Jagdszenen in Plattenbausiedlung: Syrischer MDR-Mitarbeiter in Erfurt mit Schlagstock angegriffen

Während eines Drehs für die Polit-Magazine „Fakt“ und „Exakt“ wurde ein MDR-Filmteam angegriffen
Während eines Drehs für die Polit-Magazine "Fakt" und "Exakt" wurde ein MDR-Filmteam angegriffen

Während eines Drehs für die Polit-Magazine "Exakt" und "Fakt" wurde ein Filmteam des MDR tätlich angegriffen und beleidigt, wie der Sender am Dienstag in Leipzig mitgeteilt hat. Die Tat war offenbar rassistisch motiviert: Unter den vier Mitarbeitern befand sich auch ein Syrer, der von den Tätern gezielt attackiert wurde.

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Ein Syrer aus einem Fernsehteam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) ist im thüringischen Erfurt attackiert und fremdenfeindlich beleidigt worden. Das Kamerateam aus vier Leuten habe am Montagabend einen Beitrag zum Thema „Angriffe auf Flüchtlingskinder“ für die politischen Magazine „Exakt“ und „Fakt“ gedreht, teilte der MDR am Dienstag in Leipzig mit.

Nach Angaben des Senders wollte eine Gruppe alkoholisierter Männer zunächst dem Kameramann der Gruppe sein Gerät entreißen. Dann hätten sie einen 32 Jahre alten Journalisten syrischer Herkunft rassistisch beleidigt und mit einem Gegenstand bedroht. Der Mann sei von zwei Angreifern mehrere hundert Meter gejagt worden, ehe es ihm gelang, sich in einen Supermarkt zu flüchten. Ein Angreifer habe einen Teleskopschlagstock gezogen und versucht, auf den Syrer einzuschlagen. Laut Polizei hatte das Kamerateam im Plattenbaugebiet Rieth aus Versehen Menschen gefilmt, die sich dadurch gestört fühlten und die Crew bedrohten, wie die FAZ berichtet.

Zwei mutmaßliche Angreifer im Alter von 35 und 41 Jahren wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben der Beamten wurde bei dem Vorfall niemand verletzt. Die Redaktion plant, den Beitrag zu massiv gestiegenen Angriffen auf Flüchtlingskinder am kommenden Dienstag, 24. Januar, im ARD-Magazin „Fakt“ um 21.45 Uhr zu senden.

Mit Material der dpa

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