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Sandra Maischbergers wilder Trump-Talk: „Das hört sich ziemlich trumpisch an!“

Trump-Talk bei Sandra Maischberger
Trump-Talk bei Sandra Maischberger

Die erste deutsche TV-Talkshow zum Thema Trump-Triumph wurde am gestrigen Mittwochabend von Sandra Maischberger im Anschluss an den ARD-„Brennpunkt“ moderiert. Die Gästezusammenstellung, u.a. mit Alice Schwarzer und Oskar Lafontaine, gab Anlass zu Befürchtungen, die sich zum Glück nicht erfüllten. Die Trump-Show war ein wilder Talk mit Unterhaltungs- und Erkenntniswert.

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Es war so ein bisschen der „Markus Lanz“-Effekt: Eine unwahrscheinliche Gäste-Mischung sorgte für eine lebhafte und fruchtbare Debatte. Geladen waren Ex-„Tagesthemen“-Moderator Thomas Roth, der Linken-Politiker Oskar Lafontaine, Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt, Alice Schwarzer, die PR-Frau und Trump-Unterstützerin Nadja Atwal sowie der amerikanische Autor Eric T. Hansen. Dabei kam der Sendung zu Gute, dass keiner der Gäste besonders zurückhaltend war. Alle waren in der Lage und willens, sich selbst das Wort zu erkämpfen und hart zu diskutieren.

Besonders wohltuend waren die durchdachten Äußerungen Thomas Roths, der sich in der Sendung für weitere Jobs als Welterklärer nachdrücklich empfahl. Julian Reichelt wurde seinem Image als Heißsporn einmal mehr gerecht und lieferte die besten One-Liner („„Wenn Sie als Demokratin in New Hampshire gegen einen Mann mit gelben Haaren verlieren, dann haben Sie ein Problem.“)

Nebenbei entlarvten Reichelt und Roth das populistische Geschwätz von Oskar Lafontaine, der mit Bezug auf den Syrien-Konflikt die fatalistische Haltung einnahm, dass alle Parteien nur redeten und nur noch gelogen würde. Reichelt geißelte das als „Populismus pur“, Roth assistierte: „Das ist die leichteste Art, populistische Politik zu machen, die nicht an einer Lösung orientiert ist. Das hört sich schon ziemlich trumpisch an!“

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Erhellend war auch, als Autor Hansen Lafo nachwies, dass die Politik der Linken auf einer Linie mit vielen Trump-Ansichten liegt (Nato-Skepsis, Anti-TTIP, Anti-Establishment). Links und rechts sind heutzutage eher verschwommene Kategorien.

Ein Gewinn für die Dynamik der Sendung war auch der unermüdliche Trump-Fan Nadja Atwal. Die Frau mag für die vielen Trump-Verächter vor den TV-Schirmen schwer verdaulich gewesen sein, aber sie war nicht auf den Mund gefallen und hielt sich tapfer mit ihren Pro-Trump-Argumentationen.

Die Diskutanten schenkten sich nichts in dieser Sendung und zeitweise hatte Sandra Maischberger Mühe, die Debatte in geordneten Bahnen zu halten. Es war spürbar, wie sehr das Thema und die Person Trump die Menschen elektrisiert. Für eine politische Talkshow ist das zunächst einmal etwas Gutes.

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Alle Kommentare

  1. Also ich frage mich warum Alice Schwarzer zu diesem Thema eingeladen wurde. Diese Frau ist doch von gestern und hat überhaupt keine Ahnung. Aber Hauptsache sie kann mal wider auf die bösen Männer rumhacken. Frau Schwarzer Männer können mit starken Frauen gut umgehen und die paar wenige die es nicht können labern genau so ein Blödsinn wie Sie

  2. Nicht die Umfrage-Institute sind schuld an „Trump“, sondern der publizistische Input auf die Wählerschaft. WIR haben was verkehrt gemacht.

    Bislang hat kein „Alpha-Journalist“ in der Runde zugegeben, dass sie alle das Wählerverhalten unprofessionell eingeschätzt und auch beeinflusst haben. Zum Beispiel die humanitäre Kampagne „Refugees welcome“ – die ich übrigens am Anfang auch für hilfreich und gut hielt. Zum Beispiel SZ-Mann Heribert Prantl, der in seinem Buch „Im Namen der Menschlichkeit“ die unbeschränkte (!) Aufnahme von Flüchtlingen und armer Zuwanderer als humanitäre Pflicht fordert. Pars pro toto – das ist exakt der Zündstoff, mit dem Trump soeben seinen Wahlsieg holte und jetzt eine Mauer bauen will. Leider!

    Gerade „Alpha-Chefredakteure“ tragen politische Verantwortung für die Folgen ihrer Artikel und Kommentare. Ignorieren geht nicht. Auch Deutschland überfordern maßlos Hilfsappelle die Toleranz vieler Bürger. Sie stärken damit faktisch direkt die AfD. Also den fremdenfeindlichen Egoismus von Millionen Wut-Wählern – der wie ein politischer Flächenbrand mehrheitstauglich wird. Seit gestern den USA genauso wie bei uns in Europa.

    Wenigstens das sollten wir aus der US-Wahl lernen.

  3. Herrlich, wie die im eigenen Saft schmoren. Komplettversager werden jetzt Erklärbären. Da fehlen nur noch die Umfrager mit ihren Topzahlen.

  4. Welterklärer Thomas Roth? Darauf muss man erst einmal kommen! Hat nicht dieser Herr, als er noch im Amt war, auf seine onkelhafte Art häufig genug Meldung- und Kommentarfunktionen tendenziös durcheinander gewirbelt und auf diese Weise kritische TV-Zuschauer außerhalb der Mainstream-Masse verärgert?
    Und: So falsch waren die Aussagen Lafontaines auch nicht, wenn man sie denn richtig verstehen konnte und wollte…
    Dass Gesprächsrunden-Chefin S. Maischberger ihre Runde wieder nicht so recht im Griff hatte, wurde an einer, an Unhöflichkeit schwer zu überbietenden Unfähigkeit deutlich: Gerade Nadja Atwal, die vieles aus den USA aus eigener Wahrnehmung beurteilen kann, sich bestens auszudrücken vermag und sich auch sonst nicht zu verstecken braucht, wurde (siehe Netto-Redezeit) nahezu aus der Talk-Runde ausgeklammert!

  5. Die Qualitätsmedien in Aktion:

    Hervorragender zweiter Platz für Clinton. Trump wird nur Vorletzter!

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