Aus reiner finanzieller Not treibt es sie offenbar schon einmal nicht in die Arme von Angela Merkel.

Auf die Frage der Welt am Sonntag, ob JvM auch für Donald Trump werben würde, gab Figge eine sehr klare Antwort: „Nein, solch einen Auftrag hätten wir nicht übernommen“.

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