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Millionenschwerer Verkaufserlös: WDR trennt sich von Sendemasten

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Nach der Kunstsammlung hat sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) nun von seinen 186 Sendemasten getrennt. Die Übergabe der Masten an den Erwerber soll bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein. In Branchenkreisen geht man davon aus, dass die größte ARD-Anstalt durch den Deal einen Betrag in hoher zweistelliger Millionenhöhe erzielt hat. WDR-Intendant Tom Buhrow hatte bekanntgegegeben, für 2016 einen ausgeglichen Haushalt vorzulegen.

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Er spült einen satten Millionenerlös in die Kasse des Westdeutschen Rundfunks (WDR): Der Verkauf von 186 Grundstücken samt Masten. Bereits Ende 2014 hatte die größte ARD-Anstalt mit Sitz in Nordrhein-Westfalen hierfür eine öffentliche Ausschreibung gestartet.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich der WDR bereits vor Monaten von den Sendemasten getrennt. „Nach Durchführung eines offenen und mehrstufigen Bieterverfahrens wurden die Sendemasten Ende Februar 2016 im Paket an die ATC Germany Holdings GmbH verkauft“, erklärt eine Sendersprecherin auf MEEDIA-Anfrage. Die Übergabe der Masten erfolge sukzessiv und soll bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein, heißt es. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. In Branchenkreisen geht man davon aus, dass der WDR aus dem Verkauf einen Betrag in hoher zweistelliger Millionenhöhe erzielt hat.

ATC Germany Holdings gehört zum amerikanische Konzern American Tower Corporation (ATC). Das Unternehmen ist auf dem deutschen Markt seit längerem aktiv. So hatte die Gesellschaft vor einigen Jahren von E-Plus rund 2.000 freistehende Mobilfunkmasten aus Stahl und Beton übernommen. Die Kaufsumme: fast 400 Millionen Euro. Der ATC-Konzern ist weltweit in 13 Ländern mit 4.500 Mitarbeitern tätig. Das Unternehmen vermietet Senderstandorte an Mobilfunkbetreiber und andere Kommunikationsdienstleister und baut auch neue Funktürme.

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Um den Senderhaushalt weiter aufzubessern, hatte sich der WDR bereits Mitte des Jahres von Teilen der Kunstsammlung getrennt. So wurden beim Londoner Auktionshaus Sotheby’s Gemälde aus dem Besitz der ARD-Anstalt versteigert. Darunter die beiden wertvollsten Werke der WDR-Sammlung „Möwen im Sturm“ von Max Beckmann sowie „Alpweg (Bergweg)“ von Ernst Ludwig Kirchner.

WDR-Intendant Tom Buhrow hatte bekanntgegeben, für 2016 einen ausgeglichenen Haushaltsplan vorzulegen. Dies wollte er unter anderem durch „einschneidende Sparmaßnahmen“ sowie einen sozialverträglichen Stellenabbau erreichen. So war geplant, 50 Planstellen zu streichen.

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Alle Kommentare

  1. Diese Meldung ist nicht neu, sie ging bereits vor 2 Jahren durch die Presse, das wurde also nicht „erst jetzt bekannt“. Es handelt sich dabei auch nicht um die Großsendeanlagen des WDR, wie Bonn, Langenberg, Münster usw.
    Es wurden alte Umsetzermasten verkauft, die nicht mehr benötigt werden. Die haben früher mal Dörfer in der Eifel oder im Sauerland mit dem 1. und 3. Programm versorgt. Die Masten sind alt, teilweise baufällig und werden von Mobilfunkanbietern genutzt oder stehen ganz leer.

  2. Wozu braucht ein Sender auch Sendemasten? Er bekommt ja den Rundfunkbeitrag heutzutage nicht mehr dafür, eine eigene Infrastruktur zu betreiben und zu bezahlen, sondern um sich fremde Infrastruktur einzuverleiben. So kann er von dem Verkaufserlös Anwälte bezahlen, die Leuten nachstellen, die ihren Job tun wollen, und sich dann dessen bemächtigen, was die aufgebaut haben. Und verhindern, daß das Internet für unerwünschte Dinge wie private Telekommunikation genutzt wird, wo es doch nur noch für öffentlich-rechtlichen Broadcast da sein darf. Geht ja nicht mehr anders, ohne Sendemasten. Denn die werden dann sicher bald umgelegt oder an kommerzielle Sender vermietet.

  3. Tja, und wieder wird unser, also des Volkes Besitzt, verhökert und ich/wir können weder etwas dagegen tun, noch haben wir das Geringste davon.
    Es ist einfach erschreckend, wie unfassbar unfähig letztlich alle staatlichen Einrichtungen/Organisationen sind.
    Ihn diesem Fall mal wieder die öffentlich rechtlichen Sender, die einfach nur gigantische Geldvernichtungmaschinen sind und seit Jahrzehnten komplett unverantwortlich handeln.
    Ich habe im Laufe der Jahre oft mit denen zu tun gehabt und bin letztlich immer von einer Ohnmacht in die andere gefallen. Die meisten Produktionen könnten z.B. für einen Bruchteil des Budgets erstellt werden.
    Wer´s nicht glaubt, sollte mal aufmerksam den jeweiligen Abspann von deren hausgemachten Produktionen lesen. Es ist schier unfassbar, wie viele Leute an manchen mini Beiträgen arbeiten, die von freien Produktionen mit einer knappen Hand voll Leute erledigt werden würden – und im Abspann sind die Unmengen von weiterem Hilfspersonal noch nicht einmal erwähnt.
    Jedes kleine regional-kack-Studio ist á la Hollywood eingerichtet usw.
    In der freien Wirtschaft würden die schon lange vor der eigentlichen Firmeneröffnung pleite sein.
    Wovon möchte Herr Buhrow denn ab 2017 die Rechnungen zahlen? Die ganze Anstalt verkaufen und dann „günstig“ mieten wäre doch mal wieder eine originelle Idee!
    Letztlich doch scheiß egal … wenn nichts mehr geht und alles verhökert ist werden halt die Gebühren erhöht.

    @Alreech:
    Strafanzeige gegen eine staatliche Einrichtung? Netter Scherz.
    Das bringt ja noch nicht einmal etwas wenn unser Grundgesetz verletzt wird. Die Tatsachen sind dann schon geschaffen worden und mehr als ein „Oh, `tschuldigung“ (Jahre später) ist wohl noch nie dabei heraus gekommen.

    1. @Funky: Guter Einwand bezüglich der Abspänne:
      Im TV gabs mal ein Interview mit einem preisgünstigen Klassik-Musik-CD-Label: Der meinte so in etwa „Wir haben 2 Mann bei einer Aufnahme, die Konkurrenten (von großen Labels oder Sendern) mit den teuren CDs haben viel mehr Leute“. Die Zahl der Mikrofone, Vor-Bereitung, Hin-Fahren und Nachbearbeitung darf man auch nur vergessen und unterschätzen. Nicht jede Person im Abspann ist einsparbar und Adam Smith belegte ja die Perfomance durch Arbeits-Teilung wobei Personal-Union natürlich auch in seinem Beispiel ginge !
      Schön wäre, solche Aussagen als verlinkbaren Beleg (bis die Link-Steuer kommt) zu sammeln. Vielleicht erinnert sich ja ein Klassik-Käufer über die Namen der Disruptoren der Musik-CD-Preise.
      Manche Festivals sind auch öffentlich. Da kann man dann ja beobachten wie viele was machen. 2-3 Kameraleute und Helfer braucht man schon. Allerdings kann man das auch mit Sport-Events und günstigen Sender vergleichen wo der Reporter selber die Fotos und Videos durchgeht, vorbereitet, Schneidet und im Pressezentrum hochlädt.

      Bei Kurzfilmen gilt auch, das das quasi wohl die Diplomarbeit der entsprechenden Personen ist quasi als „Diplom-Ton-Techniker“ „Diplom-Schnitt-Assisten“ „Diplom-Kamera-Mann“ usw. Diese Filme sollte man diesbezüglich anders betrachten.
      Je nachdem braucht man auch Genehmigungen usw. und da ist es besser, den Leiter der Tourismus-Behörde, den Bürgermeister usw. auch im Abspann zu erwähnen und sich zu bedanken. Machen Spielfilme ja auch im Abspann wenn auch ohne Namen sondern Organisationen „Wir danken der Filmbehörde von Quebec“ u.ä. .
      Bei Physik bauen Konkurrenzteams die Papers nach und bestätigen hoffentlich die Erfindung/Effekt/Beobachtung… . Daher sind Fakes so unschön wenn Leute Zeit und Geld oder Infrastruktur (Rechenzeit auf Groß-Rechnern, Versuchs-Zeit bei DESY usw.) investieren um einen Fake nachzubauen.
      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bell-Labs-ziehen-wissenschaftliche-Aufsaetze-zurueck-69747.html
      Aber bei Physik-Papers werden wohl auch verhältnismäßig viele auf den Papers usw. aufgeführt. Ronald Reagan als Chef der Schauspieler-Gewerkschaft hat vielleicht lange Abspänne mit allen Beteiligten durchgesetzt. Siehe imdb.

      Und wenn man glaubt, das alles selber machen zu können, geht das vielleicht bei Youtube-Videos aber professionelle Produktionen haben oft leider viel Drumherum und wieso soll man die Beteiligten nicht nennen. Irgendwer muss Lizenzen für alle Musik-Stücke usw. abschliessen oder alle Bildrechte klären usw. Schaut doch welche Berufe die Kinder von Bill Gates, Obama und natürlich der Politiker lernen: Das sind die dauerhaft profitablen Berufe. Als Tech-Nerd hingegen ist man mit 30 meist schon zu alt und Zwangs-Freiberufler den die Kunden oft genug ungern bezahlen.

      Aber wenn ein Großteil der Presseberichte eh nur Copy-Paste-Agentur/PR-Meldungen sind, braucht man sich nicht zu wundern…
      Siehe google-Suche nach „Lehmschicht“ in Verbindung mit Management… Stromberg will sich nicht ersetzen lassen und Minister wollen (im Gegensatz zu Fußballtrainern die keine Hierarchien haben) oft nicht direkt verantwortlich sein.

  4. Kann denn eine Behörde so einfach Einrichtungen der Daseinsversorge veräußern ? Vielleicht kann die Journalie des Recherchenetzwerkes aus SZ, Zeit und WDR dem möglichen Filz mal auch die Finger schauen. Denn wie kann man als Behörde den Verkaufspreis verschweigen wollen?

    1. Behörden sind die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nur wenn es um das Eintreiben von Beiträgen geht. Da brauchen sie kein Urteil, ihre Bescheide können sofort vollstreckt werden.
      Anders als andere Behörden lassen sie sich mit dem Austellen der Beischeide ab Zeit, und schicken lieber Zahlungserinnerungen die keine Bescheide darstellen, aber schon Säumniszuschläge fordern.

      Bei den Betriebsrenten, der Höhe der Intendantengehältern & ihren Pension, dem Einkauf von Sendungen, dem Verkauf von Werbung sind sie allerdings keine Behörde.

      Wenn man so will sind sie Amphibien – mal Behörde, mal staatsferne Anstalt. Je nachdem was ihnen den größten Vorteil bringt.
      Was den Verkauf angeht: Zum Anwalt seines Vertrauen gehen und prüfen lassen ob eine Strafanzeige (Untreue ?) formuliert werden kann.
      Wie bei Hatespeech gilt auch hier: lieber eine Anzeige zuviel als eine zu wenig.
      Zusätzlich kann man auch an den Landtag eine Anfrage stellen, oder an die Aufsichtsbehörde (Minsterpräsident ?).

  5. Welche Sender werden von dort abgestrahlt ? In Trump-Land ist sowas öffentlich. Hier muss man für den Eintrag von Sendemasten in OpenStreetmap vielleicht schon hohe Rechtskosten einkalkulieren.

    Die US-Konzerne freuen sich vermutlich. Und Trump sicher auch.
    Die Autobahnen sollen ja bald auch verkauft werden damit Reiche, Firmen-Big-Boni-Bosse (steuerlich absetzbar) und Politiker auf der Autobahn fahren und LTE machen während wir auf der Landstraße stehen und nur UMTS machen können während wir im Radio die nächsten Schuldenmacher-Entscheidungen bejubeln dürfen… „Danke“ LTE-Auktion.

    Der Denkfehler bei DVB-T2-Berichten ist ja auch, anzunehmen das RTL usw. nennenswerte – neue – Investments hätten welche die HD+-Gebühren bzw. wie das bei T2 heisst („Freenet-HD-Pay-T2“ ?) rechtfertigen würden. Wegen Kabel-HD und Astra-HD und Internet-HD gibts die Infrastrukturen alle ja schon. Es wird nicht in UHD oder extra Farbtiefe ausgestrahlt.

    Die T2-Firma baut die T2-Sender usw. RTL hat die eigenen Sende-Kisten(„Sender“ ist mehrdeutig) vermutlich längst als verdiente Abschreibungen zurückverdient und demnächst nach der T1-Abschaltung vermutlich keine eigenen keine Sende-Kisten mehr und könnte sie vermutlich an arme Länder weiterverkaufen. Die T2-Betreiber-Firma kriegt den Full-HD-Stream welchen auch schon HD+Astra-Satellit und die Kabel-TV-Betreiber bekommen und kodiert und sendet das h.265/HEVC-FullHD-RTL und seine anderen Sender. Vermutlich fast kein Zusatz-Investment bei RTL nötig. Bestenfalls vielleicht ein Switch mit mehr Ports.
    Kann es auch sein, das weniger T2-Sender gebraucht werden als es T1-Sender gab ? Auf das Gleich-Wellen-Netz und Radio per T2 warten wir auch noch. Hoffentlich nutzt Freenet den Kauf so gut wie möglich und ermöglicht Lokal-Sendern den günstigen Zutritt. 2 T1-Sendekisten waren ARD, einer ZDF, wer in Großstadtgebieten wohnte, hatte noch 3 weitere Transponder also einen von RTL(RTL2, ntv nicht, VOX, SuperRTL, RTLnitro,RTLplus oder nur manche davon), einen von Pro7(Kabel1, Sat1, Sat.1Gold, sixx, Pro7Maxx,…) und einen für gemischte Sender. Freenet hingegen kann das flexibler gestalten und die Empfänger sind hoffentlich auch gut genug für modernes TV indem tagesschau-TV sich auf mehrere Sender „auffächert“ wenn Trump vereidigt wird usw. oder WDR läuft und bei Lokalzeit usw. „auffächert“ und mehrere Lokal-Sender der Lokal-Studios wird statt das wie bisher 10 WDR in der Senderliste 90% der Zeit dasselbe EPG haben und „Platz“ wegnehmen und den kleinen Bürger vielleicht nerven. Wofür fächern Fächer wohl auf und zu. Na also….

    Noch ein Beweis für das Professoren-Interview hier, das man mal endlich BWLer (oder was ich immer fordere: Steuerberater) schreiben oder Informationen geben lassen sollte.

    Vielleicht sollte man mal mit DrDish und/oder auch Kathrein ein Interview machen und die gängigen Unklarheiten auflösen und mehr Wahrheit über T2 liefern lassen als beim kleinen Bürgervolk bisher leider wohl vorhanden ist. Einblendungen laufen ja schon „Bald sehen sie hier nix mehr. T2 kommt.“ in etwas freundlicher gibts ja schon gelegentlich und kleine Rentner und Hausfrauen sollten bitte nicht abgezockt werden aber kein Partei interessiert sich vielleicht dafür und hilft vor Ort und wird aus Dank gewählt.
    Kathrein meinte mal bei einem Interview ich glaube bei DrDish, das er alle bis auf eine DVB-T1-Antenne gebaut hätte. (Anmerkung Danach wurden weitere DVB-T1-Masten gebaut glaube ich. In der End-Statistik ist Kathrein also mit weniger als „Alle bis auf einen Masten“ vertreten). Maschinenbau-Ingenieure für die Berechnung der Masten wären schwerer als Informatiker zu finden glaube ich mich zu erinnern.

    Interessant wäre auch, ob und wie viele der Sender-Masten aufgelöst werden, wenn DAB+ kommen sollte.
    Bei T2 senden schlussendlich nach der Umstellung vielleicht weniger Masten als bisher bei T1.

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