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Nach Ausschluss von SZ-Kollegen beim AfD-Parteitag: Morgenpost druckt aus Solidarität weiße Seite

Weil ein Journalist der Sächsischen Zeitung vom AfD-Parteitag in Sachsen (Heimatverband von Frauke Petry) ausgeschlossen wurde, druckte die Morgenpost nur eine weiße Seite
Weil ein Journalist der Sächsischen Zeitung vom AfD-Parteitag in Sachsen (Heimatverband von Frauke Petry) ausgeschlossen wurde, druckte die Morgenpost nur eine weiße Seite

Am vergangenen Montag schlug Jörg Quoos, Chefredakteur der Funke-Zentralredaktion, auf einer Blattmacherrunde bei Axel Springer noch vor, dass im Falle von weiteren Journalisten-Ausschlüssen durch die AfD, man ruhig auch einmal deren Treffen gemeinsam boykottieren solle. Eine Woche später kam es in Sachsen zu einem ersten Presse-Protest gegen den Umgang der Alternative für Deutschland. Diese hatte einen Journalisten der Sächsischen Zeitung ausgeschlossen.

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Der Vorfall ereignete sich auf den Landesparteitag in Klipphausen. Angeblich soll der Redakteur der Sächsischen Zeitung „Hetzartikel“ verfasst und damit schon „Existenzen zerstört“ zu haben. Also entschied eine große Mehrheit der rund 320 Delegierten beim Landesparteitag, dass der Journalist in Begleitung von Ordnern den Saal verlassen musste. Laut dpa geschah dies unter Beifall der Parteitagsbesucher.

In einem wütenden Blogposting schreibt der DJV-Sprecher Hendrik Zörner, dass die „dauernden Schikanen von AfD-Politikern gegen Journalisten sind keine Ausrutscher einiger „schwarzer Schafe““ seinen, „sondern Programm“. Zudem hätten sie „Methode“.

Die Rechtslage macht es Pressefeinden leider sehr leicht, gegen Journalisten vorzugehen, wenn sie ein Problem mit kritischer Berichterstattung haben. So lange Parteitage nicht in öffentlichen Räumen stattfinden, gilt das Hausrecht. Rechtlich wird also eine Parteiveranstaltung, die zur Meinungs- und Willensbildung der Bürger beitragen soll, einer Familienfeier im Wohnzimmer gleichgesetzt – eine Farce!

Deshalb fordert der DJV-Sprecher, dass der Gesetzgeber „sich ernsthaft Gedanken über eine Reform des überkommenen Hausrechts machen“ sollte. „Die Alternative, dass Journalisten über die AfD nicht mehr berichten, ist keine: Dafür ist es zu wichtig, was sich am populistischen Rand der Gesellschaft tut.“

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Genau dazu hat sich jetzt allerdings die Dresdner Morgenpost entschlossen, ein Blatt das im selben Verlag erscheint wie die Sächsische Zeitung. Statt eines Berichts über den Parteitag aus Klipphausen druckten die Sachsen eine weiße Seite. „Aus Solidarität mit den SZ-Kollegen“.

Die Sächsische Zeitung druckt dagegen keine weiße Seite, sondern berichtet mit Material von dpa, Freien Presse aus Chemnitz und der Leipziger Volkszeitung.

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