„Tagesschau“-Task-Force: ARD diskutiert Maßnahmen gegen Fake-News

ARD-Chefredakteur Rainald Becker. In der ARD hält man Fake-News für „ein ernstzunehmendes und virulentes Thema“
ARD-Chefredakteur Rainald Becker. In der ARD hält man Fake-News für "ein ernstzunehmendes und virulentes Thema"

Die ARD überlegt künftig systematisch gegen gefälschte Nachrichten vorgehen. Wie ist dabei aber noch lange nicht klar. "Fake News sind ein ernstzunehmendes und virulentes Thema. Die ARD beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie sie sich dagegen wappnen kann", sagte ein Sprecher am Donnerstag.

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Über konkrete Maßnahmen soll im Laufe der kommenden Woche entschieden werden. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf den ARD-Chefredakteur Rainald Becker berichtet, die Sendergemeinschaft überlege, eine „Anti-Fake-News-Einheit“ aufzubauen, die voraussichtlich in Hamburg bei ARD-aktuell (zuständig für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“) angesiedelt sein soll.

Gegenüber MEEDIA konkretisierte Becker: „Richtig ist das die ARD/Das Erste einen Workshop zu diesem Thema abgehalten hat, der von der Chefredakteurskonferenz (CRK) beauftragt worden war.“ Auf Basis des Workshops sei dann ein Papier entstanden das in der kommenden Woche erst den Direktoren und danach den Intendanten vorgelegt werden soll. Ob daraus dann wirklich eine „Anti-Fake-News-Einheit“ bei ARD-aktuell werde, „bleibt bis dahin offen“.

Das gilt auch für den Namen der Truppe. Für den Chefredakteur ist jedoch eindeutig klar, dass eine solche Unit alle ARD- Landesrundfunkanstalten im Einsatz wäre. Also auch für die Hörfunksender und Online-Redaktionen.

Dem RND-Bericht zufolge sollte die mögliche Task-Force – wenn sie denn kommt – spätestens am 1. April ihre Arbeit aufnehmen. Der Entwurf zum Aufbau der Anti-Fake-News-Einheit sieht demnach vor, alle Rechercheergebnisse der ARD auf einer zentralen Webseite zu veröffentlichen. Das Ziel sei, gefälschte Nachrichten rechtzeitig zu entlarven, weil sie die politische Meinungsbildung bedrohten und die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung gefährdeten.

Mit Material von dpa

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