Andreas Petzold über den Neon-Neustart: „Ruth Fend ist eine großartige Chefredakteurin“

Neon-Herausgeber Andreas Petzold, neue Chefredakteurin Ruth Fend
Neon-Herausgeber Andreas Petzold, neue Chefredakteurin Ruth Fend

Am heutigen Montag erscheint die erste Neon-Ausgabe, für die die neue Chefredakteurin Ruth Fend verantwortlich zeichnet. Zumindest offiziell, denn ob sie dem einstigen Magazin-Darling von Gruner + Jahr schon eigene Impulse mitgeben konnte, ist fraglich - immerhin ist sie erst seit September am Ruder. Die Rettung von Neon dürfte ohnehin ein längerer Prozess werden. In der Süddeutschen Zeitung zeigt sich Herausgeber Andreas Petzold optimistisch.

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Das Bittere bei Neon ist, dass sich der Verlag den Niedergang des einstigen Lieblings der Twentysomethings zu großen Teilen selbst zuzuschreiben hat. Im Zuge des Verlagsumbaus hat man die Redaktion 2013 von München nach Hamburg zwangsumgesiedelt, wobei rund die Hälfte der Leute absprang. Auch die Chefredakteure Vera Schröder und Patrick Bauer machten den Umzug nicht mit. Der nächste große Fehler war dann, als man den Nachfolger Oliver Stolle durch Nicole Zepter ersetzte. Die neue Chefin fiel in erster Linie durch zweifelhafte Titel-Entscheidungen und ihr schlechtes Verhältnis zur Redaktion auf.

Darauf angesprochen sagt Neon-Herausgeber Andreas Petzold, der 2003 mitgeholfen hatte, das Magazin aus der Taufe zu heben, zu Süddeutschen Zeitung (Paid Content): „Einen Journalisten für herausragende Führungspositionen zu finden, ist mitunter schwierig. Die journalistischen Qualitäten bringen die Kollegen fast immer mit. Aber die Frage, ob jemand eine Redaktion führen kann, ist eine ganz andere. Oft wird der beste Journalist Chef und scheitert am Management. Ein guter Manager allein hilft auch nicht, weil Journalisten nicht akzeptieren, wenn der ihren publizistischen Ansprüchen nicht genügt.“

Diplomatisch ausgedrückt aber vergleichsweise deutlich. Auch im Hause G+J bestreitet niemand, dass Zepter eine Fehlbesetzung war. Die Fehl-Entscheidungen des Managements sorgten dafür, dass sich die Auflage der Neon in fünf Jahren fast halbierte. Unter der Regie Zepters nahm der Auflagen-Verfall noch an Dynamik zu. Nun hat man bei Gruner gehandelt und mit Ruth Fend eine versierte Chefredakteurin von Business Punk zu Neon geholt. Ihre Mission: Neon retten. Auch wenn Petzold gegenüber der SZ zu Protokoll gibt, dass Neon gar nicht gerettet werden muss: „Es gibt nichts zu retten, weil Neon nicht in Gefahr ist. Wahr ist, dass wir zu einer gesunden Auflage zurückkehren müssen, und das wird gelingen. Ruth Fend ist eine großartige Chefredakteurin.“

Die Gründe für den Auflagenverfall sieht auch Petzold offenbar in Fehlern des Hauses. Neon sei ein Magazin für eine Lebensphase, sagt er, und „die wird es natürlich auch weiterhin geben.“

 

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