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Wie Apple und Alphabet: Facebook startet Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 6 Milliarden Dollar

Mark Zuckerberg: Das Wachstum geht weiter
Mark Zuckerberg: Das Wachstum geht weiter

Überraschung beim weltgrößten Social Network: Erstmals in seiner fast 13-jährigen Unternehmensgeschichte verwendet Facebook seine Barbestände, um eigene Aktien zurückzukaufen. Der drittwertvollste Internetkonzern der Welt folgt damit dem Vorbild von Apple, Microsoft und Alphabet, den Börsenkurs durch Aufkauf eigener Aktien zu stützen. Ab 2017 will Facebook für Aktienrückkäufe 6 Milliarden Dollar aufwenden.

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Der Gegenwind wird stärker. Erst verunsicherte Facebook die Wall Street mit der Ankündigung, dass sich das Umsatzwachstum in Zukunft deutlich verlangsamen werde, während die Ausgaben deutlich steigen sollen, dann geriet das Social Network wie andere Internet-Aktien durch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten unter Druck.

Schließlich kritisierte sogar noch US-Präsident Obama das weltgrößte soziale Netzwerk  am Rande seines Deutschland-Besuchs für den laxen Umgang mit gefälschten Nachrichten.

Überraschend nach Handelsschluss: Facebook startete Aktienrückkaufprogramm

Nach Kursverlusten von mehr als 10 Prozent seit Monatsbeginn reagierte Facebook nun mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Der drittwertvollste Internetkonzern der Welt reichte bei der US-Börsenaufsicht SEC die Pflichtmitteilung ein, im großen Stil eigene Aktien zurückzukaufen.

So verabschiedete Facebooks Aufsichtsrat die Kapitalrückführungsmaßnahme in Höhe von gleich 6 Milliarden Dollar, beginnend ab dem nächsten Jahr.

Vorbild Apple und Microsoft

Der knapp 13 Jahre alte US-Internetgigant folgt damit dem Vorbild anderer Tech- und Internet-Unternehmenen, die ihre immensen Barreserven an Aktionäre zurückführen: Microsoft hatte in den Nullerjahren nach dem Vorbild von IBM den Anfang gemacht, Apple folgte unter Tim Cook ab 2012.

Unter dem Einfluss des zwischenzeitlichen Großaktionärs Carl Icahn hatte der Techpionier vor allem seine Aktienrückkäufe ab 2013 massiv ausgeweitet und das Kapitalrückführungsprogramm zum größten in der Wirtschaftsgeschichte ausgeweitet. Aktuell führt Apple jährlich 50 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück – 15 Milliarden Dollar werden dabei für Dividenden verwendet, 35 Milliarden für Aktienrückkäufe.

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Auch Google-Mutter Alphabet kauft bereits Aktien zurück

Das Niveau der Aktienrückkäufe von Facebook nimmt sich dagegen vergleichsweise gering aus, schließlich bringt es das Social Network mit einer Marktkapitalisierung von 337 Milliarden Dollar immerhin auf 57 Prozent des Börsenwertes von Apple.

Allerdings verfügt der in Menlo Park ansässige Social Media-Pionier mit 26 Milliarden Dollar nur über einen Bruchteil der Barreserven von Apple. Zum Vergleich: Alphabet, mit einem Börsenwert von 528 Milliarden Dollar zweitwertvollster Konzern der Welt, verkündete zuletzt mit 7 Milliarden Dollar einen nur ungleich höheren Aktienrückkauf.

Aktienrückkäufe statt Großübernahmen?

Dass Facebook nach nur vier Jahren an der Börse bereits ein Aktienrückkaufprogramm auflegt, könnte eine Wende im Umgang mit den ständig wachsenden Barreserven signalisieren. (Facebook verdiente allein im abgelaufenen Quartal 2,4 Milliarden Dollar und ist auf Kurs, auf Jahressicht Nettogewinne von bis zu 9 Milliarden Dollar zu verbuchen.)

Mega-Übernahmen wie WhatsApp, für das Mark Zuckerberg 2014 enorme 22 Milliarden Dollar hinblätterte, scheinen aktuell eher nicht in Sicht, nachdem der rechtzeitige Zukauf von aufkommenden Rivalen wie Snapchat verpasst wurde. Bei Jahrhundertgelegenheiten wie Instagram, das Facebook 2012 für heute unfassbare 715 Millionen Dollar einsammelte, dürfte Zuckerberg indes weiter nicht lange fackeln.

Aktienrückkäufe werden von börsengelisteten Unternehmen seit jeher als Mittel der Kurspflege durchgeführt. Durch den Entzug der handelbaren Aktien auf dem Kapitalmarkt steigt gleichzeitig sukzessive der Gewinn je Aktie (Earnings per Share), der das maßgebliche Kurs-Gewinn-Verhältnis damit schrumpfen lässt, das mit 45 nach traditionellen Kriterien bei Facebook allerdings immer noch exorbitant hoch ausfällt.

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