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Strafzölle, Mammutprozesse, Kostenexplosion: Das droht Apple unter Präsident Trump

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Showdown: Präsident Trump und Apple-Chef Tim Cook

Die große Überraschung bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen hat weitreichende Konsequenzen für Corporate America und den Rest der Welt. Donald Trump hatte im Wahlkampf schließlich angekündigt, bevorzugt in den USA produzieren lassen zu wollen und ausländisches Kapitel zurückzuholen. Ausgerechnet am Vorzeigeunternehmen Amerikas könnte Trump ein Exempel statuieren – Apple muss sich auf einige Überraschungen einstellen.

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Der Schockzustand hält an: Die Welt wacht das zweite Mal unter dem designierten Präsidenten Donald Trump auf – und macht ihrem Unmut weiter in den sozialen Medien Luft.

Nur an den Kapitalmärkten ist die Apokalypse ausgeblieben – überraschenderweise. Im Vorfeld hatten Analysten und Marktexperten erdrutschartige Verluste prophezeit: Business Insider-Chefredakteur Henry Blodget prophezeite einen Kursrutsch von bis zu 10 Prozent.

Stattdessen schüttelten die Weltbörsen gestern den nächtlichen Schock schnell ab und gingen sogar in den Rallyemodus über – der Dow Jones schloss auf Allzeithochs.

Verschlüsselungsstreit: „Boykottiert Apple, bis sie das Passwort rausrücken“

Lediglich Unternehmen, die Trump im Wahlkampf namentlich attackiert hatte, performten schlechter. Ganz vorne dabei: Apple. Die Skepsis der Anleger überrascht hat nicht: Den iKonzern ging Trump in seiner Wahlkampfrhetorik besonders hart an.

„Boykottiert Apple, bis sie das Passwort rausrücken“,  wetterte Trump, als sich Apple-Chef Tim Cook einen Kampf mit dem FBI um das Knacken des iPhones eines mutmaßlichen Terroristen lieferte. Eine Justizschlacht um Datenverschlüsselung zwischen Apple und der US-Regierung könnte unter Präsident Trump neu aufgerollt werden.

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Isolationistische Wirtschaftspolitik: Zwingt Trump Apple zur Produktion in den USA?

Wirtschaftlich schwerwiegender erscheint ein Grundpfeiler in Trumps isolationistischer Wirtschaftspolitik, die eine Absage an die Globalisierung darstellt: Trump will US-Konzerne dazu bringen, möglichst ‚Made in America‘ zu produzieren.  „Wir werden Apple dazu bringen, ihre verdammten Computer in diesem Land zu bauen“, ereiferte sich der gewählte Präsident im Wahlkampf bereits im Frühjahr.

Apple-Chef Tim Cook hat dagegen eingewendet, dass eine Produktion in den USA nicht nur ungleich teurer wäre – es würde auch das jahrzehntelang aufgebaute Know-how von Auftragsfertigern wie Foxconn fehlen. Immerhin ist Apple mit ersten symbolischen Aktionen bereit, verstärkt auf den Standort USA zu setzen: So wird der Mac Pro, dessen Absätze nur einen marginalen Anteil in Apples Bilanz ausmachen, seit 2013 in Texas hergestellt.

Zwingt Präsident Trump Apple – etwa durch Strafzölle bei Einführung in China gefertigter iPhones – zur Produktion in den USA, würde der Techpionier maßgeblich seiner Wettbewerbsfähigkeit beraubt. Apple müsste durch die gestiegenen Produktionskosten entweder seine notorisch hohe Marge aufgeben oder die gestiegenen Kosten durch höhere Preise an die Kunden weitergeben, was entsprechende Absatzeinbrüche nach sich ziehen würde – eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Nur 10 Prozent Steuern bei Repatriierung des Auslandskapitals?

In die Karten spielen könnte Apple dagegen Trumps Versprechen, ausländisches Kapital nach Hause zu holen (Repatriierung). Im September nannte der streitbare Republikaner auf einer Rede beim Economic Club of New York dafür den angestrebten Steuersatz von 10 Prozent auf sich im Ausland  befindliches Kapital anzuwenden.

Apple sitzt bekanntermaßen auf immensen Barreserven von 237 Milliarden Dollar – davon 215 Milliarden Dollar im Ausland (bei Verbindlichkeiten von 81 Milliarden Dollar). Aktuell fallen bei einer Repatriierung 35 Prozent Steuern an – weswegen sich Tim Cook wie viele andere Konzernchefs seit Jahren gegen eine Rückführung der Auslandsbestände sperrt.

Setzt Trump ein „Tax Holiday“ von 10 Prozent zur einmaligen Rückführung des Auslandskapitals durch, würde Apple   auf einen Schlag 54 Milliarden Dollar sparen, was wiederum 9 Prozent des aktuellen Börsenwertes entspricht. Von einem Präsidenten Trump könnte Apple am Ende also vielleicht doch noch profitieren…

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Alle Kommentare

  1. Die Strafzölle muss Samsung genau so bezahlen und Google-Pixle und Motorola und alle anderen doch auch ?
    Oder wer von denen produziert in USA oder vielleicht NAFTA-Land (Mexiko-USA-Kanada also Blackberry ist wohl Kanadisch glaube ich und wohl auch wikipedia) wo man vielleicht keine Strafzölle darf ?

    Wie Spiegel zur vorletzten Apple-Bilanz anmerkte ist Digitale Standbein (AppStores, iCloud, Apple-Musik, iTunes(Musik, Video, Kinofilme,…) inzwischen der zweitgrößte Umsatz- oder Profit-Bringer.
    Damit kann man Trump vielleicht beruhigen.
    Es gab mal Analysen wie viel Walmart beispielsweise aus China importiert. Da ist Apple vielleicht irrelevant und man hungert nur die kleinen Alternativ-Anbieter mit 199-Euro-Super-Phones (MicroSD, DualSIM, FullHD, LTE, Wifi-A, 5.9″-Display usw.) aus.
    Amazon: Bestseller für Smartphones ansehen. Da sieht man mal wie der Markt wirklich aussieht. Ab Neunundneuzig Euros bis 799 (Samsung 7) diverse Samsung-Modelle und meist für 333 Euro ein älteres iPhone-Modell ab Platz 11-19 oder auf der zweiten Seite.

    Trump hat seine Bauprojekte fertiggestellt und erfolgreich verkauft bekommen. Welcher deutscher Politiker hat sowas geschafft ? Stattdessen dürfen wir uns von Neue-Markt-Insolvenzlern anhören, das der Mindestlohn Deutschland fast vernichten und Millionen Jobs kosten würde. Diese Leute sollten nur noch als weisungs-gebundene Arbeiter arbeiten. Denn sie lagen VOLL FALSCH.

    Waschmaschinen usw. werden wohl teilweise in USA gebaut weil man sie Modelle so schnell ändert, das der lange Transport aus China zu lange dauern würde.
    Aber Amerikanische Spaltmaße will keiner. Siehe deutsche Auto-Shows wo die sich immer drüber lustig machen wenn es um US-Importe geht.

    „Strafzölle, Mammutprozesse, Kostenexplosion: Das droht Apple unter Präsident Trump“. Wo droht das kleinen Programmierer nicht ? Na also. Aaron Swartz, Turing, Austin Myer… So sieht die Gerechtigkeit der Großkonzerne aus. Disruptoren werden nach dem Aufkauf stagnieren gelassen, damit das kleine Volk die Disruption niemals erhält: videobrillen wurden vor 10 Jahren aufgekauft und gingen „Profi“, Wave, base, Froogle, SUMLY !!!, NEST, google Glass, Google-Gesundheits-Sensoren (siehe das Zilliardengeschäft mit Teststreifen welches Google vernichtet und dem armutsrentner jeden Monat HUNDERTE fette Pharma-Dollar eingespart hätte !!!), Oculus Rift (Hollywood vernichten durch Machinima-Filme wo man Kamera-Position und Ort selber setzen kann und keine Schauspieler mehr braucht oder mit seinem Lieblings-Schauspielern besetzt, so wie man bei den Koch-Automaten die Slots mit seinen Lieblings-gewürzen (Chili bei Jamie Oliver, Zimt bei mir, Curry bei anderen) nach geschmacks-wunsch füllt), PAYPAL, SKYPE, ICQ, Whatsapp… haben die Disruption immer noch nicht geliefert: Aufgekauft und stagnieren gelassen damit das System weiter gut die Taschen füllt. Diese Internet-Flugzeuge oder Ballons oder einfach WiFiRouter für 30 Euro mit Quadro-Kopter an einer 12-volt-Solar-Batterie (am Boden) per Kabel warten wir seit Rot-Grün !!! Facebook und google haben sie bis heute nicht geliefert obwohl alle Techniken im Laden und oft sogar im Supermarkt oder Amazon regulär zu kaufen sind !!!

    Er sollte Solar-Selbstversorgung einführen und damit die Kohle-Arbeiter arbeit geben.
    Und der tax-Holiday für Auslands-Einnahmen ist eine dicke Überweisung an seinen Finanzminister.
    Davon abgesehen fordere nur ich und keine Leistungs-Presse, das jeder Kleinaktionär seine Profite ausgezahlt bekommen darf jedes Quartal. Die Zeiten sind vorbei wo Geld irgendwo hin investiert und oft nicht zurück gekommen ist. Siehe Yahoo !
    Schade das es keine Internet-Portale gibt, wo man ihm solche Überlegenen Ideen vorschlagen kann, und er schlauer als viele Politiker und schlau wie ein Trainer oder Formel-1-Team (die werden JEDES RENNEN SCHNELLER) die besten Ideen heraussucht.
    Aber der Presse und der Bundes-Politik und AfD und Linken ist vielleicht ja egal, das die Benzin-Firmen und Erdöl-Staaten bald wohl zusammenbrechen wie der Trabbi oder Nokia nachdem der Tesla3 bzw. das iPhone kamen bzw. nachdem man West-Autos kaufen durfte…
    Was wird aus Deutschland wenn die großen Autofirmen weg sind ?
    Die Leute kaufen nur Smart-Cars wo man nie wieder in Berlin einen Parkplatz suchen muss. Dann muss die Berliner Regierung endlich – und sogar wirksam ! was funktionierendes – abliefern sonst fahren die Autos extralangsam immer um den Block. Und jede Geliebte und Kindermädchen und Frau und Exfrau haben den Smart-Car-Tesla. Denn alle anderen Autos muss man noch wie ein Neandertaler oder John Wayne sein Pferd das Auto selber einparken wie damals in der Steinzeit vor den Smat-Cars. Es soll sogar mal Handies mit echten TASTEN (iiiiiiihhhhhh) gegeben haben wo man Nummern mit blossen Fingern eintippen musste ! Das war wohl damals in den 70ern wo man sich noch nicht die Achseln rasierte…
    Die Leute kaufen keine E-Cars sondern primär die SMART-Car-Funktion ! Die gigantischen Tank-Kosten-Einsparungen (allerdings auch lange Aufladezeiten) sind natürlich auch nett aber Big-Boni-Bonzen-Käufern auf Firmen-Kosten oder Geliebten welche das Geld verprassen primär egal.
    Bald gibts sogar Autobahn-Maut damit die reichen Leute auf der Autobahn unter sich sind und der kleine Pendler auf der Lanstraße stehen und im Radio die nächsten Zilliarden-Verprassungen beklatschen darf weil die Presse nicht wie bei Fußball (5 verlorene Spiele = Abfindungsfreier Rauswurf) durchgreift.

  2. Jetzt kommen die Linken auf die Idee, dass Apple mit seiner Steuerpolitik der Gute ist, weil Trump was ändern könnte?

    Wie hieß es so schön: Wenn ich mir anschaue, wer und warum jemand gegen Trump ist, dann wird Trump immer symphatischer.

    Jetzt muss Trump für TTip sein und schon ist Merkel und Gabriel wieder dagegen.

  3. Ihr habt den Weltuntergang vergessen…Die Wahl von Trump bedeutet erst einmal gar nichts. Er ist ein großer „Stinkefinger“ auch gegenüber Angela Merkel, die nun gesehen hat, dass sie balb auch in Nirvana verschwinden kann.

  4. Im Endeffekt ist Trump Unternehmer und reagiert pragmatisch, er muß den Wählern Erfolge präsentierem.
    das die Finanzindustrie (FI) so mächtig auf die Pauke haut und ihn als Globalisierungsgegner bezeichnet, ist so sicher nicht, die FI konnte durch die NAFTA einen Riesen-Dal machen, eine Bielzahl von Firmen und Fabriken konnten leicht in Billiglohnländer verlegt werden, qualifizierte Arbeitsplätz vielen weg, heute leben 35-40% der Amerikaner in prekären Verhältnissen.
    Das vertuscht die derzeit geringe Arbeitlosigkeit von rund 5%, aber diese Fakten kann jeder leicht im Internet eruieren.
    Da die Verschuldung gigantisch ist (20 Billionen öffentl. Schulden u. 66 Billionen private) liegt er durchaus richtig, wenn er das durch die Macht der FI geschaffene NAFTA-Problem beseitigen will.
    Doch es ist wie mit einem Vogelnest, man weiß noch nicht was für EKuckuckseier er ausbrütet, doch der erfolgreiche und einflußreiche Peter Thiel, welcher ein bemerkenswerter Investor ist, dessen Wissenskanale auch in Geheimdienstkreise reichen schätzt in positiv ein.
    Warten wir es ab!
    Interessant wird vor allem sein, mit wem er sein Kabinett besetzt.
    Für mich war das eine Wahl zwischen Pestilenz und Cholera, das Erstere lieb den Amerikanern und der Welt erspart, dafür müssen wir die Cholera eindämmen, wofür aber auch Kongress und Parlament sorgen werden, und die Einflüsteref der Abgeordneten, wozu natürlich wieder die FI stark vertreten ist.
    Wenn er Amerika etwas gutes tuen will, dann geht das nur, wenn Amerika nicht ständig die Schulden erhöht und selbst mehr produziert, das wird er in jedem Fall verbessern wollen und das wäre auch dringend nötig.
    Technisch gesehen ist Uncle SAM nun mal längst pleite, genau wie Japan und ohne die irrwitzig hohen Rüstungsausgaben zu beschneiden wird dies nicht gelingen und Trump wird wohl auch analysieren, wozu man 700-1.000 Miltärstützpunkte brauch. Wenn man die Militärausgaben der Länder von Positionen 2-8 zusammenzieht, dann erreicht dies grade den Wert von Uncle SAM. All das wäre bei Clinton nicht in Frage gestellt worden, sie hängt an den Fäden der Großen Puppenspieler namens FI, Rüstung, nebst diverser Geheimdienste, daher ist mir auf jeden Fall die Cholera lieber.

  5. NaJa, die Produktion von Apple PCs zu verlagern ist nicht sonderlich schwer.
    Im Endeffekt geht es da nur darum einzelne Komponenten zusammen zu bauen, das lässt sich theoretisch auch in den USA erledigen.

    Schwieriger wird es schon wenn man auch die Komponenten in den USA produzieren will.
    Selbst wenn Zusammenbau und Produktion in den USA stattfinden werden die dazu nötigen Arbeitsplätze vermutlich an der Westküste entstehen – die arbeitslosen Arbeiter in den alten Industriegebieten werden kaum etwas davon haben.

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