Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel meldet sprunghaft angestiegene Digital-Umsätze

G+J-Verlagschefin Julia Jäkel
G+J-Verlagschefin Julia Jäkel

Gegenüber der Zeit hat Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel gesagt, dass die Digital-Umsätze des Hamburger Verlagshauses in diesem Jahr um 30 Prozent gestiegen sind. Jäkel: "Wir machen jetzt ein Fünftel unserer Erlöse im Digitalen und sind in Frankreich auch durch Zukäufe zum führenden Digitalverlag geworden.“ Gesamtumsatz und Ergebnis seien "stabil", so Jäkel. Diese Trends hatten sich freilich schon in der Halbjahres-Bilanz abgezeichnet.

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G+J wertet die stabilen Gesamtzahlen als Erfolg, da man sich in diesem Jahr auch aus Österreich zurückgezogen hat. Im Juni hat Gruner seine Mehrheitsbeteiligung an der österreichischen Verlagsgruppe News (u.a. News, Profil, Woman) verkauft. Die Anteile in Höhe von 56 Prozent gingen an den bisherigen VGN-Geschäftsführer Horst Pirker, der mit 75 Prozent Mehrheitsgesellschafter wurde.

Neben dem Digitalgeschäft würden auch die Vertriebserlöse bei gedruckten Zeitschriften in Deutschland „leicht“ zunehmen, verriet Jäkel der Zeit (Ausgabe erscheint am Donnerstag). Das Print-Anzeigengeschäft laufe „mehr oder weniger stabil – in einem insgesamt schrumpfenden Markt.“ Im digitalen Journalismus sei Gruner + Jahr inzwischen „Marktführer bei Onlineportalen für Frauen, im Eltern-Segment, bei den Themen Wohnen und beim Essen.“ Die Webseiten von stern.de und gala.de würden wachsen, „ebenso unsere Werbeeinnahmen“ im Digitalen.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2016 stagnierte der Umsatz von G+J bei 777 Mio. Euro. Hemmnisse waren der Rückgang bei Print-Anzeigen und Verkäufe. Neben dem Österreich-Geschäft trennte sich Gruner auch von den Anteilen an der Motor-Presse in Frankreich. Schon im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz der digitalen Geschäfte in den Kernmärkten um 31 Prozent. Der operative Gewinn (Operating EBITDA) sank im 1. Halbjahr um 7,1 Prozent auf 52 Mio. Euro. Grund seien Investitionen ins Digitalgeschäft vor allem in Deutschland, hieß es bei der Vorstellung der Halbjahres-Bilanz.

Jäkel verfolgt auch das Ziel, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Inzwischen seien „50 Prozent der Chefredakteure“ weiblich „und insgesamt 42 Prozent der Führungskräfte“, sagte sie der Zeit.

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