Deutlich geringeres Interesse an Trumps Amtseinführung als an Obamas 2009, „Der Staatsanwalt“ besiegt die Bundesliga

Nutzt seine Macht zu einem radikalen Paradigmenwechsel der US-Weltpolitik: Donald Trump
Nutzt seine Macht zu einem radikalen Paradigmenwechsel der US-Weltpolitik: Donald Trump

Die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat zwar viele Deutsche interessiert, aber längst nicht so viele wie die seines Vorgängers Obama vor acht Jahren. Sahen damals noch rund 10 Mio. zu, waren es diesmal etwa 5,5 Mio. In der Prime Time gewann am Freitag überraschend das ZDF: "Der Staatsanwalt" sammelte mehr Zuschauer ein als die Bundesliga mit dem FC Bayern im Ersten.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Freitag wissen müssen:

1. Trumps Amtseinführung mit deutlich weniger Zuschauern als Obamas 2009

Die genaue Zuschauerzahl von Doanld Trumps Amtseinführung im deutschen Fernsehen zu ermitteln, ist nicht so einfach, da die Sendezeiten bei den verschiedenen Kanälen recht unterschiedlich waren. So sahen im Ersten zwischen 17.15 Uhr und 18.45 Uhr im Durchschnitt 3,57 Mio. Leute zu – ein starker Marktanteil von 16,7%. n-tv kam zwischen 15.55 Uhr und 18.35 Uhr auf 650.000 Seher und stolze 3,5%, N24 erreichte zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr 420.000, zwischen 18 Uhr und 18.45 Uhr 520.000, der Marktanteil lag jeweils bei 2,3%. Bei Phoenix, das wohl am umfangreichsten übertrug, wurde die Sendung in den Quoten-Statistiken in 26 Teile geteilt. Am größten war das Publikum zwischen zwischen 17.55 Uhr und 19 Uhr mit fast durchgängig über 700.000 Sehern und Marktanteilen von 3% und mehr. Insgesamt sahen die Amtseinführung also rund 5,5 Leute. Zum Vergleich: Als Barack Obama 2009 seinen großen Tag hatte, sahen allein im Ersten 5,08 Mio. (24.0%) zu, im ZDF, das diesmal auf eine Live-Übertragung verzichtete, 4,05 Mio. (18,7%) und bei den drei Info-Sendern rund 750.000. Insgesamt also fast 10 Mio. Deutlich mehr gegenüber den 5,5 Mio. von Trump.

2. „Der Staatsanwalt“ besiegt die Bundesliga

Noch nicht allzu groß scheint die Lust der Fußball-Fans nach der Winterpause zu sein. Zwar sahen 5,59 Mio. das erste Bundesliga-Spiel zwischen dem SC Freiburg und Bayern München, doch das waren weniger als die Zuschauerzahl der ZDF-Krimiserie „Der Staatsanwalt“, die parallel zur ersten Fußball-Halbzeit 5,94 Mio. (18,1%) lockte. Die „SOKO Leipzig“ kam im Anschluss noch auf 4,94 Mio. und 15,0%. Auch „Wer wird Millionär?“ wurde dem Fußball gefährlich: mit 5,33 Mio. Sehern und 16,3%.

3. Dschungel unter Vorjahr, aber mit doppeltem Tagessieg

Die Nummer 1 des deutschen Fernsehens war aber auch am Freitag wieder „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“. 6,48 Mio. sahen ab 22.15 Uhr zu – 26,9%. Das reichte ebenso für den Tagessieg wie die 3,49 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 38,4%. Damit landete der achte Dschungel-Tag unter den Zahlen des vorigen Jahres, sowohl was die Zuschauerzahlen, als auch die Marktanteile betrifft. Vorher lag im jungen Publikum die Bundesliga vorn – allerdings nur hauchdünn: 1,61 Mio. (15,2%) sahen Freiburg-Bayern, 1,59 Mio. (15,2%) „Wer wird Millionär?“.

4. ProSieben blass, Sat.1 katastrophal auf Niveau von kabel eins

Die anderen großen und halbwegs großen Privatsender blieben am Freitagabend allesamt unter ihrem Soll. So kam ProSieben mit „Wo ist Hanna?“ nur auf 910.000 14- bis 49-Jährige und 8,7%, Sat.1 mit „Jack and Jill“ gar nur auf 540.000 und katastrophale 5,1%. Damit sackte Sat.1 in der Prime Time auf Zweitliga-Niveau ab. kabel eins erreichte mit „Forever“ um 20.15 Uhr immerhin 510.000 und 5,0%, mit „Castle“ danach nur noch 4,6% und 3,9%. Bei RTL II erreichte „The Last Days on Mars“ 520.000 junge Zuschauer und 4,9%, die Vox-Serie „Law & Order: SVU“ erreichte um 20.15 Uhr 4,3%, um 21.15 Uhr 5,1%.

5. arte um 20.15 Uhr auf Niveau von Sat.1, Vox, RTL II und kabel eins

Zu den Gewinnern des Freitagabends gehört eindeutig der arte-Film „Freistatt“. 910.000 sahen ihn ab 20.15 Uhr – ein Top-Marktanteil von 2,7%. Normal sind für arte 1,0%. Zum Vergleich: Die Filme von Sat.1 und RTL II erreichten parallel dazu 930.000 und 960.000 Seher, die Serien von Vox und kabel eins zwischen 870.000 und 1,05 Mio. Hauchdünn hinter arte landete der zdf_neo-Krimi „Vera – Ein ganz spezieller Fall“: 900.000 Seher entsprachen ebenfalls 2,7%.

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Alle Kommentare

  1. Die Überschrift ist schlicht und einfach irreführend. Nirgendwo beweist der Autor ein geringeres Interesse an der Amtseinführung Trumps. Was der Autor in seinem Snippet zeigt, sind geringere TV-Zuschauerzahlen, nicht ein geringeres Interesse. Wir schreiben 2017 und nicht mehr 2009. Damals war das Internet noch keine ernsthafte Alternative als Streaming-Medium. Wie hoch waren eigentlich die Zuschauerzahlen bei der zweiten Amtseinführung Obamas?

    Das ZDF – so erfährt man in einem versteckten Nebensatz – übertrug erst gar nicht. So kann man auch ein „geringeres Interesse“ herbeiführen. Soll das jetzt eine seriöse Analyse sein, Herr Schröder?

    Ich habe mir den Live-Stream auf ABC News angesehen. Kommentarfrei. Ich bilde mir gern ein eigenes Urteil und Empörungsrituale wie bei den Öffentlich-Rechtlichen oder den privaten TV-Sendern helfen mir dabei kein bisschen. Ich habe seit einiger Zeit immer den Eindruck, der Redakteur trägt einen Talar, unter dem er nackt ist, und predigt von einer Kanzel. Wenn ich Predigten hören will, gehe ich woandershin.

  2. Ich habe die Amtseinführung im Internet live bei foxnews gesehen, bzw. die Rede nachträglich bei youtube, um mir die dümmlichen deutschen Kommentare zu ersparen. Genauso wie bei der Wahl am 8.11.

    Das werden kein 5 Millionen gemacht haben, aber ich bin mir sicher, dass hier eine signifikante Zahl an Zuschauern, die eben bewußt nicht mehr bei ARD und ZDF gucken, durch das Raster fallen.

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