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Das große Kachelmann-Duell Alice Schwarzer vs. Richter Fischer und die Trump-freundliche Tichy-Kolumnistin

Dieses Bild zeigt Donald Trump, Alice Schwarzer, Thomas Fischer, ein Aquarium und die Freizeitwoche
Dieses Bild zeigt Donald Trump, Alice Schwarzer, Thomas Fischer, ein Aquarium und die Freizeitwoche

Donald Trump steht nach seinen sexistischen Äußerungen vor den Trümmern seiner Präsidentschaftskandidatur denken Sie? Von wegen! Eine Kolumnistin bei „Tichys Einblick“ hält den Donald für eine Verkörperung männlicher Tugend. Alice Schwarzer liefert sich ein wortreiches Kolumnen-Duell mit Bundesrichter Thomas Fischer. Und Sie kommen nie darauf, was das absolute Lieblingsblatt der Hollywood-Prominenz in Deutschland ist. Der MEEDIA Wochenrückblick.

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Finden Sie den Trump auch so doof? Trump-Bashing ist in den Medien gerade angesagt. Und zwar zu recht. Außer natürlich, man betreibt ein Online-Magazin, das sich gegen den so genannten „Mainstream“ positioniert. Bei „Tichys Einblick“ veröffentlichte Bettina Röhl eine erstaunliche Gegen-Meinung zur allgemein verfügbaren Einschätzung, Trump habe auch das zweite TV-Duell gegen seine Widersacherin Hillary Clinton verloren. Trump sei präsent, fit und locker gewesen, diagnostizierte Frau Röhl. „Trump war in dieser Debatte Trump und er fand in erstaunlicher Weise zu sich selbst und seinem Wahlkampfstil“, heißt es weiter in dem Text und: „Der Punkt in Sachen Sympathiewerbung ging eindeutig an Trump, dem es gelang aus seinen Kabinenprahlereien bezüglich seiner Männlichkeit und seinen Frauengeschichten, die ihn nach dem Wunsch der Demokraten und einiger Republikaner endgültig killen sollten, beinahe eine männliche Tugend zu machen.“ Ein echter Sympathieträger also, dieser Trump. Ein Typ, der damit prahlt, Frauen mal eben zwischen die Beine zu packen, wie es ihm beliebt. So einer verkörpert für Frau Röhl „beinahe eine männliche Tugend.“ Naja. Da muss man ja ein bisschen froh sein, dass solche Ansichten kein Mainstream sind und was Frau Röhl für vollendete männliche Tugenden hält. Es gibt übrigens auch in den USA Damen, die den Trump-Style durchaus schätzen:

Diese Woche habe ich mal wieder die beliebte Aggro-Kolumne „Fischer im Recht“ des schreibenden Bundesrichters Thomas Fischer gelesen. Also: nicht ganz gelesen. Richter Fischer schreibt mittlerweile so viel und so geschraubt, dass mir spätestens nach der Hälfte seiner Texte der Kopf schwirrt. Jedenfalls hat Recht-Inhaber Fischer in seiner aktuellen Kolumne mit der feministischen Zeitschrift Emma und deren Rolle in diversen Kachelmann-Prozessen abgerechnet. Er fand dabei die Fischer-typischen klaren Worte. Es fielen Begriffe wie „Hetzschreiberinnen“, „erbärmlich“, „kleinbürgerlich-beschränkt“, „totalitär“, „fanatisch“ etc. Der Philippika des Richters vorausgegangen war eine ebenfalls ausführliche Kolumne der Emma-Gründerin Alice Schwarzer, die sich direkt an Fischer wandte. Der Schwarzer-Text ist darum ganz lesenswert, weil sie ihre sonst meist nur verkürzte Sicht auf den Fall Kachelmann hier ausführlich darlegt und man ihr bei ein paar Punkten sogar folgen kann. Kann, nicht muss. Dass sie dabei ihre spezielle Schwarzer-Brille aufhat und ihre Rolle im Strafprozess gegen Kachelmann im Rückblick verklärt, ist freilich auch nicht überraschend. Der Bundesrichter Thomas Fischer jedenfalls mag ein ganz und gar brillanter Jurist sein. Seine journalistischen Texte haben mittlerweile aber eine fast unlesbare Länge und Geschwollenheit angenommen. Haben die bei der Zeit denn keinen, der den Mann mal redigiert? Die haben doch gerade erst eine „Schule des Schreibens“ ins Leben gerufen. (Korrektur-Hinweis: In einer früheren Version war hier zu lesen, Alice Schwarzers Text sei eine Replik auf die Fischer-Kolumne. Das stimmt nicht, Schwarzers Text erschien früher. Sie hat lediglich mit einem Update direkt auf die Fischer-Kolumne reagiert.)

Der frühere Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer schreibt seit einiger Zeit eine gottlob deutlich knappere Online-Medienkolumne für Springers Bilanz. In der jüngsten Ausgabe widmete er sich der Unsitte, dass übergeordnete Redaktions-, bzw. Verlagseinheiten immer mehr zu einer Art Marke aufgebaut werden. Da heißt es dann in der „Tagesschau“ zum Beispiel „..sagte die Kanzlerin gegenüber der Funke Mediengruppe.“ Oder „…laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland.“ Ziesemer findet das doof und das kann ich voll unterschreiben:

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Nun haben sich viele Verlage aus reinen Kostengründen dazu entschlossen, nicht nur die Backoffice-Funktionen für ihre verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften zusammenzulegen, sondern auch ihre Redaktionen und Korrespondentenbüros. Die WAZ führt also in der Regel kein Interview mit Angela Merkel mehr, sondern nur die „Funke Mediengruppe“. Mit dem Resultat, dass die eigentlichen Marken immer mehr aus der Öffentlichkeit verschwinden.

Und damit immer bedeutungsloser werden. Aber wie soll eine Zeitung auch als Marke auftreten, wenn sie nur noch ein Logo ist, eine Hülle für „Content“ (brrr), der von irgendeinem Desk aus der Hauptstadt zugeliefert wird? Umgekehrt geht kein Mensch in ein Zeitungskiosk und denkt sich „Mensch, jetzt hole ich mir mal so eine Zeitung dieser „Funke-Mediengruppe“. Und falls die vergriffen ist, gibt es vielleicht noch eine Ausgabe vom „Redaktionsnetzwerk-Deutschland.“ Wenn es stimmt, dass Medien Marken sind, was Verlags-Manager gerne auf Kongressen behaupten, dann ist dies der beste Weg, eigene Markenwerte konsequent zu vernichten. Ziesemer illustriert dies mit einer Metapher von Lech Walesa: „Man kann sehr leicht aus einem Aquarium eine Fischsuppe machen – aber nicht aus einer Fischsuppe ein Aquarium.“

Erinnern Sie sich noch an Tom Kummer? Der hat vor vielen Jahren mal eine ganze Reihe von spektakulären Promi-Interviews erfunden und im SZ Magazin veröffentlicht. Lange ist’s her und die Sache war damals ein handfester Medienskandal. Nun hat das beim Medienmagazin Übermedien gerade wiederbelebte Regenbogenpresse-Watchblog Topfvollgold (kompliziert, gell?) einen Fall aufgedeckt, der sehr streng nach Kummer riecht. Das Klatschmagazin Freizeitwoche hat reihenweise Interviews mit Top-Stars aus Hollywood veröffentlicht (Sandra Bullock, Angelina Jolie, Robert de Niro, George Clooney, usw.). Das Seltsame ist, dass diese Stars gegenüber der Freizeitwoche so freizügig und offenherzig sprechen, wie mit sonst fast keinem anderen Medium. Komisch auch, dass es nie Beweis-Fotos der Freizeitwoche-Interviewer mit den Stars gibt, wie das sonst so üblich ist. Die „Exklusiv-Interviews“ tragen auch keine Autorenzeilen und weisen textlich teilweise frappierende Ähnlichkeiten zu andernorts bereits veröffentlichten Interviews auf. Einige der interviewten Stars haben über ihre Sprecher auch schon ausrichten lassen, dass die Interviews gar nicht geführt wurden. Freizeitwoche-Chefredakteur bezeichnete den Verdacht, sein Magazin könnte erfundene oder zusammengeklaubte Interviews veröffentlichen als „haltlose Unterstellung”. Da wir dem Chef der Freizeitwoche selbstverständlich vollumfänglich glauben, lässt dies also zwingend nur einen Schluss zu: Die Freizeitwoche ist DAS Lieblingsmagazin von berühmten Hollywoodstars in Deutschland. Und Autorenzeilen und Beweisfotos fehlen nur, weil die erfahrenen Korrespondenten und Redakteure der Freizeitwoche viel zu bescheiden sind, sich mit derlei Angebereien zu schmücken. Ausführlich nachlesen können Sie die ganze unglaubliche Geschichte hier bei Übermedien, hier bei Detektor.fm und bei Spiegel Online. Nach der Lektüre wissen Sie bestimmt, was sie glauben sollen.

Ein wunderbares Wochenende!

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Alle Kommentare

  1. Na, wenn schon meckern dann genau bleiben:
    – „tägliche Belästigung von jungen Frauen an öffentlichen Plätzen“ Wo findet die eigentlich statt und woher haben Sie diese Erkenntnis? Bitte nicht schon wieder Silvester……ist nicht täglich…
    – „…hoffen das Trump die Mehrheit der Stimmen erhält“ Aber nur weil Sie ihn nicht gut finden.
    – „importierte Gewalt gegen Frauen“ Definieren Sie „importiert“. Vermutlich in Zeiten der Völkerwanderung. Gewalt gegen Frauen geht mehrheitlich von deutschen Staatsbürgern aus. Übrigens selten „öffentlich“ sonder ganz oft hinter verschlossenen Türen.
    – „Finanzkartell“. Wer soll das sein und wer sind Ihrer Meinung nach die wirklich „Mächtigen“? Vielleicht Trump, der hats doch mit Finanzen.

    Aber bitte Fakten und nicht wieder so ein Verschwörungsgeschwurbel.

  2. Blablabla. Der große Angstmacher. So eine polemische Sch*. Aber einen Kommentar später den großen sexuellen Belästiger Trump promoten, wie scheinheilig ist das denn….? Ich bin sicher, Solange Sie an ihrem Rechner sitzen sind „junge Frauen“ sicher.

  3. Wenn man einen Kandidaten unter die Lupe nimmt und die andere Kandidatin, von der sehr viel mehr fragliches und auch schlimmeres vorhanden ist, vorsätzlich auf keinen Fall ankratzen möchte und dabei wirklich glaubt „es wird schon keiner merken“, dann muss ganz gewaltig einen Sprung in der Birne haben, oder dafür außerordentlich gut bezahlt werden.
    Man denke nur einmal daran: wie viele Tote hat der jeweilige Kandidat zu verantworten? Da gibt es bereits den unschlagbar großen Abstand, denn Killary Clinton ist in dieser Verantwortlichkeit mit sehr großem Abstand führend, sie geht sprichwörtlich uneinholbar über Leichen! Doch wen stören Tote, wenn es doch so wichtiges wie Sexismus gibt. Wen stören vorhandene Leichen, wenn es inoffizielle Männergespräche gibt, oder wer stört sich gar an Korruption – es ist doch nur Geld, welches Killary für die eigene Stiftung kassiert.
    Verwunderlich ist allerdings, dass ein 300 Millionen-Volk nur 2 solche Kandidaten hervorgebracht hat und unsere Medien bei dieser Frau gekonnt wegsehen, aber bei diesem Mann mehr als kritisch genau hinsehen. Allerdings werden unsere Medien diese seltsame weder beeinflussen können, aber sich hinterher gewaltig über ihre einseitigen Auslassungen ärgen dürfen.

    1. „Finanzkartell, Killery“, da haben sich mal wieder zwei getroffen und putzen sich gegenseitig den „gefällt mir“ Sabber aus dem Mundwinkel…..
      In einem hat Rainer allerdings recht, unglaublich das die beiden das Beste sein sollen was USA aufzubieten hat.

    2. Na ja, geben Sie Trump mal die Gelegenheit zu beweisen, dass er töten lassen kann. Sollte Donald aber so richtig in Fahrt kommen, werden weder Sie noch ich am Ende die Toten zählen können, denn dem dann entfachten Weltenbrand werden wir beide zum Opfer fallen. Aber wenn der Killer ein Rechter ist, soll´s Ihnen ja recht sein, denke ich.

  4. Wow!
    Deutschlands einzige chronisch übersäuerte, steuerhinterziehende „Aufblas-Emanze“ (Zitat!) schwadroniert in ihrem eigenen Blättchen – sonst druckt es keiner! – über die Unverschämtheit, dass der deutsche Rechtsstaat nunmal auch letztinstanzlich partout NICHT ihrer scheuklappenverbrämten Fehleinschätzung folgen will.
    Geht’s noch peinlicher? Wohl kaum …
    Wer intelligent ist, weiß wann es Zeit ist, aufzuhören.
    Aber Intelligenz ist wohl keine Pflichtvoraussetzung, um Emanzenblättchen zu produzieren.
    Würde der eigentlich lohnenden Sache an sich – der Emanzipation! – aber sehr dienlich sein …

    1. > der eigentlich lohnenden Sache an sich – der Emanzipation! –

      könnten wir uns darauf einigen, emanzipation als die des bürgers gegen staat, ideologie und religion zu verstehen und eine tradition, die weit in die 20er jahre des letzten jahrhunderts zurückreicht und im westen in die hippiebewegung und schließlich zu den 68ern führte?

      etwas, was im osten nicht passierte … und uns heute genau die probleme beschert, die daher rühren, daß es für gewisse leute mit einer sehnsucht nach einem starken staat nur eine deutsche jugendbewegung gab, die HJ …

      frau schwarzer ist das perfekte BDJM mädchen, auch wenn sie das von sich selbst immer noch nicht verstanden hat – rechthaberisch, ideologiezerfressen, die welt in „gut“ (kein schniepel) und „böse“ (schniepel) unterteilend. daß die frau am ende (und da ist sie wohl angelangt) reklame für die BLÖD macht, sagt im grunde alles.

      1. … letzter Absatz: auf den Punkt, hardy!
        @ Hans: Wissen, wann Schluss ist, setzt Intelligenz voraus. Richtig erkannt. Hat aber nicht jeder, der mithilfe der Medien versucht, sein Geld zu verdienen.
        Echt schlimm – ich habe diese Frau mal bewundert. Vermutlich aus fehlender eigener Intelligenz. Damals.

    2. „Wer nicht für mich ist, ist gegen uns“. Das Schwarzer-Geschäftsmodell „Emanzipation“ funktioniert schon lange nicht mehr. Viele Redaktionsstuben haben haben das inzwischen erkannt und geben dieser selbstverliebten Krampfhenne kein Forum mehr. Nur: sie kanns einfach nicht glauben. Peinlich.

  5. Großartig Alice Schwarzer! Sie haben für mich den besten Beitrag geschrieben, den es zu diesem Thema und nach diesem unsäglichen Urteil dieses Vorsitzenden Richters des Oberlandesgerichts Frankfurt, Thomas Sagebiel gibt. Wieso wird dessen Urteil „gefeiert“? Hat sich irgendetwas geändert nach dem langen Erstverfahren? Was bewegt diesen Frankfurter Richter,? Wolllte er endlich auch mal in die Medien? Und wie kommen die Medien dazu, sich als Claqueure für ein Urteil zu outen, das auf keinerlei neuem Wissen zustande kam? Alice hat Recht und ich hoffe sehr, dass dieses Urteil des Thomas Sagebiel keinen Bestand hat. Wenn es um Kosten geht, sollte ein Spendenaufruf für die Frau gemacht werden. Ich bin dabei!

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