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„Es ist okay, ein Privatleben zu haben“: Als erster CEO eines börsennotierten Unternehmens erlaubt sich Xing-Boss Vollmoeller ein Sabbatical

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Am heutigen Donnerstag um Punkt zehn Uhr ging eines der ungewöhnlichsten Postings in Deutschlands noch immer recht konservativem Wirtschaftsleben online. Als erster CEO eines börsennotierten Unternehmens verkündete Xing-Boss Thomas Vollmoeller darin, dass er ein dreimonatiges Sabbatical einlegt. Geschrieben hat er den Text bereits in einem Café in Sydney.

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Bislang war ein solcher Schritt für Top-Manager undenkbar. Immerhin zeigt man mit dem Wunsch nach einer Auszeit auch eine gewisse Schwäche – so die oftmals verbreitete Wahrnehmung von Sabbaticals. Dem will der Xing-Boss mit seinem offenen Umgang mit der dreimonatigen Arbeitspause offensiv entgegenwirken und auch für ein gewisses Umdenken sorgen. Denn die „früher verlangte Total-Aufgabe seiner selbst für die Firma hat ohnehin nie jemand geleistet“, schreibt er, „sondern lediglich gespielt“.

Weiter erklärt der Top-Manager:

Ich bin davon überzeugt: Wer reife, autonome und innovative Mitarbeiter haben möchte, muss ihnen auch auf Augenhöhe begegnen. Die Zeiten des unternehmensinternen Feudalismus sind endgültig vorbei. Die Revolution hat begonnen,  das Internet sorgt für Transparenz, der Fachkräftemangel in vielen Branchen für eine Machtverschiebung hin zu den Talenten.

Und das ist gut so. Gut für das Betriebsklima, gut für den Einzelnen, gut für die Unternehmen, die motiviertere und somit leistungsfähigere Mitarbeiter haben. Ich glaube, um diese Entwicklung weiter voranzutreiben und aktiv zu fördern, muss man auch als Vorstand und Geschäftsführer mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, dass Dinge okay sind. Dass es okay ist, ein Privatleben zu haben. Dass es okay ist, Dinge in Frage zu stellen, Spaß zu haben bei der Arbeit. Und sich ab und zu eine Auszeit zu wünschen.

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Vollmoeller lässt jedoch kein kriselndes Unternehmer für drei Monate führungslos durch schwere See schippern. Im Gegenteil: Xing ist aktuell einer der Lieblinge der Aktienhändler und gehört mit einem Börsenwert jenseits der Milliardengrenze zu den wenigen deutschen Online-Einhörnern. Gerade erst vermeldeten die Hamburger beste Zahlen für das dritte Quartal.

Wie der CEO seine neue freie Zeit nutzt und nutzen will, weiß er natürlich auch schon. Zumindest hat er sich einiges vorgenommen: „Zeit mit meinen Lieben verbringen. Reisen und neue Eindrücke gewinnen. Dem Teil des Lebens Raum geben, der im Alltag fast immer zu kurz kommt. Nachzudenken, Bücher zu lesen, Abstand zu bekommen. Vertrautes aus der Distanz neu zu betrachten, sich selbst zu hinterfragen, eine andere Sicht auf die Dinge zu entwickeln – oder auch mal einen Text wie diesen hier zu schreiben (was ich übrigens am Tisch eines Cafés in Sydney tue).“

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