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„Die Wertschätzer“ – Redaktion des fränkischen Obermain-Tagblatts kämpft mit skurrilen Videos für Haustarif

Ruhe, wenn der König von Franken spricht …
Ruhe, wenn der König von Franken spricht ...

Sie nennen sich "die Wertschätzer", weil sie im Verbreitungsgebiet des Obermain-Tagblatts (Auflage: knapp 11.000 Exemplare) die Arbeit und das Wirken der Leute, über die sie berichten, wertschätzen. Sie, das sind die tariflich organisierten Mitarbeiter der Zeitung. Nicht wertgeschätzt fühlen sie sich von ihrem Arbeitgeber. Weil es seit Jahren keinen Haustarifvertrag gibt, dachten sich "die Wertschätzer" eine skurrile Video-Protestaktion aus.

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Auf der Website die-wertschaetzer.info wurden eine Reihe von YouTube-Videos veröffentlicht, in denen Menschen aus dem Verbreitungsgebiet des Obermain-Tagblatts auf einem Sofa erzählen, warum sie sich von der Zeitung wertgeschätzt fühlen. Dabei sind Bauchtänzerinnen, ein Kleintierzüchter mit seinem Rammler, eine Musikkapelle, ein Ringer-Verein, ein Handball- und ein Fußballverein.

Über ihre Situation schreiben „die Wertschätzer auf der Website:

Wir schätzen auch unseren eigenen Wert. Leider offensichtlich höher als unser Arbeitgeber. 2012 wurde unsere fast 160 Jahre alte und familiengeführte Zeitung (2017 ist Jubiläumsjahr) von der Main-Post gekauft. Damals waren wir noch knapp 60 Mitarbeiter, heute sind wir keine 25 mehr. Der schrumpfende Personalstand führt zur Arbeitsverdichtung. Anerkennung vom Arbeitgeber? Die Mehrarbeit sollte in einer Abteilung zu einem schlechteren Stundenlohn aufgefangen werden. Zustehende Berufsjahreserhöhungen (Stand 2007) mussten wir in mehreren Gerichtsverfahren durchboxen. Familienfreundlichkeit? Müttern wird verwehrt, ihre Wochenarbeitszeit miteinander zu tauschen…

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Viele im Team hätten trotz ordentlicher Unternehmensgewinne seit neun Jahren keine Lohnerhöhung mehr bekommen. Darum kämpfe man um einen Haustarifvertrag. Der Arbeitgeber habe aber bislang kein verhandelbares Angebot vorgelegt, heißt es auf der Website.

In einem weiteren Video tritt der fränkische Kabarettist Mäc Härder als „König von Franken“ auf, der den Herren der Main-Post in Würzburg die Leviten liest. Das Video erlaubt Unkundigen auch einen Einblick in den fränkischen Humor.

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Alle Kommentare

  1. Wir in der Region Burgkunstadt/Weismain schätzen und lesen das Obermain Tagblatt gerne. Es gibt uns Informationen aus Kirche, Vereinen und dem lokalen Geschehen. Gerade unsere älteren Mitbürgen brauchen diese Informationen. Sie sind froh, dass in der Region kundigen Mitarbeiter auch für den Alltag wichtige Information veröffentlichen. Das soll jetzt von der Mainpost in Würzburg aus geschenen?
    Die Mitarbeiter, mit denen ich bisher zu tun hatte empfand ich als sehr motiviert. Wenn sie zukünftig noch weniger wertgeschätzt werden, Wird die Qualität des Obermain Tagblattes sehr leiden. Stake Arbeitsverdichtung, unangemessener Lohn (im Vergleich zu den „Müttern“ Mainpost und Augsburger Allgemeine) machen auf Dauer krank und unmotiviert.
    Hoffentlich haben wir auch zukünftig eine gut Heimatzeitung.
    Herbert Mayer

  2. Das Obermain Tagblatt ist und nuß mehr wert bleiben als nur von hinten gelesen zu werden, wer gestorben ist und wieviel Punkte die Lichtenfelser Ringer erkämpft haben,
    Ich will wie früher, einen strukturierten Lokalteil, Infos aus dem Vereinsgeschehen und lokale Wirtschaft und nicht überregional beeinflusst u zerstückelte Zeitungsseiten.
    Und für diese bisher gute Arbeit sollen Mitarbeiter/innen auch fairen, angepassten Lohn bei schaffbaren Bedingungen erhalten

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