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Murdoch geht leer aus: Telefonriese AT&T schnappt sich Time Warner inklusive TV-Sendern HBO und CNN

CEO von Time Warner: Jeff Bewkes
CEO von Time Warner: Jeff Bewkes

Übernahme-Überraschung am Wochenende: Mediengigant Time Warner wird für 85 Milliarden Dollar vom amerikanischen Telekomgiganten AT&T gekauft. Nachdem das Wall Street Journal und die New York Times am Samstag über die bevorstehende Akquisition berichtet hatten, schufen AT&T und Time Warner wenig später Fakten. Der Telekom-Gigant bezahlt 107,50 Dollar je Anteilsschein – jeweils zur Hälfte in Aktien und Barmitteln. Vor 16 Jahren wurde Time Warner noch vom Internet-Anbieter AOL übernommen.

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Die monatelangen Übernahmespekulationen um Time Warner haben nicht getrogen: Bereits im Januar hatte CEO Jeff Bewkes sich offen gegenüber einem Verkauf gezeigt, nun wird der Deal geschnürt.

Nicht Erzrivale Rupert Murdoch, der 2014 mit 21st Century Fox eine Übernahme anstrengte, und auch nicht Tech-Gigant Apple, der eine Akquisition ebenfalls erwogen haben soll, sichern sich den 1989 aus der Fusion zwischen Time Inc. und Warner Communications entstandenen US-Medienriesen, sondern Telekom-Pionier AT&T.

Übernahme zu 107,50 Dollar je Aktie

Bereits gestern waren die Spekulationen hochgekocht, heute melden das Wall Street Journal und die New York Times gleichlautend Vollzug. Stunden später folgte die offizielle Bestätigung: Für 107,50 Dollar je Aktie geht Time Warner an das langjährige Dow Jones-Mitglied – ein Aufschlag von 20 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Freitag.

AT&T kostet die Akquisition damit rund 85 Milliarden Dollar. Die Übernahme soll zur Hälfte in Aktien und Cash bezahlt werden. Der 1893 gründete Telekom-Pionier bringt es selbst auf einen Börsenwert von 233 Milliarden Dollar.

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Konsolidierung der Content-Industrie

Die Konsolidierung der Medien- und Internetbranche durch Übernahme von Telekommunikationsanbietern erreicht damit einen neuen Höhepunkt: AT&T ist künftig stolzer Besitzer von TV-Sendern wie CNN, HBO oder TNT – sowie der Filmsparte, die u.a Kassenschlager wie „Harry Potter“ hervorgebracht hat.

AT&Ts Erzrivale Verizon hatte erst im Juli Yahoo erworben und ein Jahr zuvor AOL, das 2000 noch Time Warner übernommen hatte, wenig später im Zuge des Internetcrashs aber zum Juniorpartner im fusionierten Unternehmen AOL Time Warner wurde und 2009 als eigenständiges Unternehmen einen Neustart gewagt hatte.

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