Correctiv-Chef David Schraven: „Wir sind kein Dienstleister. Wir arbeiten nicht für, sondern auf Facebook“

Chef des Recherchebüros Correctiv: der Investigativ-Journalist David Schraven
Chef des Recherchebüros Correctiv: der Investigativ-Journalist David Schraven

Facebook hat mit dem Rechercheverbund Correctiv einen ersten Partner in Deutschland gefunden, der als "Fake News" gemeldete Inhalte prüfen und gegebenenfalls markieren soll. Geld gibt es dafür erst einmal nicht aber schon einiges an Kritik. Der Journalist Roland Tichy warf Correctiv vor, zu einer Art Bundesprüfstelle für Fake News zu werden und stellte die Unabhängigkeit in Frage. MEEDIA sprach mit Correctiv-Chef David Schraven über die Tätigkeit für Facebook und Fragen der Unabhängigkeit.

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Correctiv ist angetreten, um Missstände aufzudecken und unabhängigen Journalismus zu betreiben. Wie verträgt sich dieses Selbstverständnis damit, jetzt als Gratis-Dienstleister für Facebook aufzutreten?

David Schraven: Ich sehe das nicht so. Wir sind kein Dienstleister. Wir arbeiten nicht für Facebook, sondern auf Facebook. Wir kümmern uns darum, dass Lügen und Falschmeldungen als solche markiert werden. Das ist eine Kernaufgabe von Journalismus, vielleicht sogar der zentrale Kern.

Wie kam es zum Kontakt mit Facebook?

Wir haben von Correctiv aus im Spätherbst Facebook wegen der Probleme mit Fake News angesprochen. Daraus hat sich eine ganze Reihe von Gesprächen ergeben und im Dezember ist Facebook dann auf uns zugekommen, weil sie das Programm zum Kennzeichnen von Fake News aus den USA auf Deutschland übertragen wollen. Da haben sie gefragt, ob wir dabei mitmachen wollen.

Wie viele Leute werden bei Correctiv mit dem Bearbeiten von „Fake News“ befasst sein?

Das wissen wir im Moment noch nicht, weil wir überhaupt nicht wissen, wie die Arbeitsprozesse aussehen. Wir wissen nicht, wie viel das sein wird, wir wissen im Prinzip gar nichts. Dieses Software-System über das man Fake News melden soll, wird jetzt erst einmal installiert. Ich schätze das wird spätestens Ende Februar soweit sein, hoffentlich früher.

Wieviele Leute arbeiten denn insgesamt für Correctiv?

Wenn man alle zusammenzählt, sind das so um die 25 Leute.

Bei der Größe von Facebook ist ja damit zu rechnen, dass Ihr als Dienstleister sehr viele Meldungen zu bearbeiten habt. Habt Ihr da keine Angst, überrollt zu werden? 

Wenn ich Angst hätte, würde ich mich im Keller verstecken. Ich habe keine Angst. Außerdem machen wir keine Dienstleistung für Facebook, sondern wir prüfen Fake News auf der Plattform von Facebook.

Nun ja, wenn man Fake News-Meldungen auf Facebook prüft, eine Art Zertifikat ausgibt und damit dafür sorgt, dass das „Produkt Facebook“ verbessert wird, kann man das schon als Dienstleistung verstehen.

Es ist ein freies Land. Wenn Du das so siehst, siehst Du das so. Wenn wir später wissen, wie die Arbeitsabläufe sind und wie viel Arbeit das ist, wie viel Leute wir brauchen. Dann finden wir auch einen Weg, wie wir die Leute bezahlen können. Ich gehe nicht davon aus, dass wir Geld von unseren Spendern für die Arbeit auf Facebook ausgeben. Ich gehe aber davon aus, dass so eine Arbeit bezahlt werden muss. 

In der Testphase, in der Facebook nichts bezahlt, werden ihr aber wohl oder übel nicht darum herumkommen, Geld von Euren Spendern oder Förderern dafür zu verwenden. Immerhin steckt ihr Arbeitskraft in diese Tätigkeit.

Da müssen wir mal gucken, wie die Testphase aussieht. Das ist alles sehr vage. Ich werde auf jeden Fall darauf achten, dass kein Geld von Spendern an Facebook geht. Wir haben ja nicht nur einen Geldstrom, wir haben vier Hauptströme. Da ist einmal das Geld, das uns rund 2.000 Spender geben. Dann gibt es Stiftungen, die uns unterstützen, es gibt projektgebundene Mittel und es gibt einen Geschäftsbereich, den so genannten Zweckbetrieb. Mit dem Zweckbetrieb erwirtschaften wir auch Erträge und die können wir überall einsetzen. Es gibt aber auch immer noch andere Möglichkeiten. Was ich aber ausschließen kann ist, dass Geld von Spendern oder projektgebundenen Mitteln in irgendeiner Form für die Arbeit bei Facebook verwendet wird.

„Fake News“ ist ein äußerst schwammiger Begriff. Wie soll überhaupt objektiv definiert werden, was „Fake News“ sind und was nicht?

Es gibt eine unheimlich gute Definition dazu bei Poynter. Damit kann man relativ genau definieren, was Fake News sind. Klar bleiben auch dabei Ungenauigkeiten und Probleme. Im Kern geht es aber darum, dass wir nicht nach Meinungen suchen, sondern nach nachprüfbaren Fakten. So etwas wie: Die Kirche wurde angesteckt. Das kann man nachprüfen und wenn die Kirche noch unbeschädigt da steht, war es eine Lüge.

Übermedien.de hat neulich in einem Artikel das Beispiel gebracht: Die Grünen wollen Fleisch in deutschen Kantine verbieten. Das stammte aus einem alten Bild-Bericht über den angeblich von Grünen geforderten Veggie-Day. Das wäre ja auch eine falsche Faktenbehauptung.

Das ist vielleicht auch so eine Sache, die man überprüfen kann. 

Würdet Ihr also auch Meldungen von etablierten Medien, wie beispielsweise Bild, SZ oder Zeit, bei Facebook als Fake-News kennzeichnen, wenn diese nach den Poynter-Regeln Falschmeldungen sind?

Gute Frage. Ich glaube, das muss man sehen, wenn es soweit ist. Grundsätzlich kann alles geprüft werden. Gerade bei den klassischen Pressemedien haben wir aber schon eine ziemlich gut wirkende Selbstkontrolle. Da gibt es den Presserat, in den einzelnen Häusern gibt es Ombudsmänner, Leser-Beiräte und sonstige Sachen. Jeder macht mal einen Fehler. Da würde ich grundsätzlich darauf vertrauen, dass diese erprobten Instrumente der Selbstkontrolle funktionieren. Deswegen kann man sich die Arbeit an dieser Stelle wohl sparen. Wenn da einer großen Mist baut, landet das in der Regel beim Presserat.

Der Presserat ist aber ein Gremium, das sehr langsam arbeitet. Die würden sich irgendwann in einer Sitzung der Beschwerde annehmen und Wochen oder Monate später gibt es eine Rüge oder nicht, die von dem Medium veröffentlicht wird oder nicht. Bei diesem Kampf gegen „Fake News“ geht es aber ja gerade darum, dass eine schnelle Verbreitung von möglicherweise falschen Nachrichten verhindert wird. Das können Presserat, Ombudsmänner oder Leser-Beiräte überhaupt nicht leisten. Und wenn man die klassischen Medien bei der Fake-News-Prüfung ausschließen würde, wäre da ja von vornherein ein blinder Fleck.

Deswegen würde ich die klassischen Medien auch nicht von vornherein ausschließen. Das muss man sehen, wenn es soweit ist. Wenn man zum ersten Mal vor dem Tor steht, muss man entscheiden, ob man das Tor öffnet oder nicht. Erstmal würde ich aber auf die Selbstregulierung der Presse vertrauen. Wenn wir ehrlich sind, dann läuft die Korrektur ja auch nicht immer über den Presserat. Wenn die Bild-Zeitung etwas Falsches berichtet, dann steht das schnell im Bildblog oder woanders. Das ist im Prinzip auch ein Fake-News-Check. Das ist alles erprobt, warum sollen wir einen zweiten Bildblog machen?

Correctiv hat gemeinsam mit Cordt Schnibben die Reporter Fabrik gegründet, mit der Bürgerjournalismus gestärkt werden soll. Fake News werden aber ja auch oft von Bürgern in Umlauf gebracht. Wie soll denn sichergestellt werden, dass in dieser Reporter Fabrik nicht die Fake-News-Reporter der Zukunft ausgebildet werden?

Diese Gefahr sehe ich überhaupt nicht. Je mehr Leute in der Lage sind, verlässliche Informationen zu erkennen, desto besser wird es möglich sein Fake News einzudämmen. Man hat dann nämlich schon vor Ort Leute, die in der Lage sind, Meldungen nachzuprüfen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, der Jahre dauert. Die Leute können dann selbst vernünftig berichten, weil sie die Methoden und Standards kennen, die man braucht, um Geschichten zu erzählen. Dieses Ding mit Facebook ist eine kurzfristige Maßnahme. Die Reporter Fabrik ist langfristig angelegt. Damit wollen wir über Jahre hinweg dafür sorgen, dass die Qualität der Berichterstattung allgemein besser wird.

Roland Tichy hat Correctiv bei Twitter und auf seiner Website massiv kritisiert. Correctiv werde nun „eine Art Bundesprüfstelle für Fake-News“. Er hat auch die Finanzierung und Unabhängigkeit von Correctiv kritisiert, weil u.a. die Open Society Stiftung des Spekulanten George Soros und die Deutsche Bank zu Correctiv-Geldgebern gehört, Ihr aber auch schon sehr kritisch über die Sparkassen berichtet habt. Was sagt ihr zu dieser Kritik?

Tichy ist ein alter Mann. Das ist das Erste. Zweitens haben wir einen aktuellen Etat von rund 1,5 Millionen Euro im Jahr. Dazu gehört ein Comic Fellowship für Zeichner aus anderen Ländern, die zu uns kommen, um eine Investigative Reportage zu einer Graphic Novel zu machen. Dafür haben wir im letzten Jahr etwas über 26.000 Euro von der Open Society Foundation bekommen haben. Wenn Soros uns damit gekauft haben soll … alter Schwede … ganz dünnes Brett. Die Sache mit der Deutschen Bank: 2014 haben wir als eines der ersten Projekte bei Correctiv eine Recherche zu Sparkassen angefangen, weil die Kassen ein zentrales Thema für Kommunen sind. Da gibt es ganz viele Probleme, die lokale Redaktionen nicht aufdecken können. Da haben wir zwei Jahre an der Aufarbeitung der Sparkassenbilanzen und Risikobewertungen gearbeitet. Die Kosten für die Recherche lagen über die Jahre bei fast 200.000 Euro, wenn man alles zusammenzählt. Anfang 2016 haben wir die Deutsche Bank als finanziellen Förderer für unsere virtuelle Akademie gewonnen, aus der jetzt die Reporter Fabrik entstanden ist. Das haben wir öffentlich gemacht und jetzt tut der Tichy so, als wäre diese Zahlung der Deutschen Bank für ein Bildungsprojekt, der Grund, warum wir zwei Jahre vorher eine Sparkassen-Recherche angefangen haben.

Aber kann es nicht denkbare Konstellationen geben, bei denen es echte Interessenskonflikte gibt?

Ja klar, absolut. Deswegen veröffentlichen wir jede finanzielle Zuwendung über 1.000 Euro, damit jeder nachprüfen kann, ob Interessenskonflikte vorliegen und wer unsere Geldgeber sind. Falls es tatsächlich zu einem solchen Konflikt kommt, müssen wir reagieren. Das ist für uns ja auch ein Instrument zur Selbstkontrolle. Wenn wir einen Interessenskonflikt sehen, legen wir den offen und reagieren angemessen darauf. Welches andere Medium legt jeden Geldstrom über 1.000 Euro offen? Vielleicht Tichy?

Nochmal zurück zu Facebook: Haltet Ihr die Idee von Facebook, die Prüfung von möglichen Fake News an externe Medien zu vergeben, für den richtigen Weg? 

Ich glaube, dass ist sehr klug von Facebook. Wenn Facebook jetzt eine Redaktion aufbauen würde, würde aus Facebook eine Art internationale New York Times mit allen Konsequenzen. Dann müssten alle Beiträge auf Facebook so behandelt werden wie Kommentare bei Zeitungsartikeln. Ich glaube, das wäre das Ende von Facebook. Was ich auch gut finde ist, dass die nicht mit einem fertigen Konzept da rangehen sondern sagen: Wir haben ein Ziel, das wir erreichen möchten, nämlich die Verbreitung von Fake News einzudämmen. Und jetzt machen wir uns auf den Weg und schauen, wie wir das machen. Ein Grund, warum wir zunächst kein Geld nehmen ist ja auch, dass wir uns erstmal beschnuppern müssen. Wenn Facebook versuchen sollte, Einfluss auf uns auszuüben, dann sind wir sofort weg. Das ist einfacher, wenn man erstmal kein Geld bekommt.

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Alle Kommentare

  1. Schraven und die Seinen sind nichts weiter als Phrasendreschmaschinchen des Establishments und der Lückenpresse. Ihre Geldgeber sind längst entlarvt und ihr ideologischer Hintergrund auch: rot-grün-links-versifft.
    Die ganze Geschichte ist ein schlechter Witz, außer, daß hier ein paar Leutchen, die sich unheimlich intelligent und wichtig vorkommen, jede Menge Kohle abgreifen.

  2. Es scheint nicht unwahrscheinlich zu sein, dass es so abläuft:
    Ein NATO Einmarsch, eine Bombardierung, ein getriggerter Regierungswechsel irgendwo, eine „Annexion“ irgendwo –
    und wieder gehts hoch her und die einen schreien, bevor sich der Staub gelegt hat und man auch nur irgendwas weiß „Stoppt Putin (Hussein, Assad, Gaddafi, Milosevic, Alliende, Mossadek…)“
    die anderen schreien „Transatlantiker, Lügenpresse,…“

    und correctiv wird da als Goldnugget ihrer tiefschürfenden Recherchen präsentieren: Der US Präsident, Die Merkel, der Schäuble, oder „Geheimdienstkreise“ haben dies und das gesagt, also haben die Recht.
    correctiv reproduziert nur die vorherrschenden Haltungen und Narrative. Sich fundamentale Fragen zu stellen: Fehlanzeige.

    So wie Herr Stefan Hebel in einer Podiumsdiskussion mit Ulrich Teusch und Jens Berger sich nicht entblödet hat zu sagen, man sollte die Kritik an Russland nur seriöser darbringen, dann wäre schon alles gut und das Vertrauen wieder hergestellt.

    An Herrn Hebel – einen durch und durch kritischen, aufgeklärten Journalisten alter (!) Schule, sieht man auch, wie tief die Gehirnwäsche schon vorgedrungen ist: Dass auch Mr.President, Merkel, Schäuble, Geheimdienste etc lügen könnten, dass sich die Balken biegen – dass es vielleicht sogar ihr Job ist, das zu tun – das kommt in ihrem Weltbild offenbar nicht vor.

    Und als Sahnehäubchen wird an der Peripherie zur Bedeutungslosigkeit recherchiert bis die Griffel glühen, Über AFD, Sparkassen, Flüchtlinge, Alternativen Medien. Mit was man das Volk halt harmlos oder auch weniger harmlos beschäftigt halten kann. Brot und Spiele und Löwenfütterung.
    Diese Recherchen werden dann zum Anlass genommen, sich mächtig auf die Schulter zu klopfen.

    Ahja. PS: Bin ich eigentlich alleine mit der Ansicht:
    >>GRAFIC NOVELS ALS NEWSFORMAT!!!??? WOLLEN DIE MICH VERARSCHEN????? WOZU HABE ICH IN DER SCHULE LESEN; SCHREIBEN UND RECHNEN GELERNT?<<

    Meine spontane Antwort ist, mit Bildchen kann man Leute besser manipulieren. Bilder unterlaufen das kritische Urteilsvermögen. Bilder sprechen Emotionen an, nicht logisches Argumentieren.
    Für wie doof halten die mich eigentlich?

    Aber auch das wird funktionieren. Es kommt auf die Massenwirkung an, nicht darauf was Einzelne wie ich und Du sagen und denken. Und die Masse ist – das wußte schon Tommy in Men in Black I – strunzdoof.

  3. (Die Kirche wurde angesteckt.)

    Eine Silvester Rakete wurde in Richtung Kirche geschossen…..das ist nun mal Fakt! Das hat zu einem Brandherd geführt…..natürlich sind das reißerische Überschriften…aber dann bin ich ja mal gespannt wie sich in Zukunft die Presse verhalten will….solche Überschrifgten produzieren die mainstream Medien haufen weise.

    Dirk Müller (Mr. Dax) und Anwalt Steinhöfel….sagen das mit der Fakenews Kampagne ein Angriff auf ungewollte Meinungen gestartet wird….so ich das auch. Hunderte Anwälte werden sich das nicht bieten lassen…..und Facebook wird hundert tausende Mitglieder verlieren. Keiner will Zensur wie in China.

    Im übrigen gibt es den juristischen begriff….Fakenews nicht! Man kann „üble Nachrede“ „Volksverhetzung“ und anderes juristisch verfolgen….wenn ich aber sage das ich gegen eine bestimmte Form von Zuwanderung bin ist das mein gutes Recht….und ich habe auch das Recht das zu begründenso wie ich das sehe.

    Angriff auf die Meinungsfreiheit…..diesmal von der liberalen Ecke…was kommt als nächstes?

  4. Das ist nur krank und ein Angriff auf die Presse und Meinungsfreiheit, allein zu bestimmen wollen was Wahrheit oder Lüge ist….ist nur krank. Das läuft nämlich darauf hinaus das was die Eliten sagen…ist die Wahrheit…ein Angriff auf die Demokratie ist das!

  5. Dass Herr David Schraven derart gegen Kritiker hetzt („alter Mann“) hat sicher auch damit zu tun, dass seine als gemeinnützig getarnte Goldgrube gerne behalten möchte: Immerhin genehmigte er sich in 2015 laut Rechenschaftsbericht ein Jahresgehalt von 111.000 Euro (Einhundertelftausend Euro) – er dürfte damit einer bestbezahlten Journalisten des Landes sein. Das „Recherchenetzwerk“ hat er wohl eher aus eigennützigen Motiven gegründet.

  6. „Tichy ist ein alter Mann.“ Mehr muss man nicht lesen, um zu wissen, was und wen David Schraven ideologisch vertritt. Den gesellschaftlichen Schaden, den diese „Suche nach korrekter Wahrheit“ verursachen wird, ist kaum einzuschätzen. Ähnlich wurde während der US-Wahlen Druck auf Facebook ausgeübt, das Ergebnis ist hinreichend bekannt. Wer denkt, die evolutionäre Entwicklung von Informationsaustausch kontrollieren zu können, ist ein Gestriger.

    1. Roland Tichy hat Correctiv bei Twitter und auf seiner Website massiv kritisiert.

      Antwort: Tichy ist ein alter Mann.

      Netiquette von Correctiv: „Diskriminierung und Diffamierung anderer Nutzer und sozialer Gruppen aufgrund….ihres Alters oder ihres Geschlechts sind ausdrücklich nicht gestattet.“

      Aha, wie verträgt sich das denn?!

  7. Wer auf die Kritik Tichys als wichtigstes ‚Argument‘ entgegensetzt, er sei „alt“, ist einfach nicht ernst zu nehmen. Was ist denn das?

    Auf bzw. ‚gegen‘ XING gab es einen Shitstorm, weil auf Tichys Einblick ein Artikel erschien, der kritikresistente ‚Gutmenschen‘ pathologisierte, wofür sich Tichy übrigens entschuldigte. Dennoch trägt man ihm das weiterhin nach. Aber Schraven lässt man respektlose Äußerungen einfach so durchgehen?

    Das sind mal wieder „zweierlei Maas“, mit denen gemessen wird. Von daher passt correctiv schon zu Facebook, wo Islamkritik übermäßig „geandet“ wird, während Antisemitismus, Deutschenhass und – Feindlichkeit kaum als Problem betrachtet werden.

    Ist das wirklich das Niveau, was wir von Schraven und correctiv erwarten können, dass man Leute auf Grund ihres Alters (61!) diskriminiert und sie alleine auf Grund ihres Alters disqualifiziert?

    1. Ich bin kein AfD-Anhänger, werde die Partei nicht wählen, aber was Correctiv in diesem Posting von sich gibt ist Populismus. Man kann die AfD bzw. deren Inhalte kritisieren, muss man teilweise auch. Aber das macht Correctiv alles andere als in neutraler Art und Weise. Es ist offensichtlich, dass sie eine politische Agenda betreiben. Correctiv offenbart sich selbst als politisch befangen. Die werden doch niemals neutral und seriös im Kampf gegen Fake-News vorgehen. Die werden, ob bewusst oder unbewusst, „im Zweifel links“ sein, um ja nicht als „rechts“ zu gelten.

  8. Tichy ist ein alter Mann? Und Schraven hat eine Glatze? Welch ein geniales Debattenniveau. Auch das Statement von Schraven, nur staatliche Stellen könnten Zensur ausüben, zeigt ein nicht gerade komplexe Erkenntnisbereitschaft. Denn es kommt auf das Ergebnis an. Wenn Facebook unter politischem Druck der herrschenden Nomenklatura eine Zensurstelle einführt, die Beiträge prüfen soll, dann ist das keine Zensur? Tipp an alle autoritären System, einfach den Zensurbereich privatrechtlich als Geschäftsmodell outsourcen, dann ist das nach diesem bizarren Verständnis keine Zensur mehr.

    Man schaue sich an, wer die Geldgeber hinter Correctiv sind, von den gesinnungsethischen Beiträgen der dort tätigen und ihrer politischen Agenda mal abgesehen, dabei natürlich die immer umtriebige Soros Stiftung.
    Die dubiose Rolle von „Correctiv“ im Interesse von gewichtigen Teilen des politisch-medialen Komplexes Beiträge in sozialen Netzwerken zu durchforsten und die etablierten Medien nicht zu nach Faktenlage zu prüfen, hat Telepolis gut analysiert, meine Empfehlung:

    https://www.heise.de/tp/features/Facebook-Wahrheitspruefer-Correctiv-verstrickt-sich-in-Widersprueche-3605916.html

    Weniges lässt sich zudem eindeutig als Faktum klassifizieren, das meiste findet in Grauzonen der Interpretationen statt. Dazu muss man nicht Hegel herbeiziehen. Das Ganze erscheint mehr ein Versuch zu sein, die Debattenkontrolle und Meinungshoheit über die anarchischen sozialen Netzwerke Im Sinne der herrschenden Politik wiederzuerlangen. Das wird absehbar scheitern.

    1. Im Gegensatz zu Tichy erfüllt Schraven jetzt schon das Klischee „Alter Mann“ – hat der keinen Spiegel oder sind seine Augen wieder schlechter geworden?

  9. Ich bin etwas irritiert. Gerade eben habe ich mir zum x-ten Mal Art. 5 GG durchgelesen und finde da…

    „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

    …die Ausnahme der sog. „Fake-News“ nicht. Gibt es also vielleicht eine Änderung des Grundgesetzes die mir entgangen ist?

  10. >Wir haben von Correctiv aus im Spätherbst Facebook wegen der Probleme mit Fake News angesprochen.Gute Frage. Ich glaube, das muss man sehen, wenn es soweit ist. <

    Niemand wird sich für das Label "fake-news" mehr interessieren, sobald auch nur 1 Fehler passiert, und eine einzige korrekte Meldung falsch deklariert wird. SO IST DAS!
    Und am Ende wird es heißen "außer Spesen, nix gewesen".

  11. Hallo Herr Winterbauer, danke für das Interview. Zusammengefasst: Correctiv hat nicht die Bohne einer Ahnung, was sie eigentlich machen wollen – wahrscheinlich will Schraven vernünftigerweise dafür auch kein Geld ausgeben. Die angeführte tolle Definition von „FakeNews“ bei Poynter hilft nicht weiter – sie betrifft nur die Durchführung der Suche, aber nicht was eine FakeNews eigentlich ist. Klassische Medien – ARDZDFSZSpiegelundCo – dürfen dazu aufatmen. sie lässt Schraven gleich mal weg. Verständlich, denn die sind schliesslich seine Kunden. Abgesehen davon, müsste man die Yellow Press damit gleich ganz abschaffen. Die angeführten Beispiel wie Presserat oder BildBlog sind dazu vorsichtig zu geniessen: Denn ausserhalb der Medienblase juckt das keine Sau. Medienrecht, Herr Schraven, ist da effektiver.

    Wie soll das überhaupt funktionieren? Jemand behauptet, ein anderer hat 50 Kühe im Stall und Correctiv weist in wochenlanger Investigativrecherche nach, dass es nur 48 sind? Mehr doch nicht, denn die subjektive Bewertung von Fakten will man ja nicht kontrollieren. Und 20 Correctiv Mitarbeiter kümmern sich um wieviel tausend Beschwerden pro Tag, wo x findet, dass y aber wirklich übelst gelogen hat? Um es dann nach drei Wochen richtig zu stellen?

    So what? Diese ganze FakeNews Debatte entpuppt sich maximal als die übliche gesinnungsethische Effekthascherei, als netter PR-Gag für Correctiv (zur Bestätigung der Sponsoren) und für Facebook (mit Blick auf Maas). Vielleicht auch einmal mehr als Wahlkampfhilfe für Links, denn lügen tun bekanntermassen nur die Rechten. Mithin bildet der ganze Vorgang selbst eine FakeNews, ein Atom in der Medienblase von vergleichbarer Relevanz. Vorraussage: In einem Jahr interessiert das niemand mehr.

    Sorry, aber ich fürchte: der „alte Mann“ Tichy ( eigentlich eine FakeBehauptung, Herr Schraven (46), die Sie mit Ihrem neuen Institut unbedingt korrigieren müssten: „Alt ist man nach Definition der WHO ab 65 Jahren: http://www.medizinfo.de/geriatrie/alter/definition_alt.shtml; Tichy ist 61 Jahre jung) – hat recht.

    1. Gehe voll umfänglich mit Ihnen mit.
      Zusatz: Was für eine Frechheit eines 46-jährigen „alten Mannes“ (welche 20-jährigen interessieren sich denn für den) gegenüber einem 61-jährigen. Trump ist 70 und mischt gerade die Welt auf. Und bei Meedia steht „Frau Weisbrand“ und erkärt uns die Lügenwelt des Trump… Intellektuelle Twitterer – gaaanz wichtige Menschen natürlich – feiern sie.. hahahahahahahaha… Das ist für Trump der Supergau – bestimmt oder? Aufgeregte gackernde Hühner wollen ihre heile Welt erhalten. Wie wir lernen mussten, dass unsere „Bürokratien“ dort wo sie nicht zu tausenden Verkehrssünder „überwachen“ total überfordert sind – so lernen wir gerade, wie „die etablierten Wichtig-Leute, die in Talkshows rumsitzen und uns erzählen was geht“ sich an Trump abarbeiten. Ohne Sinn, ohne Nutzen .. nur für die eigene Wohlfühl-Blase (um das Wort zu benützen, das uns grade so arg beschäftigt.. uns… die wir alle in unseren eigenen Blasen leben).. Boah eye… Leute.. merkt ihr noch was?!

  12. Ich würde Correctiv empfehlen sich den Namen des Entscheiders zu jedem Vorgang zu merken und eine große Rechtsabteilung sich anzuschaffen wenn Betroffene Schadensersatz vor Gericht einfordern sobald eine vermeiintliche Fake News wiedermal Tatsachen waren.

  13. David Schraven sagt:
    „Es ist ein freies Land. Wenn du das so siehst, siehst du das so.“
    Offenbar ist er, was Wahrheitstheorien angeht, ein Relativist. Ich habe meine Wahrheit, du hast Deine Wahrheit. Kein Problem kann alles nebeneinander bestehen.
    Das sind schlechte Voraussetzungen, wenn man Fake-News entlarven will. Denn dafür muss man in Anspruch nehmen, dass es unverhandelbare, objektive Wahrheiten gibt.
    Wahrheit hat im übrigen nichts mit einem freien Land zu tun. Wahr und falsch sind auch in Nordkorea wahr und falsch. Nur die Meinungen sind halt nicht überall gleich frei.
    Wünsche trotzdem viel Erfolg.

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