Ströer im Sturzflug auf neues Jahrestief – Hedgefonds vergrößern Short-Positionen

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Neues Störfeuer gegen Ströer: Gleich drei Hedgefonds haben bei ihren Wetten gegen den MDax-Konzern den Einsatz erhöht. Wie aus dem Bundesanzeiger hervorgeht, haben Landsdowne Partners LLP, Costue Management L.L.C und der Asset Management-Arm von JP Morgan ihre Short-Positionen im Oktober aufgestockt. Anleger reagieren sofort und schickten die angeschlagene Störer-Aktie weiter nach unten – auf neue Jahrestiefs.

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Die große Horrorshow deutscher Medienaktien geht ungebremst weiter: Anteilsscheine von Axel Springer, ProSiebenSat.1 und der RTL Group rasselten auch zu Wochenbeginn weiter in den Keller und haben ihre happigen Verluste ausgeweitet:

• RTL Group: – 16 Prozent
• Axel Springer: – 19 Prozent
• ProSiebenSat.1: – 30 Prozent

Beim traurigen Duell um den ersten Platz der größten Wertvernichter der deutschen Medienbranche liegt unterdessen Ströer vorne. Um bittere 34 Prozent notieren die Kölner seit Jahresbeginn tiefer – so schlecht hat kein anderes Unternehmen im Nebenwerte-Index MDax performt.

Ströer stürzt auf Jahrestiefs – Muddy Waters-Attacke nie überwunden

Dabei läuft es fundamental: In den ersten neun Monaten legten die Umsätze (auch dank massiver Zukäufe) um 38 Prozent und das Konzernergebnis um 64 Prozent zu.

Doch wer einmal ins Fadenkreuz von Shortsellern gerückt ist, muss sich auf einen harten Kampf einstellen – so lautet das Resümee des völlig verkorksten Börsenjahres von Deutschlands größtem Außenwerber.

Im April wurde Ströer vom Hedgefonds Muddy Waters unter Feuer genommen und hat sich seitdem nie mehr von den (haltlosen) Vorwürfen, falsche Angaben in der Bilanz abgegeben zu haben,  aber auch den Wetten auf fallende Kurse erholen können.

Drei Hedgefonds stocken Short-Wetten gegen Ströer auf

Nicht nur das Vertrauen der Anleger scheint angeknackst – die Kapitalmärkte haben offenbar Blut geleckt. So stockten im Oktober überraschend gleich drei Hedgefonds ihre Wetten gegen Ströer auf: Wie aus dem Bundesanzeiger hervorgeht, haben Landsdowne Partners LLP,  Costue Management L.L.C und der Asset Management-Arm von JP Morgan ihre Short-Positionen im Oktober ausgebaut.

Auch Analysten schlagen inzwischen Alarm:  Die Investmentbank Oddo Seydler stufte Ströer heute von „Kaufen“ auf „Halten“ herunter und rasierte das Kursziel von 72 auf 39 Euro. Bei nur noch rund 36 Euro liegt Deutschlands größter Außenwerber damit nun schon 43 Prozent unter den vor einem Jahr aufgestellten Allzeithochs.

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  1. Ströer hat sich durch den Zukauf von T-Online/Interactive Media überdehnt. Das Geschäftsmodell basiert nur auf Aggregation, Roboter-Journalismus und Suchmaschinenoptimierung – und das am besten auch mobil.

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