Herzinfarkt: Rechtspopulistischer Autor Udo Ulfkotte im Alter von 56 Jahren gestorben

Udo Ulfkotte veröffentlichte politisch hoch umstrittene Bücher wie „Mekka Deutschland“: Nun ist der Publizist im Alter von 56 Jahren gestorben
Udo Ulfkotte veröffentlichte politisch hoch umstrittene Bücher wie "Mekka Deutschland": Nun ist der Publizist im Alter von 56 Jahren gestorben

Udo Ulfkotte ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Einem Bericht der Jungen Freiheit zufolge erlitt der Publizist einen Herzinfarkt. Ulfkotte arbeitete 17 Jahre lang für Frankfurter Allgemeine Zeitung, bevor er Publizist wurde und im Kopp Verlag umstrittene Bücher über Geheimdienste und Islamisierung veröffentlichte. Mit "gekaufte Journalisten" verfasste er auch eine Abrechnung mit den Medien.

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Nach Informationen der Jungen Freiheit starb Ulfkotte am Freitag. Gegenüber Spiegel Online hat die Familie Ulfkottes seinen Tod bestätigt.

Ulfkotte, der bis 2003 im Politik-Ressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) tätig war, machte sich in den vergangenen Jahren als höchst umstrittener und rechtspopulistischer Publizist einen Namen. Im Jahr 2014 erschien der Bestseller „Gekaufte Journalisten“, in dem Ulfkotte mit der Medienbranche abrechnete und Verschwörungstheorien folgte, nach denen Deutschlands Massenmedien von Politik, Geheimdiensten und der reichen Elite gesteuert würden. Die Publikation wurde scharf kritisiert, vor allem weil Schilderungen des Autors überzogen waren und Fakten nicht stimmten.

Ulfkotte schrieb mehrere Bücher über Islamisierung und Verschwörungstheorien

Einen Bestseller landete der Autor, der im für rechtspupulistische Thesen und Verschwörungstheorien bekannten Kopp-Verlag publizierte, auch mit dem im darauffolgenden Jahr erschienenen Buch „Mekka Deutschland“, in dem von einer „Islamisierung Deutschlands“ die Rede ist. Kritiker Ulfkottes, wie unter anderem auch MEEDIA, warfen ihm vor, bewusst mit Ressentiments und Vorurteilen zu arbeiten und mit seinen Veröffentlichungen das öffentliche Klima zu vergiften.

Ulfkottes Ruf als Rechtspopulist war auch durch Auftritte bei Pegida in Dresden begründet. Dort sprach er 2015 von einer drohenden Islamisierung, als deren Folge in Schulen und Kindergärten bald kein Schweinefleisch mehr gegessen werden dürfe. Ulfkotte unterstützte auch inhaltlich die umstrittenen Thesen des früheren Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin zu Migrationsproblemen und Auswüchsen des Islams. Es würden „irrsinnige Summen für bildungsresistente und rückständige Migranten ausgegeben“, sagte er 2010 der Leipziger Volkszeitung. Der Islam sei vor allem eine aggressive Ideologie, „die unter Demokraten in Europa keinen Platz haben darf“. Schon 2003 erschien zum Themenkreis Islam sein Buch „Der Krieg in unseren Städten“. In diese Richtung argumentierte auch das Buch „Heiliger Krieg in Europa“.

Mit Material der dpa

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