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Trump-Trauma: Warum Apple, Amazon, Alphabet und Facebook seit der US-Wahl so schwer abstürzen

Höher, wertvoller, reicher:  Kann das Internet-Trio Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Sergey Brin auch 2018 triumphieren?
Höher, wertvoller, reicher: Kann das Internet-Trio Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Sergey Brin auch 2018 triumphieren?

Ein Riss geht durch die Weltbörsen: Aktien von Banken, Pharma-, Infrastruktur- und Rüstungsunternehmen schießen durch die Decke, während sich Internet- und Tech-Unternehmen seit der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten auf einer beschleunigten Talfahrt befinden. Die Rotation hat ihren Grund: Apple, Amazon, Alphabet und Facebook dürften potenziell unter der Trump-Administration wegen einer isolationistischen Politik und möglichen Importzöllen leiden.

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Es war ein Anblick für die Ewigkeit: Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook – die glorreichen Fünf der Tech- und Internet-Welt stellten in den vergangenen Monaten die fünf wertvollsten Konzerne der Börsenwelt.

Dann kam Trump – und die Welt wurde eine andere.

Wie rapide sich die Zeitenwende unter dem neuen Präsidenten vollziehen könnte, wird in diesen Tagen von der Wall Street rasend schnell und mit überraschenden Ergebnissen eingepreist. Der erwartete Crash blieb aus – der Dow Jones verbuchte stattdessen nach der Trump-Wahl den größten Wochengewinn seit 2011.

Rotation an der Weltbörse: Old Economy gefragt, Tech- und Internetaktien im freien Fall

Doch die Flut hob nicht alle Boote. Während Aktien von Banken, Pharma-, Infrastruktur- und Rüstungsunternehmen durch die Decke schießen, stürzen die Vorzeige-Unternehmen der Tech- und Internet-Industrie plötzlich ab. ‚Die alte Wirtschaft ist gut, die New Economy ist schlecht‘ – das scheint derzeit der unausgesprochene Subtext der Trump-Ära zu werden.

Die Gründe für den Gezeitenwandel an der Wall Street hatte Trump unzählige Male im Wahlkampf geliefert – und vor allem am Exempel von Apple statuiert.

Trumps isolationistische Wirtschaftspolitik stellt eine klare Absage an die Globalisierung dar. Der neue US-Präsdient will US-Konzerne dazu bringen, möglichst ‚Made in America‘ zu produzieren.  „Wir werden Apple dazu bringen, ihre verdammten Computer in diesem Land zu bauen“, ereiferte sich der gewählte Präsident im Wahlkampf bereits im Frühjahr.

Apple potenziell größter Verlierer der Trump-Präsidentschaft

Zwingt Präsident Trump Apple – etwa durch Strafzölle bei der Einführung in China gefertigter iPhones – zur Produktion in den USA, würde der Techpionier maßgeblich seiner Wettbewerbsfähigkeit beraubt. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Bei einem aufkommenden Handelskrieg mit China würde die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt mit entsprechenden Maßnahmen nach dem Motto ‚Wie-Du-mir-so-ich-Dir‘ zurückschlagen, wie die regierungstreue chinesische Zeitung Global Times am Wochenende in einem Leitartikel andeutete.

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„Boeings Kaufaufträge werden durch Airbus ersetzt. US-Auto- und iPhone-Verkäufe werden in China einen Rücksetzer erleiden. Und US-Sojabohnen- und -Maisimporte werden ausgesetzt“, weist die Global Times trocken auf die Folgen von Trumps Handelspolitik hin.

Auch Amazon steht unter Trump unter Druck

Entsprechend sind vor allem weltweit vernetzte Konzerne mit einem hohen Umsatzanteil außerhalb der USA von Trumps Isolationismus betroffen – also auch die Internet-Giganten Google, Facebook und Amazon, die ihr Wachstum seit Jahren außerhalb der USA bestreiten.

Besonders Amazon ist neben Apple ins Fadenkreuz von Donald Trumps Rhetorik gerückt. „Sie werden Probleme bekommen, wenn ich Präsident bin“, hatte Trump im Wahlkampf immer wieder betont. Den neuen US-Präsidenten stört Amazons monopolgleiche Präsenz im Online-Handel und der zunehmende Einfluss durch Jeff Bezos im Mediensektor durch die Übernahme der Washington Post und Beteiligung am Business Insider.

Obwohl Bezos mit einem butterweichen Glückwunsch-Tweet an Trump offenkundig versuchte, sich mit dem neuen Präsidenten gut zu stellen, verliert die Amazon-Aktie immer weiter an Wert – genau wie die Anteilsscheine von Apple, Alphabet, Facebook, Microsoft seit Donald Trumps Wahlsieg vergangene Woche:

• Microsoft: – 4 Prozent
• Apple: – 5 Prozent
• Alphabet: – 7 Prozent
• Facebook: – 7 Prozent
• Amazon: – 9 Prozent

Dazu kommen noch weitere Kursverluste, die die Aktien in den Tagen vor der Wahl erlitten haben, als eine Trump-Präsidentschaft im Zuge der zeitweise aufgenommen FBI-Ermittlungen gegen Hillary Clinton wahrscheinlicher geworden war. Mit Ausnahme von Microsoft haben vier der fünf wertvollsten Tech- und Internetkonzern seit Bekanntgabe ihrer Quartalszahlen Ende Oktober zweistellig an Wert verloren.

Das goldene Internet-Zeitalter der Obama-Ära steht vor dem Untergang

Es geht schnell an der Wall Street. So reflexartig die Ausschläge in den ersten Tagen der kommenden Trump-Ära sein mögen, so sind sie doch ein deutliches Indiz dafür, wie anders die neue Weltordnung an den Kapitalmärkten unter Donald Trump aussehen dürfte.

Amazon und Facebook wurden nach den schweren Kursverlusten der letzten Tage inzwischen deutlich von Warren Buffets Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway und Öl-Multi Exxon Mobil von Platz vier und fünf an der Börse verdrängt.

Die Obama-Ära mit dem Quintett Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook an der Spitze erscheint plötzlich wie ein goldenes Internet-Zeitalter, das – zumindest an der Wall Street – vor seinem Untergang steht.

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Alle Kommentare

  1. Trump wird die Schwächung der IT- Wirtschaft forcieren?
    Nur weil er mal kurz was Populistisches rausgehauen hat?
    Wer das glaubt hält auch Putin für einen lupenreinen Demokraten.
    Der ganze Text hier geht von einer völlig falschen Annahme aus….
    Aber passt zu Meedia

  2. Guckt mal wie viel WalMart aus China importiert.
    Vielleicht so viel wie kleine Länder oder Inselstaaten insgesamt pro Jahr importieren.

    Blackberry ist Kanada und produziert vielleicht dort. Dann sind deren Smartphones wegen Nafta vielleicht import-zoll-frei.
    ABER: Samsung, Apple, Google, HTC, Huawai, Honor, xiaomi,…-Phones werden alle in Asien gefertigt. Die zahlen dann ALLE Importzoll. Oder produziert Motorola in USA ?

    Der Markt war evtl sowieso heiss gelaufen und man hat einen Grund, Apple/Google/Amazon/… abzustoßen. Und wenn M$ auch fällt – was dankenswerterweise dran geschrieben wurde – hat der Abverkauf wohl auch andere Gründe oder habe ich Trumps Kritik an M$ übersehen ? Was ist mit INTEL und AMD und NVIDIA ?

    Carlos Slim ist wohl ein Großer Aktionär von einer Times(?) welche Belästigungs-Vorwürfe gegen Trump aufgebracht hatte. Den hat er doch auch kritisiert, was die Bundespresse wohl übersehen hatte. Was ist mit seinen Aktien ? Mit 20(?) Dollar Prepaid-Handies versorgt er zillionen Armuts-Bürger von USA mit bezahlbaren Handies und z.B. einer Mailbox wo man nach Bewerbung-Gesprächen die Antwort drauf gesprochen kriegt ! Wieso schaffen die Oligopol-Konzerne das nicht ? Ach ja, hier gibts ein paar Kilometer vor der Großstadt ja auch oft kein schnelles Internet:
    http://www.golem.de/news/speckguertel-kaum-schnelles-internet-im-umland-deutscher-grossstaedte-1610-123897.html
    Danke rot-grün und schwarz-gelb…

    Unter dem Grund, die „bösen“ Internetkonzerne zu bestrafen oder gerechter zu behandeln, kann man aber auch Waffen-Konzerne und andere Firmen durch die geplanten Maßnahmen mit-behandeln.

    Und dank Nafta kann man vielleicht die Handies auch in Mexiko produzieren lassen oder von Roboter-Armeen in Kanada.
    Roboter müssen lange konfiguriert werden. Jeden Tag wird aber ein anderes Handy gebaut. Da sind Menschen flexibler.
    Allerdings holen auch Roboter auf und sobald die sowas können, ist Menschliche Arbeit dafür auch nicht mehr so gefragt. Denn auch China hat ein Arbeits-Kosten-Problem. Die Regierung davor fand ich besser. Die aktuelle führt China evtl in wirtschaftliche Probleme, denn auch dort kühlt sich nachweislich wohl die Konjunktur ab.

    Aktuell ist der Aktienmarkt seit 1-2 Jahren sowieso vorsichtig. Sonst könnte Amazon weiter die Cloud-Gewinne re-investieren und sich „arm rechnen“ oder Rocket könnte munter wachsen und neue Gelder und Investmentrunden für die Beteiligungen kriegen oder Google hätte nicht die Profitable Suche+Vermarktung von den unprofitablen Cashburnern getrennt um sie jederzeit an Chinesen und Hedgefonds-Heuschrecken abverkaufen zu können wo man seine Aufkaufkosten innerhalb von 5 Jahren wirksam ab-arbeiten muss während die Regierung jahrelang zugeschaut hat, wie diese Cashburner das Geld verprassten und die Mietmafia in Höchstpreis-Mietgebieten mästeten und ehrlichen Kunden die Mietpreise hoch-trieben und in Wirklichkeit oft nur ein Steuer-Abschreibungs-Projekt waren.

    Aktuell ist der Aktienmarkt seit 1-2 Jahren sowieso vorsichtig.
    Investmentrunden fallen aus, Man muss kleinere Runden nehmen als zuvor, man muss Auslands-Büros schliessen usw. Wer die Startup-News liest/überfliegt, bekommt das klar mit. Die schlauen Firmen (aber welche DAX-Konzerne und welche Politiker ?) bereiten sich auf die Rezession, den Winter und die Zillionenfachen Jobverluste durch Tesla-E-Smart-Cars vor ? Familien-Verlage kriegen Durchhalteparolen bzgl. Leistungs-Schutz aber in Wirklichkeit planen die Großverlage schon den scharenweisen Aufkauf und „Übergang“(also Entlassung der aufgkauften Redaktionen) auf die schon vorhandenen (Hamburger, Münchener(?), Berliner,…) Zentral-Redaktionen…

    Die Erdölkonzerne haben ein letztes Aufbäumen bevor sie kleinere Brötchen backen müssen. Benzin wird deutlich kleineres Geschäft und Milliardenabschreibungen fürs Tankstellen-Sterben und Buchverluste der Benziner-Leasing-Flotten welche gar nicht selber Parkplatz suchen können, sollte jeder gute Finanzminister schon einkalkulieren. Heizöl, Benzin für Generatoren usw. hingegen bleibt erhalten oder wird sogar finanziell interessanter wenn die Erdöl-Barrels weiter billig bleiben und jeden Monat weniger getankt wird.
    Benzin-Autos sind die nächsten Trabbis und Röhren-Fernseher: Bald immer weniger…
    Das ist wie der Klima-Wandel: Man sollte ihn einkalkulieren und den Nutzen maximieren.

  3. Sicher doch…. Mit der Ankündigung des Steuerverhalten der gewinnsensiblen Internetunternehmen zu überprüfen, kann das nichts zu tun haben.
    Wäre auch zu peinlich, wenn man kürzlich noch seitens Europa über die Steuersparmodelle dieser asozialen, kapitalistischen Konzerne schimpft und Trump jetzt das Geschimpfe umsetzen würde.
    Denn der profane Anleger weiß es mal wieder schneller: mit normalen Steuerzahlungen wären diese Konzerne weder gewinnbringend noch inovationsfähig. Aber vielleicht lädt die EU nun sogar die Internetkonzerne zum Steuersparen nach Ireland ein. In Europa ist alles möglich.

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