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„Haben uns entschieden, erst Fakten zu sammeln“: ZDF-Chef Bellut erklärt Sender-Vorgehen nach Berlin-Anschlag

Zeit-Interview mit ZDF-Intendant Thomass Bellut: „Habe noch keine einzige Klage gehört, wir würden mit unserem Angebot im Netz Geschäftsmodelle zerstören“
Zeit-Interview mit ZDF-Intendant Thomass Bellut: "Habe noch keine einzige Klage gehört, wir würden mit unserem Angebot im Netz Geschäftsmodelle zerstören" Foto: ZDF/Benno Kraehahn

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen öffentlich-rechtlichen Sender in die Berichterstattung über ein Ereignis, wie den Anschlag von Berlin einzusteigen? Diese Frage stellt sich immer wieder bei großen Nachrichtenlagen. Kritik an dem Vorgehen von ARD und ZDF begegnet nun ZDF-Intendant Thomas Bellut gegenüber MEEDIA: „Wir haben entschieden, erst Fakten zu sammeln und ein Bild von der Lage zu bekommen, bevor wir das Programm unterbrechen.“

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Weil zunächst noch unklar gewesen war, ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall handelte, hat das ZDF die Zuschauer ab 21.09 Uhr mit Nachrichten-Einblendungen im laufenden Programm informiert. „Das „heute-journal“ hat ab 21.45 Uhr eineinhalb Stunden lang mit Liveschalten, Interviews und Analysen über das Geschehen berichtet und ist gegen Mitternacht erneut auf Sendung gegangen“, erklärt der Chef des Zweiten.

Allen kritischen Stimmen, denen die Reaktion des Senders zu langsam oder zu defensiv war entgegnet Bellut: „Ich halte diese Entscheidung auch im Nachhinein für richtig.“

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Alle Kommentare

  1. Da hat er Recht der Herr Dr. Bellut. Es muss doch nicht jeder Sender sofort aufschalten und auch noch jemanden vor Ort befragen, obwohl es keine Antworten gibt. Es ist ja richtig, einzublenden. Es ist auch richtig, in der nächsten Nachrichtensendung einzusteigen. Aber alle Sender – A L L E – dann stundenlange mit denselben Berichten, denselben Sätzen, jeder mit eigenen „Fachleuten“ vor Ort… das ist einfach zu viel. Vorschlag: EIN ö-r Sender wird jeweils als „Nachrichtensender“ deklariert und alle anderen weisen darauf hin. Dazu noch die privaten ntv, n24… und die internationalen. Das reicht doch oder?

  2. Marietta Slomka faselte im heute journal gleich 2x, „bei dem LKW soll es sich um einen Sattelschlepper handeln“. Bei der Konkurrenz von CNN hätte sie schon eine Stunde vorher Bilder von diesem – in der Tat – Sattelschlepper sehen können.

    Der Korrespondent in der ARD stümperte herum, es sei nicht ausgeschlossen, dass es ein Unfall gewesen sei. Doch: Auch hier hatten die Kollegen von CNN bereits lange vorher Augenzeugen zu Wort kommen lassen und das Geschehen rekonstruiert.

    Dann wurde in der ARD noch ein Fall zitiert, bei dem ein LKW-Fahrer einen Herzanfall erlitten habe. Klar: Und in Berlin ist der dann mit Herzanfall aus dem Fahrzeug gesprungen und geflüchtet. Unglaublich!!!

    Der Abend war ein absolutes Desaster für die Öffentlich-Rechtlichen.

    1. Wundert mich überhaupt nicht mehr. Die sind so berauscht von den gescheffelten Gebührenmilliarden und ihrer „Qualitätsmedien“-Ideologie, die merken es einfach nicht mehr.

      Konsequent abschalten, das Einzige, was hilft.

    2. na Sie wissen schon: nur weil was stinkt, aussieht und anfühlt wie Hundescheisse, muss es noch lange keine Hundescheisse sein. Für rotgrünlinke Gutmenschen kann das immer noch ein Haselnussnougat-Brötchen sein.
      Und nur weil etwas aussieht wie ein Sattelschlepper, muss es noch lange keiner sein. Immer schön differenzieren bitte.
      Und nur weil Islamisten diese Art von Anschlag bereits praktiziert haben, muss das noch lange kein Moslem gewesen sein.

  3. Selbst in den hollandischen TV Sendungen wurde das aktuelle Programm unterbrochen, sie waren superschnell und hautnah dabei.

  4. Bellut: „Ich halte diese Entscheidung auch im Nachhinein für richtig.“

    Ich halte die Abschaffung von Rundfunkgebühren im Vor- und Nachhinein für richtig

  5. Ohne die Social Media würden die Anstalten wohl noch heute zu den Silvesterübergriffen recherchieren.
    Deswegen ist die Berichterstattung über Aleppo oder Syrien auch so stümperhaft. Man sollte einfach mehr Journalisten zum Dienst nach Aleppo schicken. Das könnte auch bei den ausufernden Kosten der Altersversorge in den Anstalten sehr helfen. Der Beitragszahler wäre mehrfach bereichert.

    1. >>Fastlane sagt:
      >> 20.12.2016 um 12:33

      >> […]Man sollte einfach mehr Journalisten zum Dienst nach Aleppo schicken.
      >> Das könnte auch bei den ausufernden Kosten der Altersversorge in den Anstalten sehr helfen.
      >> Der Beitragszahler wäre mehrfach bereichert.

      Das ist jetzt aber bösartig. Wünschen Sie dem ZDF-Korrespondenten Bernhard Lichte in Kairo sitzend wirklich das was ich denke?

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