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„Propaganda-Maschine“: Nora Illi kritisiert Medien nach „Anne Will“-Auftritt und will Bild verklagen

Moderatorin Anne Will (l.) und Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischer Zentralrat Schweiz.
Moderatorin Anne Will (l.) und Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischer Zentralrat Schweiz.

"Mein Leben für Allah – warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?" – das war das Thema von "Anne Will" am 6. November. Nach der Sendung hagelt es Kritik: Nora Illi, vollverschleierter Studiogast vom Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS), habe "IS Propaganda" betrieben. Das sei "Verleumdung", wehrt sich Illi und kündigt gegen die "Propaganda-Maschine" der Medien juristische Schritte an.

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Frau Illi, können Sie die Kritik der Medien an Ihrem Auftritt bei „Anne Will“ – die Rede war von „IS-Propaganda“ (Welt), „Skandal“ (Stern) und einer „Gratwanderung“ (FAZ) – nachvollziehen?
Das ist eine absolute Tatsachenverdrehung und Verleumdung. Wir werden, sofern möglich, rechtlich dagegen vorgehen. Einen Muslim  als „radikal“ oder „fundamentalistisch“ zu bezeichnen ist in den Medien Standard.  Dieses Schubladendenken muss ein Ende haben.  Gerade diese„radikale“ Berichterstattung ist es, die junge Menschen radikalisiert.

Was meinen Sie konkret?
Die Medien werfen mir IS-Propaganda vor und zementieren so das Bild in der Gesellschaft einer Nikab-Trägerin. Meinen klaren Statements in der Sendung, wie z.Bsp. die klare Distanzierung vom sogenannten IS, wird keine Rechnung getragen.

Fühlen Sie sich unfair behandelt?
Bisher haben wir mit Medien gut zusammengearbeitet, jeder darf seinen eigenen Standpunkt vertreten – das gilt natürlich auch und vor allem für Diskussionssendungen wie „Anne Will“. Aber was jetzt im Nachgang zu dieser Sendung passiert ist eine absolute Verleumdung und Verzerrung der Tatsachen. Die Medien müssen für ihre Berichterstattung und die stereotypen Anschuldigungen zur Verantwortung gezogen werden.

Wenn Sie im Zusammenhang von rechtlichen Schritten in der Wir-Form sprechen, wen meinen Sie damit?
Ich spreche als Vorstandsmitglied des IZRS und wir bezieht sich auf den IZRS

Sind Sie der Auffassung, dass die Medien ein Problem mit dem Islam haben?
Die Medien betreiben derzeit eine absolute Radikalisierung mit ihrer Berichterstattung, weil sie zu einer absoluten Solidarisierung führt – gerade von jungen Muslimen, die sich von solchen Bewegungen wie dem IS angezogen fühlen. Klar, dass sie sich bei den ganzen Vorurteilen in den Medien geradezu bestätigt fühlen. Die Medien sind kontraproduktiv auf allen Ebenen.

Das heißt, Sie machen Medien für die Radikalisierung von Muslimen verantwortlich, verstehe ich das richtig?
Ja, mitverantwortlich.

Das müssen Sie erklären.
Weil deren Berichterstattung wie bereits erwähnt die Radikalisierung von Jugendlichen fördert. Sie geben ihnen das Gefühl, dass wir Muslime sagen können was wir wollen und trotzdem nicht gehört, geschweige denn in der Gesellschaft akzeptiert werden. Die Sendung “Anne Will” ist dafür ein Beispiel: Ich habe dort aus muslimischer Sicht auf Augenhöhe diskutiert und klare Statements formuliert, die aber nicht in den Medien erwähnt wurden.

Dem Schweizer Magazin Blick haben Sie gesagt: „Je mehr Türen man uns Muslimen verschließt, desto mehr schürt man die Aggression. Da erscheint das Leben in einem islamischen Staat verführerisch.“ Das klingt zunächst mal sehr verharmlosend.
Ich spreche hier nicht für die Medien, sondern für die Muslime. Ich bin im Vorstand des Islamischen Zentralrats Schweiz und möchte in dieser Funktion möglichst viele junge Leute davor bewahren, in ein Kriegsgebiet zu gehen. Ich möchte den jungen Frauen, mit denen ich nun mal mehr zu tun habe, die rosarote Brille vom Islamischen Staat abnehmen, die ihnen in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter aufgesetzt wird.

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Und warum sagen Sie es dann nicht in aller Deutlichkeit?
Weil das keinen Zweck erfüllt. Soll ich jungen Muslimen, die mit Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit auf Grund der Islamophobie zu kämpfen haben, einfach sagen „Reist bloß nicht in ein Dschihad-Gebiet!” – wenn sich zugleich die Ursachen für ihre Radikalisierung nicht verändern? Die Gesellschaft muss den Schritt machen und uns Muslime in der Gesellschaft akzeptieren. Nur so kann der Radikalisierung der Nährboden entzogen werden.

Zu sagen: „Reist bloß nicht in ein Dschihad-Gebiet!“ wäre ja ein Anfang.
Das ist einfach illusorisch. Wir müssen das Problem – die Ausgrenzung der Muslime aus der Gesellschaft –  bei der Wurzel packen. Und nicht erst, wenn es akut ist und junge Muslime in ein Dschihad-Gebiet reisen.

Bereits 2013 waren Sie bei „Anne Will“ zu Gast. Damals sind Sie der Frage, ob Sie in einer Gesellschaft leben wollen, in der Homosexualität verboten ist, ausgewichen: „Wir müssen nicht diskutieren, was ich will“, sagten Sie damals.
Weil wir in Deutschland und Europa in einer pluralistischen Gesellschaft leben, nicht in einem islamischen System – wo man allenfalls so eine Frage diskutieren könnte. Ich habe nicht vor, einen eigenen Staat zu bilden. Also müssen wir auch nicht diskutieren, was meine persönlichen Ansichten dazu sind oder was ich will. Es geht doch darum, wer immer sich bereit erklärt in diesem System hier zu leben, sich auch dazu bereit erklärt, andere Werte zu tolerieren. Daher erwarte ich auch, dass meine Werte toleriert werden.

Wenn es zu Ihren Werten gehört zu propagieren, dass etwa gleichgeschlechtliche Liebe verboten werden sollte, ist das keine Privatsache mehr.
In einem freiheitlichen, pluralistischen System können mehrere Wertesysteme nebeneinander existieren. Sowie jemand keiner Frau im Gesichtsschleier begegnen möchte, möchten andere keinem gleichgeschlechtlichen Paar beim Küssen zuschauen. Dennoch müssen wir gegenseitig die Toleranz aufbringen. Wir müssen tolerieren, dass in der Gesellschaft auch Werte gelebt werden, die nicht mit unseren eigenen deckungsgleich sind, solange sie sich innerhalb des Rechtsrahmens bewegen.

In einem Statement des IZRS zur „Anne Will“-Sendung heißt es, „gewisse Medienhäuser verbreiten unaufhaltsam die Behauptung, Nora Illi habe IS-Propaganda betrieben“. Den Medien wird eine „kalkulierte Lüge“ mit „selbstgebastelten Stereotypen“ attestiert.
Wenn wir uns die Fakten in Bezug auf die „Anne Will“-Sendung anschauen, hat sich eine einmalige Lügenmaschinerie in den Gang gesetzt. Wie kann man mir IS-Propaganda oder die Verteidigung der IS-Ideologie vorwerfen, wenn ich versuche, einen Diskurs auf Augenhöhe zu führen? Das ist doch eine reine Tatsachenverdrehung, wenn man mir im Nachgang das genaue Gegenteil attestiert. Wir, der IZRS, hat so aktiv und vielfältig – theologisch mit einem Rechtsgutachten, mit einem Event IslamSalam und mehreren deutlichen Videobotschaften –  eine klare Position gegen den IS bezogen. Doch dies wurde in keinem der Medienberichte aufgegriffen.

Bereits 2013 waren Sie bei „Anne Will“, 2014 bei „Menschen bei Maischberger“ zu Gast. Beide Male trugen Sie den Nikab. Beide Male ging es um Radikalisierung von Muslimen. Beide Male haben Sie Diskussionen ausgelöst.
Ich habe kein Problem mit Kritik. Wenn ich mich in einer deutschen Sendung zeige, weiß ich, dass es viel Kritik geben wird. Seit der Ausstrahlung habe ich mehrere Morddrohungen bekommen. Doch ich wehre mich gegen die Verbreitung von puren Lügen, welche meinen persönlichen Ansichten diametral widersprechen.

Der NDR-Rundfunkrat nimmt sich nun ihrem Auftritt bei „Anne Will“ vom 6. November an, die Bundesanwaltschaft der Schweiz habe sogar vor Ihnen gewarnt, heißt es. Wie stehen Sie dazu?
Diese Machenschaften können wir nicht gut heißen, und sie geben uns Anlass dazu anzunehmen, dass die Behörden ihre Kompetenzen überschreiten. Das ist eindeutig ein Einmischungsversuch der jegliche Grenzen überschreitet, und wir werden auch hier rechtliche Schritte prüfen.

Die Bild-Zeitung hat Sie vergangene Woche ohne Nikab auf ihrer Titelseite gezeigt.
Ganz allgemein: Wenn jemand seit mehreren Jahren sich aus religiösen Gründen verschleiert und dann ein solches Foto publiziert wird, ist das definitiv ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und dagegen sollte rechtlich vorgegangen werden.

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Alle Kommentare

  1. Nach dem jahrelangen Meth-Konsum ist ihr Gesicht leider nicht mehr vorzeigbar. Macht dann doch Sinn einen Schleier zu tragen und passenden Blödsinn in die Welt zu posaunen.

  2. Sorry, vergessen:

    Die Dame hat sogar eine Wikipedia Seite, die laut Änderungshistorie seit _2012_ besteht.

    Da ist ganz klar ein öffentlichkeitswirksames Gebaren zu erkennen.

    Damit dürfte sie definitiv unter die Kategorie „Person der relativen Zeitgeschichte“ fallen, womit eine Klage vom Tisch fallen wird.

  3. Viel Glück!

    Die Dame ist mindestens eine sog. „Person der relativen Zeitgeschichte“, daher dürfte das mit der Klage ziemlich scheitern – zumindest vor deutschen Gerichten.

    Die Dame ist „Frauenbeauftragte des Zentralrat Islam Schweiz“, ebenfalls eine relativ „exponierte“ Position in dieser Organisation.

    Und: Die Dame hat sogar einen Wikipedia Eintrag und betreibt Internetangebote; sie hat auch einen Twitter-Account, der seit 2013 regelmäßig bespielt wird (https://twitter.com/norailli?lang=en)

    Sie steht also in der Öffentlichkeit, größtenteils gewollt, also selbstmotiviert; durch ihren Auftritt ist sie jetzt noch weiter bekannt, vermutlich war das auch eingeplant.

    Jeder Richter in DE wird die Anklage daher kippen.

    1. @Mail. Die „Dame“? Eine Hetzfurie! im muslimisch-charmanten Óutfit.
      Der Rest hier ist Juristenklaubasterei!

  4. In der Medizin gibt es den Fachbereich Neurologie – wäre mal eine Empfehlung sich einen Termin zu holen!

    1. @s.Braun Wenn ich Sie wäre, würde ich mich schon besser mal mit Homophobie auseinandersetzen, statt dumpfe sexistische Sprüche zum Besten zu geben oder diese zu kopieren. Offenbar haben Sie ja IS-Schergen und Jungmännern sonst nichts entgegenzusetzen. Oder meinen, sich auf Kosten von Alten belustigen zu müssen.

  5. Wenn man über die 72 Jungfrauen und Sexualität im Paradies redet, wie soll denn dies aussehen?
    Meiner Meinung nach egal welche Religionsgemeinschaft man angehört, ist dies eh nur Unfug und dummes, sau dummes Geschwätz. Warum?
    Nun zum ersten, wenn man an die Ewigkeit Glaubt und an eine Seele im Jenseits muss man erst mal wissen, dass eine Seele (sofern es die je geben sollte):
    a) Geschlechtslos ist
    b) Mit irdischem also biologischem Leben hat das nichts aber auch gar nichts zu tun, da gibt es doch gar keine Fortpflanzung also wäre Sexualität nicht vorhanden und mit 72 Jungfrauen wäre doch nichts anzufangen, weil es ja keine Geschlechter im Jenseits gibt also nichts biologisches, das dies rechtfertigt
    c) Sollte es eine Seele nach dem Tod geben, und die Seele wäre unsterblich, so müsste es doch auch eine Seele vor der Geburt gegeben haben (unsterblich heißt es gab weder Anfang noch ein Ende). Ich kann mich aber nicht in irgend einer Form daran erinnern, dass es vor meiner Geburt etwas gab und nach dem Tod hatte es bis jetzt ja auch noch niemand erzählen können und die die es erzählen können leben nicht mehr sind Quasi nach biologischen Gesetzen Tod (schweigen also).
    Nur um zu erklären was Glaube eigentlich ist, was es bedeutet und was es anrichten kann. Für mich sind die alle noch nicht so weit entwickelt, dass sie die Zusammenhänge hinterfragen. Und solche Menschen wie Nora Illi gehören natürlich mit dazu, die ihren Glauben nicht hinterfragen und nur einigen Imame und dem Koran hinterherlaufen und ihren Glauben auch ausleben wollen, dabei andere ihren Glauben aufzwingen wollen. Dies gilt übrigens für jede Glaubensgemeinschaft, es sollte jeder selbst entscheiden was für ein Leben oder Glaubensstil er Lebt, aber andere nicht als Ungläubige oder Unmenschen und gottlose Geschöpfe betrachten, jeder sollte für sich selbst glücklich werden und sich freuen, dass andere glücklich sind, nicht mehr aber auch nicht weniger. Ich bin wegen der Glaubenshinterfragung übrigens ein überzeugter Atheist.

  6. Wer ist diese Allah? Ich kenne dieses Weib nicht?
    Kriegt dieses Weib schlecht Luft, dann liegt das an der Tischdecke über ihrem kleinen Kopf. Und bei Sauerstoffmangel kriegt man Erscheinungen.

  7. Die Frau lügt doch. 2014 hat sie jungen minderjährigen Mädchen „Zivilcourage“ ausgesprochen, die in den Dschihad nach Syrien abgehauen sind:

    von Nora Illi
    „Kein Wunder also, dass die Versuchung riesig sein muss, aus diesem Elend auszubrechen, ja die Hijra nach dem Vorbild des Propheten (saws) zu vollziehen, um dann im gelobten «bilaad ash-Sham» (Syrien) gegen die Schergen Asads und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Daran ist aus islamischer Sicht auch gar nichts auszusetzen. Eine solche Überzeugung muss man, in den hiesigen Kontext übersetzt, als Zivilcourage hochloben.“

    Quelle: http://www.izrs.ch/oh-schreck-die-tochter-ist-weg-warum-eltern-von-syrien-ausreisserinnen-einen-kuhlen-kopf-bewahren-sollten.html

  8. Fehlende kritische Fragen an Nor IIlli zu relativierenden und den Dschihad kaum verbrämt verherrlichenden Texten auf der IZSR-Website, @MEEDIA stapft in mit Siebenmeilen-Stiefeln in den „Anne Will Talk“-Fettnapf und bietet Islamistin eine Propagandaplattform.

  9. Prima. In Latakia soll derweil eine Sprengtoffgürtel umgefallen sein…

    Muss dieser unsäglichen Extremistin, Terrorhelferin und Menschenfeindin hier nun wirklich auch noch ein zusätzliches Forum geboten werden? Wie kann man das eigentlich noch toppen? Interviews mit IS-Henkern eventuell?

    1. Sie hat doch eben klar und deutlich gesagt, dass sie den IS ablehnt. Was also ist Ihr Problem? Scharfmachern wie Ihnen sollte man den PC entziehen. So schauts aus.

      1. Glauben Sie wirklich dieser Lügnerin, welche sich hinter schwarzen Lumpen versteckt? Dann glauben sie auch den friedlichen Islam, den allerdingsbisher keiner gesichtet hat. Das Märchen vom Euro-Islam ist doch wohl der größte Schwindel, denn überall dort, wo der Islam aus der Minderheit kommt wird er über die „Andeen/Nichtgläubigen“ bestimmen und deren Rechte beschneiden. Es wäre etwas absolut Neues, wenn dies nicht auch hier zu erwarten wäre, eine absolute Utopie. Wollen Sie das wirklich tolerieren?

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