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@POTUS-Übergabe: So twittern Donald Trump und Barack Obama weiter

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Präsidialer Dialog: Donald Trump und Barack Obama © YouTube / ABC

Es ist offiziell: Donald Trump ist nicht nur neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auch Inhaber eines neuen Twitter-Kontos: @POTUS. Sein Amtsvorgänger erhielt unterdessen alle Tweets auf das neue Konto @POTUS44 transferiert, twitterte aber erstmals seit acht Jahren wieder unter seinem eigenen Konto @BarackObama. Mit stolzen 82 Millionen Followern bringt es Obama auf gleich viermal so viele Anhänger wie der Twitter-Account von @realDonaldTrump, den der neue Präsident weiter aktiv befüllen will.

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Donald Trump beschäftigte sein Twitter-Konto auch beim traditionellen Ball zur Amtseinführung. „Soll ich weiter twittern?“ fragte Trump die geladenen Gäste, nur um sich selbst die rhetorische Antwort zu geben. „Ich glaube schon“.

Doch wo eigentlich? Unmittelbar nach der Amtsübernahme nämlich wurde es unübersichtlich: In gewohnter Form twitterte Trump nämlich auf seinem bekannten Konto @realDonaldTrump die wichtigsten Passagen seiner kontroversen Rede zur Amtseinführung.

Nur eine Stunde später wurden auch vom offiziellen Twitter-Account des amerikanischen Präsidenten @POTUS erste Tweets abgesetzt, die die Amtseinführung mit Bildern dokumentierten.

Fünf Stunden zuvor hatte sich der scheidende Präsident Barack Obama noch auf demselben Konto von den 14 Millionen Followern mit bewegenden Worten verabschiedet. „Es war die Ehre meines Lebens Euch zu dienen. Ihr habt mich zu einem besseren Führer und Menschen gemacht.“

Wie im Social Media-Protokoll zur Machtübergabe festgelegt, wurde das seit 2015 von Barack Obama geführte @POTUS-Konto an Donald Trump übergeben, aber alle bisherigen Tweets (inklusive der 14 Millionen Follower) zum neuen Twitter-Konto @POTUS44 transferiert, das nun lediglich Archiv-Funktion besitzt.

„Ich werde nicht aufhören, ich werde weiter für Euch als Bürger da sein, inspiriert von Euren Stimmen der Wahrheit, Gerechtigkeit, gutem Humor und Liebe“, twitterte Obama in einer seiner letzten Nachrichten.

Doch niemals geht man bekanntlich so ganz. Ganze fünf Stunden später meldete sich Obama als Ex-Präsident schon wieder auf Twitter zurück – und zwar auf seinem Privat-Konto @BarackObama, das im Wahlkampf 2008 eine so wichtige Rolle gespielt hatte, während Obamas Zeit als Präsident jedoch geruht hatte und lediglich von einer Lobby-Organisation gefüllt worden war.

„Hallo an alle! Zurück zum Original-Konto. Gibt es das Ding noch? Michelle und ich brechen kurz in den Urlaub auf, dann machen wir uns wieder an die Arbeit“, twitterte Obama an seine Follower. Für die Gefolgschaft des früheren Präsidenten dürfte es neben der Ankündigung von Obamas Stiftung die beste Nachricht eines denkwürdigen Tages gewesen sein – Barack Obama wird sich auch künftig zu Wort melden.

Donald Trump dürfte unterdessen genau hinsehen, was sein Amtsvorgänger schreibt. Neidisch vielleicht auch: Denn mit 82 Millionen Followern besitzt der alte Präsident auf seinem privaten Twitter-Konto eine viermal so große Gefolgschaft wie der neue. Bevor es so weit ist, feierte Donald Trump unterdessen den Beginn seiner Präsidentschaft – und mit dem Eröffnungstanz des Amtseinführungsballs sich selbst.

Ironische Randnotiz: Just an jenem Tag, an dem der Kurznachrichtendienst so viel mediale Aufmerksamkeit erhielt wie wohl noch nie, setzte die Twitter-Aktie ihren bitteren Abwärtstrend fort und verlor gestern weitere zwei Prozent. Vielleicht steigt der Kurs des abgestürzten Social Media-Dienstes erst wieder, wenn sich der neue Präsident höchstpersönlich darum kümmert, auch Twitter wieder „großartig zu machen“…

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