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Zoff der Constantin-Hauptaktionäre: Bayerns Wirtschaftsministerin will Streithähne gemeinsam an Tisch holen

Dieter Hahn
Dieter Hahn

Dieter Hahn gegen Bernhard Burgener - Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will den Streit zwischen den beiden Hauptaktionären der Münchener Constantin Medien AG schlichten. Sie bemüht sich nach MEEDIA-Informationen, beide Kontrahenten zu einem gemeinsamen Schlichtungsgespräch zu bewegen. Das dürfte nicht leicht werden. Denn Bernhard Burgener, Präsident der schweizerischen Constantin-Tochter Highlight Communications, liefert neuen Anlass für Ärger bei der Aktionärsgruppe um Hahn.

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Constantin Medien ist in Bayern ein bedeutender Arbeitgeber. Rund 950 Mitarbeiter beschäftigt der verschachtelte Konzern in München. Verständlich ist deshalb, dass sich die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner um die Arbeitsplätze des Unternehmens sorgt. Die CSU-Politikerin hat sich daher vor Kurzem in den Zoff zwischen Dieter Hahn und Bernhard Burgener, beide Hauptaktionäre der Gesellschaft, eingeschaltet.

Bislang ist die ehemalige Landwirtschaftsministerin mit den Streithähnen getrennt im Gespräch. Doch dem Vernehmen nach bemüht sich die Wirtschaftsministerin, beide Anteilseigner gemeinsam zu einem Schlichtungsgespräch an einen Tisch zu holen. Ob es dazu kommt, dazu hält sich eine Sprecherin der Ministerin bedeckt. „Wir sind mit Herrn Hahn und Herrn Burgener weiterhin im Gespräch“, heißt es hierzu auf MEEDIA-Anfrage.

Fraglich ist, ob ein gemeinsames Gespräch überhaupt von Erfolg gekrönt wäre. Denn Bernhard Burgener, Präsident der Highlight Communications, schweizerische Tochter der Constantin Medien AG, liefert derzeit einen neuen Grund, seinen Kontrahenten Hahn auf die Palme zu bringen. Burgener hat beim Kantongericht Basel-Landschaft, Beschwerde gegen die Entscheidung der dortigen Staatsanwaltschaft eingereicht. Die Ermittlungsbehörde hatte jüngst eine von ihm eingereichte Strafanzeige gegen den Constantin Medien-Chef Fred Kogel und dem Finanzvorstand Arne Anders abgeschmettert.

Doch Burgener will diese Niederlage nicht auf sich sitzen lassen. Statt die Entscheidung der Staatsanwaltschaft zu akzeptieren, geht er in die Offensive. Er holt sich Hilfe bei dem renommierten Rechtsgelehrten Kurt Seelmann, der zugleich Professor an der Juristischen Fakultät der Universität Basel ist. Seelmann verfasste ein Gutachten, das MEEDIA vorliegt, um die Argumente der schweizerischen Staatsanwaltschaft auseinander zu pflücken. Darin sieht er gute Chance, dass der Beschwerde von Burgener stattgegeben wird. Die Ermittlungsbehörde hatte erst vor wenigen Tagen gegen die Strafanzeige „eine Nichtanhandnahmeverfügung“ erlassen, weil der „fragwürdige Straftatbestand eindeutig nicht erfüllt ist,“ erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft damals.

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Was war passiert? Burgener hatte am 28. November gegen den Constantin-Chef und seinem Vorstandskollegen Anders Strafanzeige gestellt. Der Vorwurf: Verdacht auf Urkundenfälschung. Anlass hierfür war, dass die Highlight Communications Mitte des Jahres eine Generalversammlung angesetzt hatte. Kurz vor dem Treffen hatten Kogel und Anders jedoch dem Verwaltungsrat ihrer Tochter aus Pratteln schriftlich mitgeteilt, dass sie über die Stimmrechte von rund 60 Prozent der Aktien an der Hightlight Communications verfügten. Kogel und Anders wollten damit zeigen, dass sie die notwendige Macht besitzen, Verwaltungsräte ihrer schweizerischen Tochter – darunter Burgener – abzuwählen, die gegen ihre Strategie sind. Angeblich soll aber die Meldung über die Stimmrechte nicht den Tatsachen entsprochen haben, lautet der Vorwurf von der Burgener-Seite.

Der neue Vorstoß von Burgener zeigt, dass ein Ende um die Macht bei dem Münchener Medienimperium nicht in Sicht ist. Bayerns Wirtschaftsministerin wird es nicht leicht haben, zu schlichten. Viele Möglichkeiten bleiben ihr ohnehin nicht, um die unterschiedlichen Interessen von Hahn und Burgener zu einen, heißt es in Branchenkreisen. Eine Option wäre: Sie droht damit, langfristig die Filmförderung zu kappen, wenn sich die Hauptaktionäre nicht auf eine gemeinsame Zukunft der Constantin Medien AG verständigen. Doch solche Versuche könnten kontraproduktiv sein. Aigner bleibt daher nichts anderes übrig, als ihr Verhandlungsgeschick und ihre Überzeugungskraft einzubringen.

Doch die Interessen von Hahn, ehemals rechte Hand des Medienmoguls Leo Kirch, und Burgener liegen weit auseinander. Hahn will sich von der Constantin Film AG trennen, die Filme wie „Im Namen der Rose“ oder „Fack ju Göhte“ hervorgebracht hat. Er plant, sich auf das Sport- und Eventgeschäft zu konzentrieren. Strikt dagegen ist Bernhard Burgener. Er will das Münchener Unternehmen partout als Ganzes erhalten.

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