Ärger für Autofahrer: Private Radiostationen versenden ab 2017 keine Staumeldungen an Navis

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Pech für deutsche Autofahrer: Viele private UKW-Stationen können ab 2017 keine Stau-, Unfall- und Wettermeldungen mehr an TMC profähige Navigationssysteme versenden. Der Grund: der Kölner UKW-Sendedienstleister Media Broadcast kappt hierfür die Übertragung der Daten. Private Stationen drohen dadurch, Einnahmen zu verlieren. Zudem könnten sich Hörer abwenden.

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Unfall auf der A7, Stau vor einer Baustelle Richtung Osnabrück, schwerer Hagelschauer auf der A20 – jeden Tag senden private Radiostationen Meldungen über Staus, Unfällen und die Wetterlage an Navigationssysteme, die damit den Autofahrer geeignete Umgehungsrouten berechnen.

Ab Januar nächsten Jahres ist damit in vielen Regionen Deutschlands Schluß. Der Grund: der Kölner UKW-Sendedienstleiter Media Broadcast hat zum 1. Januar 2017 die Verträge mit privaten Radiostationen gekündigt, die die Übertragung von Daten über Staus, Unfällen oder Straßenwetter an TMC profähige Navigationssysteme vorsehen.

Von der Kündigung der Kölner sind unter anderem Sender der Leipziger Regiocast betroffen, eines der führenden Radiounternehmen Deutschlands mit Beteiligungen unter anderem an Delta Radio sowie Radio Bob!. Dies bestätigt ein Sprecher der Regiocast auf Anfrage von MEEDIA. Namen der betroffenen Stationen nannte er nicht.

Für die Radiosender ist die Kündigung der Media Broadcast ärgerlich. Sie haben finanziell das Nachsehen. Denn die Kölner zahlen den privaten Sendern für die Übertragung der Daten an die Navigationsgeräte in der Regel eine Summe in sechsstelliger Höhe. „Es handelt sich hierbei um Beträge zwischen 100.000 bis 200.000 Euro, die den Sender im Jahr entgehen“, erklärt ein Brancheninsider. Zudem könnten sich Hörer abwenden, weil sie den Dienst über den Sender nicht mehr empfangen können.

Media Broadcast hält sich hierzu auf MEEDIA-Anfrage deckt. „Wir bitten um Verständnis, dass sich Media Broadcast grundsätzlich nicht zu Vertragsinhalten mit Geschäftspartnern äußert“, so ein Firmensprecher.

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Alle Kommentare

  1. Aktuell sind Staumeldungen übertragen von TMC ohnehin nicht,entweder zu spät,oder veraltet.
    Die kommende und zukunftsweisende Information bietet schon heute Google Maps in Verbindung mit Waze App.
    TMC war gestern.

  2. TMC ist schon lange veraltete und praktisch überflüssig. Schon seit vielen Jahren benutzen Navis andere Quellen, um über aktuelle Verkehrssituationen zu informieren. Alle großen Navihersteller bzw. Kartenlieferanten haben eigene Datenerhebungen durch anonym übertragene Flottendaten der Benutzer, aus denen sie überraschend genau Staus und Behinderungen errechnen.

  3. Übersetzt: „Mimimimi, uns Radiosendern entgehen Einnahmen für einen Dienst, den sowieso nur noch wenige Navis nutzen, weil sie schon längst auf Echtzeit-Verkehrsfunkinfos via Mobilfunk umgestiegen sind.“

    Während den meisten Menschen bedauerlicherweise das Schicksal von Radiostationen ziemlich egal ist, so dürfte das Faktum sie ärgern, dass ihre Navis nun größtenteils keine TMCpro-Meldungen mehr bekommen.
    Immerhin: Stauwarnungen mit deutlich geringerer Detaillierung gibt es weiterhin über die öffentlich-rechtlichen Sender per TMC (gratis). Viele neuere Navis haben aber – wie angemerkt – ohnehin schon eine Staumeldung per Mobilfunk an Bord (TomTom HD Traffic, einige Garmins empfangen TMCpro-Daten auf Mobilfunk-Wegen etc. pp.)

    Warum sich aber die Radiohörer von einem Sender abwenden sollen, weil dieser unhörbare und per Radio sowieso nicht empfangbare TNC-pro-Signale nicht mehr ausstrahlt, erschließt sich mir nicht. Das Navi meldet ja schon bislang nicht: „Diese Stauwarnung wurde Ihnen exklusiv präsentiert von Delta Radio!“

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