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Bild verklagt Focus Online wegen „systematischem“ Inhalte-Diebstahl auf Schadenersatz

Chefredakteure Daniel Steil (li., Focus Online) und Julian Reichelt (Bild):  Ende im Dauer- Streit um Inhalte-Übernahme?
Chefredakteure Daniel Steil (li., Focus Online) und Julian Reichelt (Bild): Ende im Dauer- Streit um Inhalte-Übernahme?

Den Schutz der eigenen Inhalte betreibt und verteidigt kaum ein anderer Titel so vehement wie die Bild. Nach dem Start der Bezahlschranke und dem harten Aussperren von Ad-Blocker-Nutzer gehen die Berliner nun gegen das nächste Ärgernis vor, das ihnen schon lange ein Dorn im Auge ist: Focus Online. Vor dem LG Köln klagt die Bild nun gegen das „systematische“ Abschreiben von BildPlus-Inhalten.

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Via Pressemitteilung gab Springer am Dienstag bekannt, dass man vor Landgericht Köln eine wettbewerbs- und urheberrechtliche Klage gegen Focus Online eingereicht hätte. Die Klage wendet sich dagegen, „dass Focus Online systematisch exklusive Bezahl-Inhalte von BildPlus abschreibt und zum Teil des eigenen Geschäftsmodells macht, das Journalismus reichweitenorientiert vermarktet“. Grundlage der Klage sei die gezielte Behinderung des Geschäftsmodells von BildPlus sowie eine Verletzung des Datenbankrechts.

Vorbereitet wurde die juristische Attacke von langer Hand. Denn bereits seit Monaten sammelte die Bild alle Bezahl-Artikel, deren Inhalt das Burda-Portal zum kostenlosen Lesen zusammenfasste. Bei dieser Analyse kam Springer zu dem Ergebnis: „Focus Online verwertet systematisch und oft schon unmittelbar nach der Erstveröffentlichung die exklusiven BildPlus- Geschichten auf der eigenen Homepage. Mit der Klage verlangt Bild Unterlassung, Auskunft und Schadensersatzfeststellung.“

In einem ersten Kommentar sagt Julian Reichelt, Digital-Chef der Bild: „Für uns geht es hier um das Wertvollste, was wir als journalistische Marke haben: unsere mit eigenen Ressourcen recherchierten Inhalte. Wir haben einzelne Fälle gegenüber Focus Online zunächst im Guten kritisiert – ohne Erfolg.“ Tatsächlich ärgert er sich seit langen sehr laut und öffentlich über die Praxis des Burda-Portals. Weiter erklärt er in der Pressemitteilung: „Leider mussten wir dann feststellen, dass Focus Online systematisch vorgeht und unsere exklusiven Geschichten stiehlt und verwertet, um auf diese Weise kostengünstig, ohne jedes redaktionelle Investment, die eigene Reichweite zu erhöhen. Mit diesem Verhalten greift Focus Online das Geschäftsmodell einer ganzen Branche an – dagegen müssen wir uns wehren.“

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Pikante Randnotiz. Am gestrigen Montag sprach Springer-Chef Mathias Döpfner auf dem DLD noch mit Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen. Zu diesem Zeitpunkt wusste die Focus-Online-Macher noch gar nichts von der Klage.

Das Aktenzeichen lautet: AK14.O.5/17

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