Australian Open: So lief Boris Beckers TV-Comeback bei Eurosport

Kommentiert wieder: Tennislegende Boris Becker
Kommentiert wieder: Tennislegende Boris Becker

Es ist immer eine Gratwanderung mit Sportexperten im Fernsehen: Bringt ihr Name mehr Quote als durch Phrasendrescherei verloren geht? Was beim Fußball oft genug schief geht, funktioniert seit Jahren bei Eurosport im Tennis-Bereich bestens: Der Sportsender hat mit Mats Wilander und Barbara Schett zwei ehemalige Weltklasse-Spieler zu Moderatoren gemacht, zu denen nun auch für deutsche Zuschauer Boris Becker stößt. Der dreifache Wimbledon-Sieger lieferte gestern seine Prämiere ab, die trotz Floskelhaftigkeit im Social Web gut ankam.

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Es gab Zeiten, da musste man befürchten, Boris Becker im Januar im australischen Dschungel(camp) suchen zu müssen  – stattdessen ist der sechsfache Grand Slam-Sieger zeitgleich im gewohnten Terrain anzutreffen: auf dem Centre Court in Melbourne.

In den vergangenen Jahren war Becker als Trainer von Novak Djokovic ein beachtliches Comeback geglückt: Statt wie zuvor durch Facebook, Twitter und Trash-TV-Shows zu irrlichtern, hat sich die deutsche Tennis-Legende zwischen 2013 als 2016 als Coach des Weltranglistenersten viel Reputation zurückerarbeitet und neuen Respekt hinzugewonnen. Dann folgte die überraschende Trennung von Djokovic, die vor dem nächsten Trainer-Job neue Freiheiten bietet.

Seit gestern ist Becker in die deutsche Wohnzimmer zurückgekehrt – als Kommentator der Australian Open bei Eurosport. An der Seite von Reporter-Veteran Matthias Stach kommentierte der zweifache Australian Open-Champion das überraschend spannende Auftaktmatch von Angelique Kerber.

Die Rolle ist Becker bestens bekannt: Seit 2003 kommentiert der Wahl-Londoner für die BBC das wichtigste Turnier der Welt, Wimbledon – und das in sehr respektablem Englisch.

Wer Beckers Kommentierung in der BBC kennt, vermisste gestern beim Eurosport-Debüt fast ein ums andere Mal den britischen Sprachwitz, den der Wimbledon-Sieger mitunter eindeutschte („schön down the line gespielt“). Zurück in der Muttersprache verlor sich Becker dagegen einige Male in Standardphrasen wie:

–  „Die wird wie ein Hase von links nach rechts geschickt“
–  „Keine Geschenke machen, Weihnachten war vor ein paar Wochen“
–  „Ist heiß wie ein Rennpferd“
–  „Das ist kein Zuckerschlecken“
–  „Es geht über den Kampf ins Spiel“
–  „Meine Herren!“

Man mag das authentisch nennen, für die Eloquenz ist seit Jahrzehnten ohnehin Matthias Stach verantwortlich. Was bei Beckers Debüt dennoch angenehm auffällt, ist das Fachwissen, das der ehemalige Weltranglistenerste nicht nur auf Nachfrage in den entscheidenen Spielsituationen vermittelt. Im Social Web kommt Boris Beckers erster Auftritt als Eurosport-Kommentator unterdessen gut an:

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