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„Raus aus den Schulden“ mit Naddel und Zwegat: am Beckenboden des Fun-Stahlbads

„Zieh dich aus, kleine Maus, mach dich nackig“ – Liedtitel von Nadja abd El Farrag
"Zieh dich aus, kleine Maus, mach dich nackig" - Liedtitel von Nadja abd El Farrag

90 Minuten Schulden- und Lebenstherapie mit Peter Zwegat und Nadja abd El Farrag bei RTL. Da fällt einem natürlich zuerst der alte Spruch vom Autounfall ein, der zwar schrecklich ist, bei dem man aber nicht wegschauen kann. Die Promi-Ausgabe des Reality-Klassiker „Raus aus den Schulden“ zeigte die niederträchtige Seite des Privat-TV.

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Nadja abd El Farrag, die alle Naddel nennen, war ganz früher mal die Freundin von Dieter Bohlen. Seit vielen Jahren bewegt sie sich am Beckenboden des Fun-Stahlbads Entertainment-Industrie und das sieht man ihr auch an. Mit 51 Jahren lebt sie vom Geld ihrer Mutter, ihr einziges Lied heißt „Zieh dich aus, kleine Maus“. Ihre Zähne strahlen so unecht wie ihr Leben. Wie Einspieler verraten, hatte sie zwischendurch auch eine eigene Kollektion an „Erotik-Toys“. Melanie Müller sollte sich die Karriere der Naddel mal anschauen, vielleicht ein Blick in ihre Zukunft.

Naddel gestikuliert, Peter Zwegat macht sein komisch-trauriges Peter-Zwegat-Gesicht und schlurft zu den zuständigen Amtsstuben. Mehrere Leute hätten ihm gesagt, dass die Naddel Hilfe braucht, sagt der Fernseh-Schuldnerberater. Vermutlich kamen diese Leute von RTL. Das ist das Niederträchtige an dieser Sendung: Dass sie so tut, als wolle sie der armen Naddel wirklich helfen. Stattdessen geht es aber nur um Voyeurismus und Quoten-Effekthascherei.

Da macht Zwegat einen peinlichen Alkoholtest, um zu zeigen, dass Naddel gar kein Alkoholproblem hat. Es wird ein kritischer Blick auf böse Boulevardmedien geworfen, die unvorteilhafte Fotos von einer Mallorca-Autogrammstunde veröffentlichen. Kurz danach filmt RTL in Zeitlupe, wie Naddel torkelt, wie sie fahrig gestikuliert, sich bei einem Auftritt den Text nicht merken kann. Man mokiert sich über einen Paparazzi-Abschuss der bösen Bild, die enthüllt, dass Naddel mit Zwegat zum Arbeitsamt geht. Dabei wollte sie das doch gar nicht öffentlich machen, sagt sie und merkt nicht, wie widersinnig das ist, dass sie zur besten Sendezeit im Fernsehen sitzt, während sie das erzählt. „Peter Zwegat hat eine flüchtige Bekanntschaft auf der Reeperbahn“, verrät die Stimme aus dem Off, die Naddel mit einem Job-Angebot vielleicht helfen könnte. Es handelt sich dabei – wir sind bei RTL – natürlich um Olivia Jones. Wie Naddel ist sie eine ehemalige Dschungel-Insassin, aber robuster und geschäftstüchtiger.

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Olivia Jones sagt Schreckliches: „Naddel ist eine sehr starke Marke.“ Und was macht man als „starke Marke“ so? Auf einer von Jones organisierten Hafenrundfahrt des Grauens darf Naddel so tun, als ob sie ihre Lippen zum Vollplayback ihres „Mallorca Hits“ „Zieh dich aus, kleine Maus“ bewegt. Klappt aber nicht so recht. Angeblich, weil Naddel Erwachsenen-ADHS hat, wie Zwegat von einer Psychiaterin und einem nicht im Bild befindlichen Neurologen diagnostizieren lässt. Dann wird die Naddel eingestellt auf Tabletten, die zwar aus nicht näher genannten Gründen „umstritten“ sind aber ihr helfen sollen, die Lippenbewegungen zum Playback von „Zieh dich aus, kleine Maus“ besser hinzubekommen. Der Text geht weiter mit „mach dich nackig“.

Eine Mallorca-Wirtin mit angeschlossenem Sauf-Schlagerbetrieb nimmt Naddel unter ihre Fittiche und übt mir ihr das Duett „Ich bin schon wieder knietief im Dispo“ ein. RTL kennt wirklich kein Erbarmen. Diese Frau wird nach allen Regeln der Kunst vorgeführt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Das ist die böse Seite des Privatfernsehens, sichtbar sonst vor allem in Formaten wie „Schwiegertochter gesucht“ oder „Bauer sucht Frau“. Naddel macht das alles mit, weil sie es vermutlich nicht anders kennt, schmerzfrei ist und das Geld braucht, das sie für diese Sendung bekommen haben dürfte. Ein Einnahme-Posten, der auf dem Flipchart von Zwegat nicht auftaucht.

Am Ende zieht der traurige Zwegat, der vielleicht auch das Geld braucht, wer weiß das schon, eine „positive Bilanz“ und kündigt an, im nächsten Jahr wiederzukommen. Um zu schauen wie das so klappt mit den umstrittenen Tabletten, den Sauf- und Bums-Liedern auf Malle und dem ganzen Rest. Die Quoten waren gut. Es ist also zu befürchten, dass RTL und Zwegat der Naddel auch im nächsten Jahr wieder „helfen“ werden.

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Alle Kommentare

  1. 16 jahre hat Naddel Dieter betüdelt warum hilft er nicht. Warum kauft Er ihr nicht eine kleine Eigentumswohnung und unterstützt SIE finanziell. Das würde er doch aus der portokasse zahlen wie kann Er nur so herzlos sein. Sie rutscht doch immer tiefer und jünger wird sie auch nicht.

  2. Hallo Herr Winterbauer,
    ich bin ganz Ihrer Meinung! Ich habe Mitgefühl mit Naddel. Sie versuchte in ihrem ganzen Leben nur glücklich zu werden und hoffte dabei auf ehrliche Menschen zu stoßen, was bisher nicht geschehen war; man benutzte sie bisher nur, anstatt ihr wirklich helfen zu wollen. Jeder versucht von ihr zu profitieren und nutzen ihr Leid und die Hoffnung ein besseres Leben in Zukunft zu haben, aus. Diese Leute sollten sich schämen und sich mal in ihre Situation hinein fühlen, zu verstehen…., anstatt durch sie Erfolge für sich zu erzielen.

  3. Hallo Herr Winterbauer,

    Ihr Kommentar zu dieser traurigen Schmierenkomödie trifft es auf den Punkt. Nur ungern schaue ich mir derartige Formate an, aber weil ich Frau abd El Farrag vor sehr vielen Jahren mal kennengelernt habe, blieb ich bei dem Beitrag hängen. Alle Darsteller in diesem Stück, eingeschlossen Peter Zwegat, sind traurige Figuren, welche Ihre Seelen an RTL verkauft zu haben scheinen. Der Erfolg solcher Sendungen ist besorgniserregend.

  4. Find den Artikel gut! Auch das ungeschönte RTL-Bashing! Das hat der Sender verdient – seit über zehn Jahren schon!
    Sonst tut ja keiner was dagegen, was im immer dunkler werdenden Graubereich der Menschenrechte vonstatten läuft. meedia traut sich mit solcher Kritik wenigstens bisschen was.

  5. Hallo Besserwisser!, Die Rächtschreibunk , unterliegt st, endigen Feränderungen, die alß Rehvormen Ärleichterung im Ummgank mit, Grahmathik bringen soll es, aber selten tuht. Wenn die Quintessenz aus dem Artikel von Herrn Winterbauer für einige Sprachwissenschaftler die Form und nicht der Inhalt skandalös ist, dann hat die Riesige-Trash-Lawine (RTL) bei der werberelevanten Klientel jede Form der Empathie für die vorgeführten Opfer verschüttet. Darauf einen Barth! ( Übrigens das Wort Besserwisser habe ich aus dem Schwedischen übernommen, weil die deutsche Übersetzung vielleicht zu krass wirkt)

  6. RTL geht es nur um „Voyeurismus und Quoten-Effekthascherei“ – das nenne ich mal eine Erkenntnis. Böses RTL! Aber, hey, klickt doch bestimmt gut, oder? #klickeffekthascherei
    Und, Entschuldigung, aber soll die Schlussfolgerung „Melanie Müller sollte sich die Karriere der Naddel mal anschauen, vielleicht ein Blick in ihre Zukunft“ eigentlich ein Witz sein? Denn es klingt nur wahnsinnig überheblich. Aber wahrscheinlich habe ich den flachen Witz (höhö, die macht ja auch Sextoys) einfach nicht verstanden.

  7. Vielleicht solltet ihr eure Beiträge vor Veröffentlichung mal Korrekturlesen. Allein die ganzen Fehler im ersten Absatz lassen an einer adäquaten Ausbildung der Redakteure stark zweifeln.

  8. Lieber Herr Winterbauer,
    mit Freuden nehme ich am Leben von Nadja Abd El Farrag teil. Umso erfreuter war ich, einen Text auf einer meiner Lieblingsplattformen über ihre aktuelle Leidenssituation zu entdecken. Leider konnte ich kaum den von Ihnen formulierten Text genießen, da er nur so von grammatikalischen Fehlern strotzt. Bereits im ersten Abschnitt fielen mir gleich zwei auf.
    Es muss ja immer sehr schnell gehen im Tagesgeschäft, das ist mir durchaus bewusst. Leider empfand ich den Text fast genauso peinlich wie das aktuelle Dasein der Protagonistin des Artikels. Als Mitglied der Chefredaktion? Könnten Sie da noch mal drüber lesen?
    Vielen Dank!

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