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„Pressefreiheit wird mit Füßen getreten“: Springer-Chef Mathias Döpfner zieht sich aus Türkei zurück

Springer-CEO Mathias Döpfner kritisiert die Politik des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan
Springer-CEO Mathias Döpfner kritisiert die Politik des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan

Nach der Verhaftungswelle bei der türkischen Oppositionszeitung Cumhuriyet kritisiert auch Springer-Chef Mathias Döpfner das Vorgehen des türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Die Inhaftierungen seien ein krasser Verstoß der Türkei gegen „rechtsstaatliche Prinzipien“. Der Berliner Medienkonzern werde planmäßig seine Beteiligung an der türkischen Dogan TV Holding weiter abbauen.

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„Die Verhältnisse in der Türkei sind sehr besorgniserregend. Die Pressefreiheit wird mit Füßen getreten“, sagte der Vorstandschef des Berliner Medienhauses (Welt, Bild) anlässlich einer Telefonkonferenz zu den aktuellen Geschäftszahlen. Er sei froh, dass sich die Bundesregierung hierzu klar und kritisch geäußert hat. „Das war überfällig“, betont Döpfner, der seit Kurzem auch Präsident des BDZV ist.

Die Bundesregierung hatte sich zunächst zurückhaltend zu dem jüngsten Vorfall gegen die Oppositionszeitung geäußert. Dies löste unter Politikern in Berlin Kritik aus. Daraufhin hatte Regierungssprecher Steffen Seibert deutlichere Töne angeschlagen. So seien die jüngsten Ereignisse für Kanzlerin Angela Merkel und die gesamte Bundesregierung „in höchstem Maße alarmierend“. Springer-Chef Döpfner hofft trotz den erneuten Verhaftungen von Journalisten, dass „die Türkei wieder zurück auf einen demokratischen Weg findet“.

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Springer ist derweil weiterhin auf Rückzug aus der Türkei. Das Medienunternehmen habe Ende Januar einen weiteren Anteil von 2,3 Prozent an der Dogan TV Holding veräußert und hieraus einen Erlös von 55 Millionen Euro erzielt. Derzeit bewege sich die Beteiligung bei 7 Prozent, so Döpfner. Auf diese Anteile besitze Springer eine Put-Option, die wertgesichert sei. Sie repräsentiere einen Gesamtpreis von 170 Millionen Euro. Für die Axel Springer SE bestünde hieraus „kein wirtschaftliches Risiko“. Der Verkauf der restlichen Dogan-Anteile werde sich noch bis zum Jahr 2022 hinziehen.

Angesichts der Probleme geht Döpfner davon aus, dass sich Axel Springer nicht wieder unternehmerisch in der Türkei engagiere. Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten das Springer-Management darin bestätigt, „dass es für Unternehmen aus Demokratien sinnvoll ist, auch nur in verlässlichen Demokratien zu investieren, wo rechtsstaatliche Prinzipien und Prinzipien der Pressefreiheit sicher gewährleistet sind. Das ist in der Türkei derzeit nicht der Fall.“ Der Springer-Chef verwies hierbei ebenfalls auf China und Russland. Auch aus diesen Ländern habe sich der Konzern zurückgezogen.

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Alle Kommentare

  1. So einen anstandslosen Typen wie Matthias Döpfner brauchen die Türken nicht! Ein Mensch der im Mittelpunkt der Gesellschaft steht sollte Moral und Anstand haben. Beispiel für jüngere Menschen darstellen. Er hat die Beleidigungen von Böhmermann gegen Herrn Erdoğan wortwörtlich wieder gegeben und seine Unterstützung bekundet! Ja, das war Schweinefi..er Mathias Döpfner.
    PS: letzter Satz war nur eine Satire!

  2. Recht gesprochen. Aber ist das alles? Ein bisschen sehr billig, der Herr Präsident Döpfner.

    Springer könnte stattdessen in Deutschland ein unabhängiges und neutrales türkisches Medium gründen. Gute Journalistinnen und Journalisten gibt es dafür mehr als genug. Hier könnten sie sicher arbeiten. Und über das Internet auch in der Türkei wahrgenommen werden.

    55 Millionen Euro Kapital hat der Konzern soeben aus der Türkei eingenommen, dessen rühmt er sich. Die stünden sofort zur Verfügung.

    Dazu müsste man unternehmerisch etwas riskieren. Und die Rendite ist auch nicht sicher. Das wäre etwas anderes als wohlfeile Moralworte, die morgen vergessen sind.

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