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Zum Start der Fußball Bild: „Statt Trump gibt es bei uns Aubameyang, Rummenigge und Podolski exklusiv“

Fußball Bild-Gründungschef Matthias Brüggelmann
Fußball Bild-Gründungschef Matthias Brüggelmann

„Selten bekommt man eine zweite Chance, mit einem guten ersten Eindruck zu überzeugen“. Am heutigen Freitag geht das jedoch: Während der Bundesliga-Vorrunde testete die Bild in München und Stuttgart eine tägliche Sportzeitung. Zum Ende der Winterpause schickt Springer die Fußball Bild nun bundesweit in den In-Fight mit der Regional-Presse. Im MEEDIA-Interview erklärt Chefredakteur Matthias Brügelmann sein Spielsystem für ein gutes Buffer-Blatt und die Taktik, um gegen die Lokal-Konkurrenz zu bestehen.

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Wenn es um die Bild geht, reden noch immer alle über das Trump-Interview und die heutige Amtseinführung des neuen US-Präsidenten. Wie schwer ist es da jetzt, mit so etwas profanem, wie einer Fußball Bild zu kommen?
Wir gönnen Kai Diekmann diesen Scoop von Herzen. Ich hätte ihn bitten sollen, noch eine Fußballfrage für Fußball Bild zu stellen. Wenn man sich Trumps Büro anschaut, scheint er aber mehr auf Boxen und American Football zu stehen.

Das hat offenbar nicht geklappt. Jetzt müssen Sie also ohne Trump auskommen.
Da müssen wir jetzt durch. Ich glaube, die Fußball-Fans können damit leben, bei uns exklusiv Aubameyang, Rummenigge und Podolski zu bekommen statt Trump.

Wie fühlt sich so ein bundesweiter Rollout an? Immerhin produzieren sie die Fußball Bild ja schon täglich.
Es fühlt sich schon anders an. Selten bekommt man eine zweite Chance, mit einem guten ersten Eindruck zu überzeugen. Die Anspannung ist da. Auch weil wir das Format auf Tabloid umstellen und damit von 24 auf jetzt 32 Seiten gehen. Das hat erhebliche Folgen für das Layout. Wir können jetzt etwas magaziniger werden. Zudem mussten wir noch einmal ganz genau überlegen, welche Themen wir wie gewichten wollen.

Bislang erschien die Zeitung nur im Raum München und Stuttgart. Wie verändert sich nun die bundesweite Ansprache?
Wir haben jetzt die Möglichkeit, in fünf Gebieten zu regionalisieren.

„Die Positiv-Geschichte über einen Verein verkauft deutlich besser als die negative“

Heißt: In München wäre beispielsweise Bayerns Robben auf dem Cover und in NRW Dortmunds Marco Reus?
Theoretisch ja. Allerdings muss man bei Regionalisierungen immer mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen und darf das Ganze nicht überstrapazieren. So stellt sich im Norden dann beispielsweise die Frage: Welche HSV-Geschichte verkauft sich auch in Hannover und Bremen?

Wahrscheinlich die Negativ-Geschichte.
Das könnte man denken. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Positiv-Geschichte über einen Verein deutlich besser verkauft als die negative. Das wissen wir von Bild. Der Fan labt sich offenbar lieber am Erfolg seiner Mannschaft, als sich durch Krisengeschichten noch schlechter zu fühlen als ohnehin schon. Wir werden aber mit den Regionalisierungen viel ausprobieren.

Da lieferte die Testphase in der Vorrunde also kaum Erkenntnisse?
Nein. Dazu waren die Regionen zu einheitlich.

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Für die Leser gilt noch immer: „Es geht beim Fußball nicht um Leben und Tod – es geht um mehr“

Welche Erkenntnisse lieferte das erste Halbjahr?
Der Montag war immer ein besonders starker Verkaufstag. Trotz der ausführlichen TV-Berichterstattung über den Spieltag und den vielen Online-Berichten, wollen die Fans am Tag nach dem Wochenende alles auf einen Blick haben. Auch die Freitage und Samstage, also die Vorbereitung auf einen Spieltag, funktionierten gut. Zudem konnten wir mit Aktualität, etwa bei Champions League- und Europa-League-Partien, punkten. Gerade in Regionen, die von den überregionalen Tageszeitungen nur mit Andruck-Ausgaben erreicht werden. Zudem hat unsere Leserbefragung zu Tage gefördert, dass Fußball für die meisten Käufer kein Spaß ist. Der alte Spruch: „Es geht beim Fußball nicht um Leben und Tod – es geht um mehr“, gilt noch immer.

Das heißt: Der Leser will nicht zu viele bunte Themen?
Genau. Der Ansatz, den wir bei Bild so manches mal verfolgen, auch in den Kleiderschrank eines Spielers oder seiner Frau zu schauen, nehmen die Fußball-Bild-Leser durchaus übel. Zumindest, wenn man es nicht schafft, eine Verbindung zur sportlichen Leistung des Spielers herzustellen.

Wie viele Ausgaben haben sie in den Testgebieten in München und Stuttgart verkauft?
Da machen wir auch weiterhin keine Angaben. Die bundesweite Startauflage liegt bei 300.000. Wir lassen uns überraschen.

Hat die Bild in München und Stuttgart gemerkt, dass es eine Fußball Bild gibt?
Wir haben keinen Trend zur Kannibalisierung beobachten können. Inwieweit das repräsentativ für ganz Deutschland ist, werden wir sehen.

Mussten die Konkurrenten in Bayern und Baden-Württemberg durch die Einführung der Fußball Bild denn Federn lassen?
Davon haben wir nichts gehört.

Noch mal nachgefragt: Verkauft die Bild seit der Einführung der Fußball Bild in den beiden Test-Regionen denn insgesamt mehr Zeitungen aus der roten Gruppe, als davor?
Natürlich. Sonst würden wir das ja nicht machen.

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