Vor Mega-Immobiliendeal in Berlin: Axel Springer prüft Verkauf des Koolhaas-Neubaus

Springer-CEO Mathias Döpfner und ein Entwurf des neuen Büro-Gebäudes
Springer-CEO Mathias Döpfner und ein Entwurf des neuen Büro-Gebäudes

Gruner + Jahr sucht für seinen Neubau in der Hafencity einen Investor, die Kölner DuMont Mediengruppe hat ihren Stammsitz in Köln an eine Investmentgesellschaft veräußert, um die frei werdenden Mittel in den Ausbau des Geschäfts zu stecken. Jetzt prüft auch Springer-Chef Mathias Döpfner, den geplanten Koolhaas-Neubau in Berlin an einen Investor zu verkaufen und das Gebäude langfristig nur noch als Mieter zu nutzen.

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Getönte Glasflächen und Bauelemente in 3D-Optik, ein 30 Meter hohes Atrium – in unmittelbarer Nähe zu den beiden Hochhäusern und zur Axel-Springer-Passage will das Berliner Verlagshaus Axel Springer in den nächsten Jahren einen lichtdurchflutenden Neubau in Kubusform errichten. Bis zu 3500 Menschen sollen hier täglich arbeiten – unter anderem die gesamte Redaktion von WeltN24, die dort ihren gemeinsamen Newsroom beziehen soll.

Bislang hatte Springer-Chef Mathias Döpfner geplant, den Neubau nach den Entwürfen des renommierten Architekten Rem Koolhaas im Besitz des Medienkonzerns zu belassen. Doch davon scheint der Vorstandsvorsitzende jetzt abzurücken. „Das Gebäude ist nicht durch einen Investor finanziert. Da aber Immobilien nicht zu unserem Kerngeschäft zählen, prüfen wir im Moment, ob wir Eigentümerin des Neubaus bleiben wollen oder das Gebäude langfristig als Mieter nutzen werden“, erklärt ein Sprecher von Springer auf MEEDIA-Anfrage. Mit diesem Modell, heißt es, hätte der Konzern bereits gute Erfahrungen am „Standort in Hamburg gemacht, wo wir Mieter des Verlagshauses sind“. Was für den Neubau gilt, gilt aber nicht für das Berliner Hochhaus an der Axel Springer-Straße. Springer weist hier deutlich Marktgerüchte zurück, dass die börsennotierte Gesellschaft hierfür einen Käufer sucht.

Der Koolhaas-Komplex ist für Axel Springer ein neuer Meilenstein in seiner Firmengeschichte und soll „die Zusammenarbeit und den Austausch der Axel-Springer-Mitarbeiter fördern“, erklärte Springer Mitte vergangenen Jahres. Denn bislang sind die Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in der Spree-Metropole beschäftigt. Durch den Neubau sollen sie künftig dichter zusammenrücken. Wann die optisch einzigartige Immobilie endgültig fertiggestellt ist, kann das Unternehmen nicht genau sagen. „Wir rechnen ab Baubeginn im Juli 2016 mit einer Dauer vom circa dreieinhalb bis vier Jahren. Da diese Schätzung von vielen Faktoren abhängt, werden wir den Termin der Fertigstellung erst später kommunizieren“, erklärt ein Springer-Sprecher.

In der Medienbranche ist der Verkauf von Gebäuden und ein anschließendes Anmieten – neudeutsch Sale-and Lease-Back – nicht unüblich. Die Unternehmen nutzen dieses Verfahren, um das durch die Immobilien gebundene Kapital für den Ausbau des Kerngeschäfts freizusetzen. Damit wollen die Gesellschaften ihr Wachstum vorantreiben. Im vergangenen Jahr hatte bereits die Kölner DuMont Mediengruppe ihren Hauptsitz in der Amsterdamer Straße – angeblich für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag – an den Investmentfonds Bluerock verkauft und die Räumlichkeiten langfristig zurückgemietet.

Auch das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr (Stern, Geo) sucht für seinen neuen Sitz in der Hafencity einen Investor, der das Gebäude nahe den Deichtorhallen errichten soll. Der norddeutsche Medienkonzern hatte sich entschlossen, den mehr als 30 Jahre alten Unternehmenssitz am Baumwall an die Stadt Hamburg zu verkaufen.

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