Anzeige

Hacker-Angriff auf Journalisten-Portal: Unbekannte erpressen kress-Verleger Oberauer

Daten-Diebe wollen den Verleger erpressen
Daten-Diebe wollen den Verleger erpressen

Der Fachverlag Oberauer ist offenbar Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Nach Angaben des Verlegers Johann Oberauer hätten bislang unbekannte Täter die Datenbank seiner Website JournalistenPreise.de gehackt und E-Mail-Adressen gestohlen. Nun werde der Betreiber erpresst. Ob auch weitere Portale des österreichischen Verlages betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.

Anzeige
Anzeige

Für zahlreiche Unternehmen sind Hacker-Angriffe zur ernsthaften Gefahr geworden. Der Diebstahl sensibler Daten kann Vertrauen von Kunden erschüttern und das Geschäft nachhaltig beschädigen. Die Ziele digitaler Diebe sind unterschiedlich: Regierungen, Organisationen, Konzerne und selbst kleinere Unternehmer sind vor Angriffen nicht sicher. Das bekam nun offensichtlich auch der Fachverlag Oberauer (u.a. kress, Medium Magazin, Wirtschaftsjournalist) aus Österreich zu spüren, der unter anderem die Portale Kress, Newsroom und Pressekonditionen betreibt. Wie Verleger Johann Oberauer seinen Kunden via E-Mail mitteilte, sei es zu eine Angriff auf das Portal JournalistenPreise.de gekommen. Das Portal ist eine Sammlung von Medienpreisen für Journalisten im deutschsprachigen Raum.

Nach Angaben des Verlegers sei es den Angreifern gelungen, 1.354 E-Mail-Adressen abzugreifen. „Allerdings stehen diese in keinem Zusammenhang mit weiteren personenbezogenen Daten, sodass der mögliche Schaden begrenzt ist“, beteuert Oberauer. Den Dieben dienen die Daten offenbar zur Erpressung, wie es weiter heißt. Wie hoch die geforderte Geldsumme ist, will Oberauer nicht sagen. Er habe sich entschieden, sich nicht erpressen zu lassen und den Angriff auf sein Unternehmen selbst öffentlich zu machen sowie Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Salzburg zu erstellen. Er müsse davon ausgehen, dass die Hacker auch bei Bezahlung der Forderung die E-Mail-Adressen seiner Abonnenten dennoch öffentlich machen. „Sollten Sie davon betroffen sein und persönlich angesprochen werden, bitte ich Sie mich zu informieren. Einzelne haben bereits ein E-Mail mit unserem Absender erhalten. Darin wird erklärt, dass man für einen Journalistenpreis vorgeschlagen worden sei. Dieses Mail ist gefälscht.“ Dahinter verberge sich ein Tronjaner.

Anzeige

Wie Oberauer auf Nachfrage von MEEDIA mitteilt, haben die Hacker ein Datenleck ausfindig gemacht, das vom Verlag unentdeckt geblieben ist. Es habe aber keinen Angriff auf weitere Portale aus dem Verlag gegeben. Die Summe der Erpresser belaufe sich auf 5.000 Euro in Bitcoins, so Oberauer weiter. „Ich gehe davon aus, dass die Erpressung weitergeht, sobald wir zahlen.“ Die offensichtlichen Fehler seien behoben worden. „Alle anderen Seiten haben wir geprüft. Das sollte passen. Aber man ist letztlich nie wirklich komplett geschützt.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige