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„Der Titel beschreibt das, was passiert ist“ – Spiegel-Chefredakteur Brinkbäumer verteidigt Trump-Weltuntergangs-Cover

Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer verteidigt bei „Zapp“ den aktuellen Titel gegen Kritik
Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer verteidigt bei "Zapp" den aktuellen Titel gegen Kritik

Das aktuelle Cover des Spiegel zeigt einen gigantischen Trump-Kometen, der auf die Erde zurast. Dazu die Zeile "Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)". Das Cover hat Kritik hervorgerufen. Im Interview mit dem NDR-Medienmagazin "Zapp" hat Chefredakteur Klaus Brinkbäumer die Titelgestaltung nun verteidigt. Und sich allgemein zur Rolle der Medien im US-Wahlkampf geäußert.

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Auf die Frage des NDR-Reporters, ob man angesichts des aktuellen Spiegel-Covers nun Populismus mit Populismus bekämpfe, sagt Brinkbäumer: „Der Titel beschreibt das, was passiert ist. Er beschreibt auch den Schock, den es ausgelöst hat. Wir versuchen in vielen, vielen Texten zu analysieren, was dort geschehen ist. Es ist ein Themenheft Trump. Das Titelbild drückt natürlich diesen Einschlag aus, der durch diese Wahl ja tatsächlich entstanden ist. Es war ja ein Schock für die Welt. Fragen Sie in Berlin herum. Die deutsche Gesellschaft, der politische Kreis in Berlin. Niemand hat das kommen sehen.“

Zuvor hat er in dem „Zapp“-Gespräch noch gesagt, dass die Medien – auch der Spiegel – hin und wieder einen zu elitären Blick auf die Welt gehabt hätten: „Natürlich müssen wir uns fragen, wie gehen wir Medien damit um? Was beschreiben wir jetzt? Haben wir die Gesellschaft so beschrieben, wie sie ist?  Oder haben auch wir vom Spiegel hin und wieder einen elitären Blick auf deutsche Wirklichkeit gehabt? Weil wir in Hamburg sitzen, in Berlin sitzen. In deutschen Großtäten ist uns hin und wieder der Blick auf – das ist jetzt ein gemeines Wort – Provinz, Kleinstädte, Sorgen die es in Deutschland gibt, verloren gegangen. Das glaube ich schon.“

Brinkbäumer mahnte aber auch, die Medien dürften sich nach der US-Wahl nun nicht selbst zerfleischen. Auch der Spiegel habe bereits gelernt und etwa jüngst einen Reporter für zwei Monate nach Clausnitz geschickt, um diese Stadt zu beschreiben.

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Was die Kritik am Titel angeht, die öffentlich u.a. von Bild-Herausgeber Kai Diekmann auf Twitter geäußert wurde, dürfe man sich aber auch nicht davon abbringen lassen, Trump so zu beschreiben, wie er ist: „Einen gefährlichen Politiker als gefährlichen Politiker zu beschreiben, das ist unsere Aufgabe. Das ist wieder etwas anderes, als gesellschaftliche Probleme ernst zu nehmen und zu durchdringen. Beides ist Aufgabe von Medien. Ich halte Trump für gefährlich. Trump ist ein Rassist, Trump ist xenophob, Trump begrapscht Frauen oder hat Frauen begrapscht. Trump ist auf viele Weisen gefährlich und tatsächlich unqualifiziert für dieses Amt. Das müssen wir beschreiben. Wieso sollten wir aufhören, Populisten oder Demagogen als solche zu entlarven?“, so Brinkbäumer zu „Zapp“.

Die „Zapp“-Sendung mit dem Interview mit Klaus Brinkbäumer lauft am morgigen Mittwoch, 16. November, um 23.20 Uhr im NDR-Fernsehen.

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Alle Kommentare

  1. Spiegel, Spiegel hier im Land,
    fährt mit Karacho an die Wand!
    Die Menschen meiden Hetz`und Dreck,
    drum ist das Blättchen auch bald weg.
    Die ersten sind schon arbeitslos,
    der Bürger findet es famos.
    Zum Amt muss nun der Journalist,
    nun merkt er mal, wie das so ist.
    Hätt`er doch nicht so viel gelogen,
    und sich tagein, tagaus verbogen!

  2. Dieses Titelbild ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten:

    1. Ist Trump keine Naturkatastrophe
    2.Warum will/sollte/kann er die ganze Welt verschlingen?
    3.Amerikanische Präsidenten repräsentieren nur verschiedene Strömungen innerhalb der Oligarchie, Trump also eine solche Macht zuzuschreiben ist der übliche Omnipotenzwahn amerikaversessener Journalisten
    4. Der Spiegel ist nicht mal mehr in der Lage, einmal geschriebenen Blödsinn zu überdenken und zu relativieren. Lieber wird starrsinnig an der eigenen Fehlhaltung festgehalten und das ganze dann noch hypertrophiert….
    5. 6. 7….
    10. …im Weltraum brennt bekanntlich kein Feuer

  3. Immerhin ein Fortschritt zum STÜRMER. Dessen Titel- und sonstigen Bilder wurden – trotz praktisch gleichem üblen Niveau primitiver Hetze – nur in Graustufen gedruckt.

    1. Einfach nur ekelhaft, dieser Kommentar. Wie recht hatte doch Bertolt Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem d a s kroch.“

      1. Leute wie Striemer wissen gar nicht, was sie schreiben. Ein dezidiert bürgerliches und grundsätzlich staatstragendes Presseorgan als nationalsozialistisches, rassistisches Blatt zu bezeichnen, das sich vom „Stürmer” nur durch den Farbdruck unterscheide, zeugt einzig und allein vom Fehlen jeglichen Unterscheidungsvermögens und von schierer, dumpfer Wut auf Leute, deren Standpunkte man nicht teilt und die man deshalb im Internet mal eben als Faschisten denunzieren zu können glaubt.

  4. Das Medienkartell der Oligarchen im Westen ist in heller Aufregung. Da haben die Menschen bei all der Schmutzpropaganda gegen den neuen US-Präsidenten Trump, dennoch Trump gewählt. Das Oligarchensystem in den USA und der EU scheint am Boden zu liegen und die Menschheit atmet auf.
    Liebe Oligarchen für euch habt ihr hoffentlich recht mit dem Titel: „Das Ende der Welt, wie IHR sie kennt.“

  5. Päderasten und Kriegsverbrecher werden von so einem Blatt hofiert. ÜBEL.

    Was hat Trump bisher verbrochen, lieber Spiegel?

    Nichts dergleichen, außer Weibergeprotze, wie es J E D E R vor 10 Jahren gemacht hat, außer dieser Mensch hier wohl. In den Großstädten hat ER und seine Kumpane einen „Blick“? Na dann frage ich mich doch, wenn ich durch eine solche laufe, wie man die Zustände mitlerweile ÜBERALL so ignorieren kann?

    Jungejunge, völlig überflüssig, noch mehr zu sagen, das Blatt wird untergehen, das steht fest, so auf alle Fälle. Ich möchte gar nicht daran denken, was dieser Typ und seine Gesellen schreiben, wenn 17 hier Wahl ist, vorher gibts ja noch Landtag, Österreich, Frankreich, Holland.

    Gott oh Gott – obwohl – darf man noch Gott erwähnen oder ist das Gott_*/In oder besser Gott und Gottin????

  6. nimmt man den Vorgang und die beiden Kommentare zur Kenntnis, weiss man, warum Trump sich voll gegen die etablierten US-medien (in Deutschland wäre unter ferner liefen auch der Spiegel zu finden) engangierte und auf die sogenannten Social Media setzte. Facebook und Twitter haben die Wahl entschieden (wie 1960 JFK mit dem damals neuen Massenmedium TV) – und der „Geldsack“ aus NYC hat das als erster bemerkt. Brinkbäumer bis heute nicht.

  7. Nur eine Verdrehung der Medien, Spiegel voran : Grabschen bedeutet eine andere Person gegen deren Willen unsittlich zu berühren. Trump berichtet aber, dass er es mit Frauen zu tun hatte, die nur zu gern ihr Einverständnis signalisiert haben, wenn sie von seinem Status wussten.

  8. Trump sei „ein Schock für die Welt“, soso. Da is wohl in berlin mitte vor schreck ein Café au Lait umgefallen… tss tss

  9. Zitat Brinkbäumer: „Es war ja ein Schock für die Welt. Fragen Sie in Berlin herum. Die deutsche Gesellschaft, der politische Kreis in Berlin. Niemand hat das kommen sehen.“

    Ja, das kommt dabei raus, wenn man großspurig die ganze Welt auf Berlin und den „politischen Kreis in Berlin“ – was auch immer das sein mag – reduziert. Dann ist man in seiner Sicht eben eingeengt, um nicht zu sagen beschränkt. Na ja, dafür kann er dann bald wieder ein paar Leute betriebsbedingt kündigen.

  10. Der Herr Brinkbäumer glaubt er gehört nicht zur Elite, allein seine Körpersprache zeigt, dass er ein Heuchler ist. Bemühen Sie sich doch mal um Wahrhaftigkeit und geben Sie auf dazu zugehören. Sie lieben Ihre Macht und sprechen mit gespaltener Zunge.
    Alles Gute ! Neu Leute braucht das Land.

  11. Wer liest diese Postille überhaupt noch? Interessiert keinen, was die machen. Gockelhafte Arroganzlinge, die sich für den Nabel der Welt halten…

  12. Der Spiegel ist zum Tode krank. Es tut mir schon immer weh wenn ich an einem Kiosk vorbeikomme und nur dessen Cover sehe. Indiskutabel doof. Jeder der sich irgendwo damit blicken läßt ist doch sofort als Honk geoutet. „Trump ist ein Rassist, Trump ist xenophob, Trump begrapscht Frauen“ was für ein Niveau! und aufgrund des verwendeten Papiers taugt das Heft nicht mal um sich den Allerwertesten damit zu wischen.

  13. wenn man jahrzehntelang für pressefreiheit gekämpft hat, für männer wie augstein und nannen den kopf hinhielt, viel dafür einstecken musste und große opfer brachte, dann blutet einem das herz, wenn heute korrupter abschaum eben jene stühle einnimmt im medienreich des vollklimatisierten alptraums. ein sargnagel im spiegel – das wäre der einzige angemessene titel für das hausi klausi

  14. was wurde nicht schon alles Negative über Trump geschrieben. U.a. die Börsen werden zusammenbrechen. Heute schreibt die Bild „Dow Jones bricht Rekord-Marke | „Trumphorie“ an der Börse“. Glauben die Medien-Fuzzis eigentlich diese ganzen Vorab-Horromeldungen selber? Da werden dann immer irgendwelche ominösen Experten vorgeschoben. Für die Medien ist ja jeder Experte, der die gerade gewünschte Meinung vertritt. Wie war das mit dem Brexit? Da wurde uns doch auch der Weltuntergang vorhergesagt. Und? Was ist passiert? Ist überhaupt ‚was passiert? (außer dass man versucht, den Volksentscheid doch noch zu umgehen. Geile Demokratie).

  15. Das wie vielte Mal muss sich Herr Brinkbäumer jetzt schon öffentlich für einen seiner Titel rechtfertigen? Wie viele Schüsse hat der denn noch frei, bevor mal jemand die Notbremse zieht? Oder ist das so eine allgemeine Hamburger Krankheit – siehe auch HSV -, dass man sich nicht davon irritieren lässt, dass man gerade mit Volldampf auf den Eisberg zufährt? Lieber nichts ändern und Business as usual, man ist ja eine Institution und unzerstörbar.

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